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Studie zur Trinkwasser-Initiative: Agroscope stellt Einfluss des SBV klar

Es war nur ein Satz in der Agroscope-Studie, der nicht klar formuliert war. Trotzdem entbrannte eine kurze Diskussion auf Twitter darüber, ob er stimmt oder nicht. Das Resultat: eine Stellungnahme von Agroscope.


Publiziert: 17.06.2019 / 20:11

*Der ursprüngliche Titel (Agroscope krebst zurück - und der SBV redet sich klein) wurde geändert, da er irreführend war. Sachlich richtig ist, dass es im Verlauf der Erstellung der Studie zum Austausch zwischen dem SBV und der Agroscope gekommen ist, bei denen es nicht um die Entwicklung von zusätzlichen Szenarien ging. Der SBV hat nie zusätzliche Szenarien verlangt.  

Vergangenen Donnerstag hat die Agroscope eine Studie zu den möglichen Auswirkungen der Trinkwasser-Initiative veröffentlicht. Die Studie legt nahe, dass durch eine Annahme der Initiative die produktivsten Landwirte aus dem ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) aussteigen und ihre Produktion intensivieren würden.

SBV betont Unabhängigkeit

Grundlage für diese Schlussfolgerungen waren Modellrechnungen anhand von 18 möglichen Szenarien, die Agroscope unter anderem mit der Unterstützung einer Begleitgruppe definiert und durchgerechnet hatte. Wenig überraschend ist nach der Publikation der Resultate Kritik an den gewählten Annahmen laut geworden. So kritisierten etwa die Befürworter, dass die Hälfte der Szenarien schlicht nichts mit der Realität zu tun haben; diese würden von der Annahme ausgehen, dass durch die Trinkwasser-Initiative frei werdende Direktzahlungen nicht in andere Programme umgelagert werden würden. Als fern jeglicher politischer Diskussion bezeichneten Umweltverbände diese Szenarien und kritisierten, dass sie nur auf Druck des Schweizerischen Bauernverbandes eingebracht worden sind.

Eine entsprechende Formulierung ist in der Studie auf Seite 124 zu finden: dort schreibt Pro Natura, dass diese Annahme „im Nachhinein auf Wunsch des Bauernverbandes“ aufgenommen worden sei. Ein Journalist der NZZ hat das gesehen und in einem Beitrag zur Kritik an der Studie erwähnt. In einer ersten Reaktion über den Kurznachrichtendienst Twitter (hier gehts zur gesamten Diskussion) dementiert der Bauernverband am Freitag, überhaupt Einfluss auf die Anzahl Szenarien in der Studie genommen zu haben. Der SBV warf dann am Montag der NZZ gar vor, schlecht recherchiert zu haben.

NZZ-Journalist Christof Forster betonte daraufhin, dass die zusätzlichen Szenarien, nach einer Diskussion „mit Vertretern des Bauernverbandes von Agroscope in die Studie aufgenommen“ wurden. Der SBV dementierte dies mit klaren Worten erneut: „Diese Aussage ist falsch. Wir hatten kein Treffen zu irgendwelchen Szenarien. Es lief alles über die Begleitgruppe . (sic!)“

Agroscope nimmt Stellung

Forster wies in seiner Antwort darauf hin, dass er die Auskunft von Agroscope schriftlich erhalten habe, der SBV forderte darob von Agroscope eine Stellungnahme. Und diese lieferte am Montagnachmittag eine entsprechende Meldung und stellte klar, dass es zu keinen spezifischen Treffen „zwischen SBV und Agroscope zur Szenariendiskussion für die Folgeabschätzung gab.

SBV hat auf Fragen aufmerksam gemacht

Tatsache ist aber auch, dass der SBV zu einem Treffen mit Agroscope eingeladen hat. Wie nämlich Agroscope schreibt, kam es im Sommer 2018 zu einer Sitzung, zu der der SBV eingeladen hat. Damals ging es um eine Diskussion der Datenbasis „im Kontext der HAFL-Studie.“ In dieser untersuchten die Agrarökonomen der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften im Auftrag des Bauernverbandes die einzelbetrieblichen Auswirkungen einer möglichen Annahme der Trinkwasser-Initiative. Der SBV betont, dass er nie zusätzliche Szenarien in der Agroscope-Studie verlangt hatte.

Wie es in der Stellungnahme weiter heisst, habe die wissenschaftliche Diskussion gezeigt, „dass die Frage der Umverteilung und deren Wirkung auf die Einkommen in der Landwirtschaft mit der von der Begleitgruppe diskutierten Szenarien nicht beantwortet werden könnten. Agroscope erachtete die Frage als wissenschaftlich relevant. Deshalb wurden zusätzliche Szenarien mit und ohne Umverteilung aufgenommen.“ Demnach war es Agroscope, die eine zusätzliche Fragestellung aufnahm - unabhängig von den unterschiedlichen Interessen, die innerhalb der Begleitgruppe vertreten wurden.

Die Szenarien sind daraufhin von der Begleitgruppe nicht weiter kritisiert worden; die Anträge von Vision Landwirtschaft wurden abgelehnt, da die Berechnungen für die Studie zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen waren, schreibt Agroscope weiter.

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