Das Lohnunternehmen von Gaby und Franz Müller ist kontinuierlich gewachsen. Einerseits gilt Müller in der Branche als innovativ, beim Beschaffen und Anbieten von neuen Maschinen mit den Dienstleistungen dazu. Und andererseits liegt das Unternehmen mit dem 16,5 ha LN umfassenden Landwirtschaftsbetrieb am richtigen Ort. Denn der Treiber für die Nachfrage seien häufig neue Verordnungen, vor allem beim Thema Gülle und natürlich in Müllers Wohnkanton Luzern. Weiter beobachtet er vor allem die Entwicklungen in Deutschland und den Niederlanden, die uns meist «um Jahre voraus sind».

Quaderballen ab Heustock pressen im Tessin

Bereits sein Vater beschaffte sich vor rund 50 Jahren einen Maishäcksler. Franz Müller bot später auch Grashäckseln an und handelte mit Raufutter «im kleinen Stil», wie er es nennt. Als einer der Ersten schaffte er sich dann eine grosse Quaderballen-Presse an, schaffte damit Platz auf Heustöcken in der halben Schweiz. Sogar im Tessin war man unterwegs. [IMG 2]

«Das grosse Sprungbrett für die Lohnarbeiten auf meinen Betrieb waren dann die Gülleverträge», beschreibt er die Betriebsentwicklung. Müller setzte früh auf die Feldrand-Verschlauchung. Fuhr also mit Fässern – anfänglich noch in der Grösse von 14 m³ – an den Parzellenrand, häufig in angrenzenden Regionen mit weniger Nutztieren als in Hohenrain, und brachte die Gülle per Schleppschlauch aus.

Im Hintergrund kümmerte sich Gaby Müller um die Administration, vermittelte die Gülle und erfasste für die Kunden die Lieferungen elektronisch auf der Plattform «Hoduflu». Bald folgte der Kauf eines 24-m³-Fasses. Nun hatte man eine G
üllekolonne im Angebot und traf damit voll ins Schwarze, bzw. hatte die schlagkräftige Lösung für die Herausforderungen vieler Landwirte in der Region.

Rund um die Gülle hat der Maschinenbetrieb Müller heute folgendes Angebot: 
- 12 m Schleppschlauch und 12 m Schleppschuh mit GPS, Durchflusszähler und Transportschlauchentleerung durch Kompressor

- 2 LKW, 80 km/h mit Sattelschlepper, 27 m³ für Flüssigtransporte ab Feldrand oder Grube

- Joskin Fass 24 m³ mit integrierter Weitwurfdüse für Flüssigtransporte ab Feldrand oder Grube

- Mobiler Gülleseparator, 5M 300, Drehkolbenpumpe mit 2 bar Druck zur Abfuhr der Flüssigphase, eigener Stromversorgung und Schlauchmaterial mit 14 m Saugschlauch und 70 m Druckschlauch

Beim Schleppschuh bleibt anzufügen, dass dieser nach einjähriger Lieferfrist erst Anfang November auf dem Betrieb eingetroffen ist und erst noch an die Bedürfnisse des Tüftlers Müller angepasst werden muss. «Die Steuerung haben wir, jedoch gibt es Verzögerungen mit der Programmierung», präzisiert er. Kein zusätzlicher Treiber für Aufträge war das frühe Luzerner Schleppschlauch-Obligatorium. Vor allem bei grösseren Betrieben und solchen, die kürzlich investiert hatten, war dies bereits Standard bzw. Pflicht zwecks Reduktion von Emissionen.

Mit den beiden Lastwagen haben sich Müllers heute eher auf die grossen Mengen spezialisiert. «Für kleinere Mengen und Parzellen fährt man mit normalen Fässern besser», sagt er bei Anfragen unumwunden. Wegen der gestiegenen Preise beim Mineraldünger ist der Hofdünger beliebt. Dass Abnehmer sich aber an den Kosten beteiligten, sei in seiner Region noch kaum der Fall, so Lohnunternehmer und Landwirt Müller.

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Maschinenbetrieb Müller
Familie: Franz und Gaby Müller, 3 Kinder zwischen 12 und 17 Jahren
LN: 16,5 ha LN
Kulturen: Grünland, Mais, Getreide, Kartoffeln
Tierbestand: 450 Mastschweineplätze, IPS, computergesteuerte Flüssigfütterung
Lohnunternehmen: Güllen, Gras und Mais Häckseln, Pressen (Grassilage, Heu und Stroh ab Feld, Heu ab Stock), Gülleseparation, Raufutter- und Stohhandel
Arbeitskräfte: Gaby und Franz Müller, 3 Festangestellte, während der Saison bis zu 10 Fahrer
mueller-maschinenbetrieb.ch

Wer güllt, steht heute unter Beobachtung

DossierLandtechnikAgrama 2022Freitag, 18. November 2022 Dabei gab es andere Entwicklungen in den vergangenen Jahren. Die Gesellschaft reagiere sensibel beim Thema Gülle. Das beginne bereits mit der Zufahrt an den Parzellenrand, wo kaum mehr toleriert werde, wenn Wege oder Strassen deswegen schlechter passierbar seien. Und viele hätten eine feine Nase. Diesbezüglich mache man, was man könne, so Müller, und nehme Rücksicht, so gut es gehe.

Und dann brauche es immer wieder Gespräche. Sauberes Arbeiten sei selbstverständlich. Eine Pfütze mit Gülle am Wegrand etwa werde nicht mehr toleriert. Auch schon habe er Aufträge abgelehnt, weil etwa die Witterung nicht ideal war. Und wie bei den meisten grösseren Lohnunternehmen beobachten die Behörden raumplanerische Aspekte und die Entwicklung des Betriebszweigs auf dem Landwirtschaftsbetrieb Müller in Hohenrain mit Argusaugen.

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Separatoren im Trend
Dicke Gülle ist heute auf vielen Betrieben eine Herausforderung. Herkommend von den Laufställen mit der Einstreu der Boxen, bleibt sie schwierig, auch mit dem Schleppschlauch, der dicke Gülle zu «Madli» ablegt mit allen bekannten Auswirkungen auf Grasnarbe und Futterverschmutzung. Verdünnen ist aus Platzgründen oder wegen fehlender Niederschläge teils schwierig. Entsprechend liegt das Separieren von Gülle im Trend. Müllers sind in der Region Zentralschweiz wohl der grösste Anbieter.

Die ganze mobile Technik dazu – bedient von einer Fachkraft – wird per Lastwagen angeliefert. Beim Separieren wird die Gülle in Feststoff und Dünngülle getrennt. Während die Gülle mit den leicht verfügbaren Nährstoffen meist im Grünland zum Einsatz kommt, ist der feste Anteil ein Fall für den Mistzetter; idealerweise im Ackerbau eingesetzt oder auch als Einstreu. Die mobile Anlage von Müllers mit den fünf Seperatoren und zwischen 120 und 150 m³ Gülledurchfluss pro Stunde kostet gegen eine halbe Million Franken.