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Zentralschweiz
Publiziert: 29.06.2018 / 11:07
Tadellose Tomaten vor Vernichtung gerettet

Im Lorraineladen (Lola) wurden am Donnerstag 3,5 Tonnen Schweizer Bio-Rispentomaten verkauft, die ohne das Eingreifen der Vereine Grassrooted und bioloco in der Biogasanlage gelandet wären. Heute Freitag sollen weitere vier Tonnen in den Verkauf.

Vor dem LOLA Lorraineladen in Bern türmen sich zusammengeklappte, grüne Gemüsekisten: Das Überbleibsel der gestrigen Grossverkaufsaktion. 3,5 Tonnen tadellose Bio-Rispentomaten, die in der Schweiz produziert wurden, konnten an den Konsumenten gebracht werden.

Überproduktion eines Bio-Betriebes

Die Ware stammt von einen Bio-Bauern, der anonym bleiben will. Gegenüber „20 Minuten" berichtete des Verkaufsleiter dessen Betriebes: „Es handelt sich um Tomaten, die aufgrund ihrer schlechten Haltbarkeit für den Verkauf nicht mehr in Frage kommen." Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Ware zu schnell schimmle. Insgesamt hat der Betrieb eine Überproduktion von 30 Tonnen Tomaten zu verbuchen, was so zum ersten Mal vorgefallen sei.

Groses Nachfrage

Heute Freitag werden ab 13.00 Uhr weitere vier Tonnen dieser Tomaten im Lola, einem Unternehmen der Stiftung Contact Arbeit, angeboten. Der Betreiber des Geschäfts, Daniel König, berichtet von einem gewaltigen Echo: „Wir haben mehrseitige Listen an Kundenanfragen."

König sieht allerdings auch die Kehrseite der Medaille: Er hoffe nicht, dass nun die Nachfrage in den Grossverteilern einbreche. Sonst würde dort die erstklassige Ware liegenbleiben und folglich entsorgt, was letztlich nicht Sinn der Aktion sei.

Kein Einzelfall

Wie König erzählt, ist dies nicht der erste Fall von Foodwaste, der gerade noch verhindert werden konnte. Auch Schweizer Spargeln und kleinere Tomaten aus Sizilien, die andernfalls entsorgt worden wären, habe er in seinem Laden schon verkaufen können. Ohne diese Aktion wären die Produzenten der sizilianischen Tomaten auf Produktions-, Transport- und Entsorgungskosten sitzengeblieben.

Doch was kann man tun, um die Lebensmittelverschwendung in Zukunft zu verhindern? Dazu hatte König heute Morgen einen Einfall unter der Dusche: "Es braucht eine Plattform, auf welcher sich Produzent und Konsument ohne Zwischenhändler treffen. So könnten überschüssige Lebensmittel direkt verkauft werden."

dmo

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