Michael Brönnimann ist seit Dezember neuer Geschäftsführer des Trägervereins Projekt Regionale Entwicklung (PRE) Bio-Gemüse Seeland. «Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bio-Lebensmittel- und Naturkostbereich sowie einem ausgeprägten unternehmerischen Verständnis, soll er das Projekt in die nächste Entwicklungsphase führen», teilte der Verein kürzlich mit. Die BauernZeitung hat ihn zu seinem neuen Aufgabengebiet befragt.
Michael Brönnimann, Sie sind neuer Geschäftsführer des PRE Bio-Gemüse Seeland. Worin liegt Ihr Hauptaugenmerk?
Michael Brönnimann: Mein Hauptaugenmerk liegt aktuell auf einer fundierten Standortbestimmung. Nach meiner kurzen Zeit im Amt ist es mir wichtig, die bestehenden Strukturen, Teilprojekte und Partnerschaften sorgfältig zu verstehen, bevor Entscheidungen getroffen werden. Parallel dazu steht für mich der Dialog mit Produzent(innen), Projektpartnern sowie den beteiligten Organisationen im Zentrum. Ziel ist es, das PRE Bio-Gemüse Seeland langfristig wirksam, koordiniert und tragfähig weiterzuentwickeln.
In der Medienmitteilung heisst es unter anderem, dass Sie neue Impulse setzen wollen. Können Sie konkrete Beispiele nennen, wie das aussehen könnte, oder was neu geplant ist?
Nach einem Monat im Amt geht es weniger um fertige Massnahmen, als um klare Stossrichtungen. Neue Impulse sehe ich insbesondere in einer stärkeren Abstimmung zwischen den Teilprojekten, in klareren Rollen und Verantwortlichkeiten sowie in einer konsequenten Ausrichtung auf den effektiven Nutzen für die Produzentinnen und Produzenten. Gleichzeitig möchte ich bestehende Initiativen weiterdenken, statt sie grundsätzlich neu aufzusetzen.
Das PRE ist offiziell Ende 2021 gestartet. Wie beurteilen Sie bislang den Erfolg des Projekts? Gibt es Teilbereiche, die besser funktionieren als andere?
Das PRE ist ein komplexes Projekt mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Entwicklungsgeschwindigkeiten. Es gibt Bereiche, in denen wichtige Grundlagen geschaffen wurden, etwa in der Vernetzung und im Aufbau von Strukturen. Gleichzeitig zeigen sich auch Bereiche, die in der weiteren Projektentwicklung eine Nachschärfung benötigen. Nach meiner Einschätzung befindet sich das Projekt aktuell nicht mehr in einer Startphase, aber auch noch nicht in einer eigentlichen Abschlussphase, sondern in einer Konsolidierungs- und Schärfungsphase.
Wie haben sich die beiden Teilbereiche Inno-Plattform Bio und die Vermarktungsplattform «mercato bio:logique» entwickelt? Laufen diese Bereiche zufriedenstellend oder nicht?
Die beiden Teilbereiche verfolgen unterschiedliche Logiken und Zielsetzungen. Die Inno-Plattform Bio bewegt sich stark im Bereich Wissensaufbau, Beratung und Innovation, während «mercato bio:logique» marktnah und unternehmerisch funktioniert. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Herausforderungen. Beide Bereiche haben wertvolle Arbeit geleistet, stehen aber – wie viele Projekte dieser Art – vor der Aufgabe, ihre Rolle und Wirkung weiter zu schärfen.
Das PRE ist auf sechs Jahre befristet und läuft Ende 2027 aus. Wie geht es danach weiter?
Die Befristung bis 2027 ist bewusst gesetzt und verlangt, dass wir uns frühzeitig mit der Zeit danach auseinandersetzen. Mein Fokus liegt darauf, gemeinsam mit der Trägerschaft und den Partnern Perspektiven zu entwickeln, wie erfolgreiche Elemente langfristig weitergeführt werden können. Ob und in welcher Form dies geschieht, wird Teil eines strukturierten Prozesses sein und nicht vorschnell festgelegt.
Zur Umsetzung fliessen öffentliche Gelder. Das Projekt soll langfristig eigenständig und wirtschaftlich tragfähig positioniert werden, heisst es ebenfalls in der Mitteilung. Wie genau finanziert sich das PRE? Können Sie konkrete Umsatzzahlen nennen?
Das PRE Bio-Gemüse Seeland wird während der Projektlaufzeit durch Beiträge von Bund und Kanton sowie durch eigene Leistungen und Einnahmen innerhalb der Teilprojekte finanziert. Ziel ist es, die wirtschaftliche Eigenständigkeit schrittweise zu stärken. Konkrete Umsatzzahlen gehören jedoch in die Berichterstattung gegenüber der Trägerschaft und den Förderstellen und sind nicht Teil der öffentlichen Kommunikation.