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Tinnitus: Leben mit einem Pfeifen im Ohr

Zirka jede siebte Person in der Schweiz lebt mit einem Tinnitus. Landwirt Markus Basler erzählt, wie er mit seinem Tinnitus lebt. Das Gehör schützen hilft, denn gerade in der Landwirtschaft gibt es viele Lärmquellen.


In der Schweiz gibt es kein offizielles Register, das Tinnitus-Betroffene erfasst. Man geht jedoch davon aus, dass ungefähr 15 Prozent oder 1,26 Millionen Schweizerinnen und Schweizer damit leben. 

Das Gehör schützen

Der Tinnitus äussert sich als Geräusch im Ohr und ist Folge eines Gehörverlusts (siehe Box). Gerade in der Landwirtschaft gibt es viele Lärmquellen, die das Gehör schädigen können: Laubbläser, Motorsäge, Häcksler, … Ab 85 Dezibel (dB(A)) ist ein Lärm gehörschädigend. Als Faustregel gilt: Wenn man sich auf einen Meter kaum mehr in normaler Lautstärke verständigen kann, liegt der Lärmpegel über 85 dB(A). 

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) hat Informationen zum Thema und diverse Modelle von Gehörschützen an Lager. Es zeichne sich ein Generationenwechsel ab, heisst es von Seite BUL, jüngere Leute seien auf das Thema sensibilisiert und würden von sich aus einen Gehörschutz tragen. Bei einem Geräte- oder Maschinenkauf solle man die Lautstärke als Faktor mitberücksichtigen.

Tinnitus

Tinnitus ist ein Hörgeräusch, das keiner äusseren Schallquelle zugeordnet werden kann. Die Ursachen dafür sind nicht abschliessend erforscht, man geht davon aus, dass er eine Folge eines Gehörverlusts ist. Ursache dafür können sein: Ohrenentzündung, Lärm, Knalltrauma oder Stress. Tinnitus ist nicht therapierbar. 

Weitere Informationen und kostenlose Veranstaltung «Tinnitus – und jetzt?» am 3. März in Zürich:
www.pro-audito.ch

Eine Liste mit Tinnitus-Selbsthilfegruppen:
www.tinnitus-liga.ch 

Mit Tinnitus leben lernen

Tinnitus ist nicht therapierbar. Wer ein anhaltendes Pfeifen im Ohr hat, sollte möglichst rasch einen Arzt aufsuchen. Man muss damit leben lernen. Einigen Personen fällt das leichter (siehe Nachgefragt mit Markus Basler), andere wiederum kann es bis zu Selbstmordgedanken treiben. Für solche Personen gibt es Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen.

«Ich trage konsequent Gehörschutz»

Markus Basler, was löste Ihren Tinnitus aus?

Markus Basler: In jungen Jahren war es manchmal recht laut (lacht). Ich hatte Hobbies, da ging ab und zu ein Knall los. Wann und weshalb das genau mit dem Pfeifen losging, daran kann ich mich aber nicht mehr so genau erinnern.

Ihr Tinnitus ist ein Pfeifen?

Ja, ein hoher, konstanter Ton.

Schützen Sie Ihr Gehör besser, seit Sie Tinnitus haben?

Ich trage Gehörschutz, und zwar von bester Qualität. Standardmässig hat es bei mir auf jedem Traktor oder an Orten, wo es laut ist, einen Gehörschutz: Je mehr Lärm, desto lauter wird das Pfeifen.

Was war Ihre erste Anlaufstelle, bei der Sie sich gemeldet haben, und wie wurden Sie therapiert?

Ich war beim Doktor und der sagte: «Es ist Tinnitus.» Eine Therapie gab es keine. Ich habe viel über das Thema gelesen. 

Wie leben Sie mit Tinnitus?

Ich fühle mich durch den Tinnitus behindert, aber ich kann mit ihm umgehen. Ich kann gut schlafen und gut abschalten. Ich trage auf dem Traktor konsequent Gehörschutz, auch in modernen, die sehr ruhig sind. Gehe ich an ein Konzert, werden von Beginn an Ohrstöpsel montiert. 

Gewisse Dinge höre ich nicht: feine Töne mit ähnlicher Tonlage wie mein Tinnitus. Tagsüber ist man abgelenkt und die Umgebungsgeräusche übertönen ihn. So richtig laut ist der Tinnitus an Orten, wo es still ist. Es geht nicht darum, was man hört, sondern wie man sich mit seinem Tinnitus arrangieren.

Erzählt man sich unter Kollegen, dass man Tinnitus hat?

Ich weiss von zwei, drei anderen im Dorf. Wenn  das Thema zur Sprache kommt, sagt plötzlich der ein oder andere, dass er Tinnitus habe. Aber es ist nicht regelmässig Thema.

Zur Person

Markus Basler, Landwirt aus Zeihen, AG hat seit seiner Lehre einen Tinnitus.

 

(Bild zVg)

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