19 Pferdebetriebe hatte Projektleiter Thomas Frei gemeinsam mit seinem dreiköpfigen Expertenteam für die diesjährige Gütesiegelvergabe besucht und auf artgerechte und innovative Stallkonzepte untersucht.
Hohes Niveau wurde sogar übertroffen
Allerdings handelte es sich nur bei acht Ställen um Neuzertifizierungen, die elf übrigen Betriebe wünschten eine Rezertifizierung. Diese kann neu alle zwei Jahre eingeholt werden und macht durchaus Sinn, findet Thomas Frei: «Ist der Stall an einen anderen Besitzer übergegangen oder wurden bauliche Massnahmen getroffen, kann sich vieles verändern – zum Guten oder zum Schlechten.»
Bei allen angemeldeten Pferdeställen war das Erstere der Fall. Thomas Frei resümierte in seiner Ansprache, dass das hohe Niveau ausnahmslos nicht nur gehalten, sondern sogar noch verbessert wurde.
Auch die acht neuen Ställe, die sich für die Auszeichnung bewarben, vermochten zu überzeugen. Bei der Stallbewertung erreichten alle Betriebe die geforderten 80 Prozent der maximalen Punktzahl. «Heute ist es die Norm, dass allen angemeldeten Pferdeställen eine Plakette überreicht werden kann. In den ersten Jahren mussten wir jeweils einige Betriebe zurückweisen», erinnert sich Thomas Frei.
Tipps für eine harmonische Stallgemeinschaft
Vor dem feierlichen Akt der Plakettenvergabe stieg Luisa Achermann auf die Bühne. Die Fachspezialistin Tierhaltung mit Fokus auf Pferde vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg (AG) hielt ein praxisbezogenes Inputreferat.
Unter dem Titel: «Neuer Pensionär: Eine Checkliste für den Stallbesuch», zeigte sie auf, welche Informationen der Stallbetreiber und der zukünftige Pensionär austauschen sollten, damit abgewogen werden kann, ob das Angebot des Betriebes und die Ansprüche des Pferdes und seines Besitzers übereinstimmen.
Schliesslich sollen nicht nur die Bedürfnisse der Vierbeiner, sondern auch die der Zweibeiner abgedeckt werden. «Wenn die Pferde zufrieden sind, sind es auch die Kunden und wir als Betriebsleiter können ohne Bauchkrämpfe in den Stall», resümiert die junge Fachfrau.
Mut für Absagen finden
Beim Stallrundgang rät Luisa Achermann deshalb, nicht nur auf das Stallmanagement und die Infrastruktur einzugehen, sondern auch Angaben zum Pferd bezüglich aktueller Haltungsform oder Gesundheitsstatus einzufordern und von der Besitzerin Informationen zu ihrer Stallroutine, dem Grund für den Stallwechsel und ihrer finanziellen Situation zu erfragen.
«Wenn das Bauchgefühl nicht stimmt, rate ich, Referenzen einzuholen und auch mal den Mut für eine Absage zu finden», gibt Luisa Achermann den Stallbesitzern mit auf den Weg.
Neuanfang mit der HAFL und Pro Pferd
Als der mittägliche Duft von Älplermagronen und Thai-Curry in immer kräftigeren Wellen ins Zelt schwappte, war für Thomas Frei der Moment gekommen, Abschied zu nehmen. Nun stand das letzte Mal bevor, in dem er die Plaketten den stolzen Stallbesitzern in die Hände drücken durfte.
Sie wurden ausgezeichnet
Ab nächstem Jahr werden der Fachbereich Pferdewissenschaften der HAFL und die Stiftung Pro Pferd den Lead von «Der Gute Stall» übernehmen. «Mir war es eine enorme Freude, diese Beispiele von artgerechter Pferdehaltung und ‑betreuung nach aussen zu tragen», erklärte der Juryvorsteher und nahm die Liste mit den prämierten Betrieben zur Hand. Darauf waren notiert:
Neu ausgezeichnete Pferdeställe:
Greenranch in 5034 Suhr
Pferdestall Balankamatt in 6462 Seedorf
Pensionsstall Naturwirt in 9473 Gams
Hof Neuguet in 8132 Hinteregg
Aktivstall C&S Berger in 3204 Rosshäusern
Stall Stegacker in 8524 Buch
Pferdenase in 6252 Dagmersellen
Gruberhof in 8225 Siblingen
Rezertifizierte Pferdeställe:
Freilaufstall Frohwies in 8553 Mettendorf
Aktivstall Bieri in 3116 Mühledorf
Aktivstall Isehof in 8460 Marthalen
Islandpferdehof Olnbogi in 8717 Benken
Jürg Flückiger in 3465 Dürrenroth
Le Petit Paradis Puidoux in 1070 Puidoux
Pferdealtersweide Valendas in 7172 Valendas
Alters-, Reha- und Ferienweide Fichtenhof in 4242 Laufen
Eschterhof in 8187 Weiach
Pferdepension Rupp in 3617 Fahrni
Stall Müllern in 6418 Rothenturm
Innovationspreis:
Aktivstall Isehof in 8460 Marthalen für den eigens für das Seniorenpony mit speziellen Futterbedürfnissen eingerichteten Futterplatz, der über eine Schleuse mit Chip erreichbar ist.