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Bäuerinnenporträt: Neues ausprobieren

Die junge Mutter und Bäuerin Nadine Krähenbühl arbeitet als Ausgleich zum Alltag sehr gerne kreativ.


Publiziert: 16.08.2014 / 13:00

Drei Miniaturen, auf ein altes Holzbrett montiert, hängen an der Wand. Vis-à-vis ein grosser Stoffwandbehang. Im Wohnzimmer grössere Bilder, aus einem alten Fensterrahmen gucken Hochzeitsfotos, in einem anderen Rahmen hängen Babybilder.

Traum: eigene Ausstellung


Die Produkte der kreativen jungen Bäuerin Nadine Krähenbühl aus Röthenbach bei Herzogenbuchsee BE sind ein Blickfang. Es wäre es ein Traum von ihr, einmal eine Ausstellung zu machen, vor allem von ihren Bildern aus einer selbst entwickelten Technik mit Acrylfarben und Strukturpaste.

Auch Nähen ist ein Hobby, nicht nur Kleidchen für die 19 Monate alte Joy, sondern auch allerlei Accessoires. Neben der Nähmaschine liegen Spitzenbändchen, auf dem Tisch daneben Stoffe, eine ihrer selbst gefertigten Taschen hängt an der Stuhllehne. Einiges bot sie diesen Frühling im Hoflädeli zum Kauf an. Dieser hübsch eingerichtete Raum ist allerdings nur während der Spargelzeit offen.

Mit Spargeln auf Erfolgskurs


Grünspargeln sind der neue Betriebszweig von Thomas und Nadine Krähenbühl. Das junge Ehepaar hat den Hof von Thomas’ Eltern 2011 übernommen, in der vierten Generation. Die 28-jährige gelernte Floristin, auf einem Bauernhof in Bannwil aufgewachsen, absolvierte die Bäuerinnenschule auf dem Waldhof in Langenthal. Braucht es nicht Mut, in der heutigen Zeit so jung einen Bauernbetrieb zu übernehmen?


«Wir haben beide gerne neue Herausforderungen», betont Nadine Krähenbühl. Der eigene Chef zu sein, selbständig Projekte umsetzen zu können, das liegt ihnen beiden sehr und motivierte sie zu diesem Schritt. «Wir geben unser Bestes und bekommen viel positives Echo. Wir haben den Entscheid noch nie bereut.»

Da der Hof mit 15 ha eher klein ist, wollten sie sich spezialisieren. Mit den Grünspargeln, die sie vor zwei Jahren das erste Mal ernten konnten, hatten sie gleich Erfolg. Diesen Frühling war die Ernte besonders gut, trotzdem waren in der ersten Woche die begehrten Spargeln Mittags jeweils schon ausverkauft. «Es hat sich inzwischen herumgesprochen, wir sind sehr zufrieden.»


Neben dem Verkauf direkt ab Hof beliefern sie auch Restaurants und Grossverteiler. In der Spargelzeit gibt es lange, intensive Tage. In dieser Zeit ist die kleine Joy oft beim Grosi im Stöckli. Bereits um 7 Uhr kann Nadine Krähenbühl die ersten von ihrem Mann frisch geschnittenen Spargeln auf dem Feld holen, waschen, bündeln und für den Hofladen bereitstellen. Im Lädeli gibts auch spezielle Produkte wie Essig, Öl oder Spargelrisottomischungen.


Irgendeinmal eigene Pferde


Krähenbühls produzieren auch Kartoffeln, Zuckerrüben, verschiedene Gewächse und Sonnenblumen. Dazu kommen 10 Kühe, deren Milch für die Mastkälber gebraucht wird. Der Schwiegervater hilft weiterhin auf dem Hof mit, jedes zweite Wochenende macht er den Stall. So hat die junge Familie auch immer wieder einmal frei. Im August sind sogar Ferien möglich.


«Ich helfe sehr gerne im Stall», sagt Nadine Krähenbühl. Ihre Aufgabe sind die Mastkälber. Sie unterstützt aber auch ihren Mann draussen, überall wo es nötig ist. Wenn immer möglich ist die kleine Joy dabei, sie liebt nicht nur die Kühe, sondern auch die beiden Zwergesel und die Katze.


Nadine Krähenbühl kommt aus einer Westernreiterfamilie, sowohl ihre Eltern als auch ihre Zwillingsschwester und ihre jüngere Schwester reiten aktiv Westernturniere. «Früher bin ich auch Turniere geritten, heute sitze ich nur noch so auf dem Pferd», sagt sie und schmunzelt. Irgendeinmal werden auch eigene Pferde auf dem Hof Einzug halten, doch man könne nicht alles auf einmal haben.

Auf Jahre hinaus möglich planen ist nicht möglich

Ideen wären zwar genügend da. «Wir sind beide sehr dafür, Neues auszuprobieren.» Doch sie ist sich auch bewusst, dass die vielen Vorschriften und Gesetze in der Landwirtschaft nur eine bedingte Unabhängigkeit zulassen.

«Es wird immer anspruchsvoller, wir können nicht auf Jahre hinaus planen.» 
Doch die Tiere, der Kontakt mit den Kunden, das Arbeiten in der Natur geben ihr viel. Will sie einmal dem Alltag entfliehen, widmet sie sich ihrer kreativen Arbeit. Gerne verwendet sie dazu Gebrauchtes, wie eben altes Holz. «Ich liebe Dinge, die eine Geschichte erzählen.»


Renate Bigler-Nägeli

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