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Auswandern: «Es war ein guter Entscheid»

Die Bernerin Véronique Hofmann ist ausgewandert und betreibt seit einigen Jahren ein Gästehaus in Südfrankreich.


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Die Einwanderung in die  Schweiz beschäftigen die eidgenössische, kantonale und kommunale Politik wie auch die Medien seit einigen Jahren intenisv. Das Thema führte zu Initiativen, Abstimmungen, Fremdenfeindlichkeit, aber auch Fremdenfreundlichkeit. In den Diskussionen wird oft vergessen, dass auch viele Schweizer in anderen Ländern leben und sich in einer für sie zuerst fremden Umgebung eine neue Heimat schaffen.


Frankreich ist das beliebteste Auswanderziel
Jedes Jahr ziehen Tausende ins Ausland, um dort zu leben, zu arbeiten, zu studieren oder den Ruhestand zu verbringen. Die beliebtesten Auswanderungsziele sind die Nachbarstaaten, Kanada, die USA, Australien, Neuseeland und Südostasien. Rund 700 00 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bilden die so genannte Fünfte Schweiz, die über sämtliche Kontinente verstreut ist und alle Altersgruppen umfasst. Mit 170 00 immatrikulierten Schweizerinnen und Schweizern ist Frankreich das beliebteste Aufenthaltsland.


Nicht nur Männer und Familien bauen sich im Ausland eine neue Existenz auf, sondern auch Frauen. Véronique Hofmann ist eine von ihnen. Sie lebt in Beauvoisin, im Département Gard in Südfrankreich. Der Weg von der Vision über den Grundstückerwerb bis zum eigenen Betrieb im Land vom «Savoir-vivre» dauerte aber einige Zeit.   


Nicht bis zur Pensionierung unterrichten

Véronique Hofmann wurde als Bauerntochter in Worb BE geboren. Am staatlichen Hauswirtschaftslehrerinnen-Seminar in Bern machte sie ihr Studium und schloss es als patentierte Hauswirtschaftslehrerin ab. Danach unterrichtet sie an verschiedenen bernischen Schulen. Hauswirtschaft und Textiles Werken waren damals die Fächer, die Véronique Hofmann der Jugend  beizubringen versuchte. Für sie war aber sehr schnell klar, dass sie nicht bis zur Pensionierung in einer Schulstube oder Schulküche stehen wollte.

Ihre Vision war, möglichst selbständig zu werden und vor allem etwas ganz anderes zu machen, als täglich zu unterrichten. Dazu setzte sie sich als Zeitplan, dass ihr Vorhaben vor dem fünfzigsten Altersjahr verwirklicht werden sollte. Frankreich und besonders der Süden war immer eine Traumferiendestination von Véronique Hofmann gewesen. So konnte sie sich auch sehr gut vorstellen, in diesem Land zu leben.


Vor über zwölf Jahren begann sie in den Ferien, die sie jeweils in der Provence und der Camargue verbrachte, nach geeigneten Objekten zu suchen. Mehr als zwei Jahre dauerte es, bis sie im kleinen Dorf Beauvoisin das richtige Haus fand.


Zuerst musste umfassend renoviert werden

Das über 200-jährige Vigneron-Haus mit seinen alten Mauern, einem gediegenen Innenhof mit prächtigem Feigenbaum  wurde zum Herzstück der auswanderungsfreudigen Schwei-  zerin. «Zuerst hatte ich in Aigues-Mortes ein kleineres Haus gekauft, das aber nicht meinen Ansprüchen entsprach. Ich konnte es dann aber sofort wieder abstossen. Dieser Kauf war vor allem, damit ich als Frau mit meiner Absicht eine neue Existenz aufzubauen, ernst genommen wurde», hält Véronique Hofmann rückblickend fest.


Waren zuerst noch Zweifel, ob sie den richtigen Weg eingeschlagen hatte, verschwanden diese mit dem Erwerb des grossen Eckhauses definitiv. Das kleine Problem war jetzt, dass die Neuerwerbung eine halbe Ruine war. Zum Glück hat Véronique Hofmann aber im Ehepaar Dora und Peter Brunner sehr gute Freunde, die ihr damals ihre Hilfe anboten. Er übernahm als pensionierter Bauingenieur vor Ort die Bauleitung, derweil die Hauswirtschaftslehrerin noch in der Schweiz unterrichtete.


Viele Handwerkerstunden und grosse Eigenleistungen von den drei Personen wurden erbracht, bis «Le Figuier» in seinem Glanz erstrahlte.

Ein Ort mit vielen Ausflugsmöglichkeiten

Mit fünf komfortablen Doppelzimmern (alle ausgestattet mit Dusche und WC), einem geräumigen Atelier, einer praktisch eingerichteten Küche, den nötigen Nebenräumen und dem grosszügigen Innenhof war die Vision von Véronique Hofmann mit dem «Table d’Hôte chez Véronique» Wirklichkeit geworden.


«Es war ein guter Entscheid, und ich schätze meine Selbstständigkeit sehr. Ebenfalls komme ich mit sehr vielen verschiedenen Menschen zusammen, was die Arbeit immer spannend macht. Ich bin so auch immer über die Neuigkeiten aus der alten Heimat informiert», stellt Véronique 
Hofmann fest. Vor allem Feriengäste aus der Schweiz nutzen

das Angebot und geniessen erholsame Ferientage bei angenehmen Temperaturen im Süden.


«Le Figuier» ist ein idealer Ausgangspunkt, um die schönen Strände Südfrankreichs zu entdecken. Ebenfalls locken Ausritte, Velotouren oder Wande
rungen in der weiten Ebene der Camargue. Kunst und Kultur wird in den nahen Städten 
Nîmes, Arles, Avignon, Aigues-Mortes, Saintes Maries de la Mer und Montpellier geboten.


Gute Gespräche und wertvolle Kontakte

Véronique Hofmann ist es wichtig, ihren Gästen auch kulinarisch etwas Spezielles zu bieten. So gehören die Feigenkonfitüre, frisches Müesli, Käse und Charcuterie traditionell zum Frühstücksbuffet. Zum Nachtessen kocht die passionierte Köchin vorwiegend mit saisonalen und regionalen Produkten. «Es ist für alle Gäste immer ein besonderes Erlebnis, zusammen am grossen Tisch zu sitzen und das Essen zu geniessen. «Zahlreiche wertvolle Kontakte und gute Gespräche entstehen so», erklärt die Auslandschweizerin.


Sie ist überzeugt, in ihrem Leben den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Auch wenn bei ihr das «Savoir-vivre» viel Arbeit bedeutet, oder die legere Haltung von Behörden und Handwerkern auch auf «den Geist» gehen kann. Der schöne Feigenbaum ist aber immer noch das Prunkstück im Garten von Véronique Hofmann in Beauvoisin, unter dessen Schatten es sich immer verweilen lässt.


Die Erfahrungen von Véronique Hofmann sind nur einige von vielen tausenden. Immer wieder suchen Schweizerinnen und Schweizer, ihre neue Existenz im Ausland aufzubauen. Diverse Chancen werden auch in anderen Ländern geboten, sicher ist, Arbeit wartet überall.


Barbara Heiniger

Mehr Infos unter www.lefiguier.ch

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