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Während an einem Standort von einem «guten Jahr» gesprochen wird, ist anderswo das Gegenteil der Fall

Die Dauerbrenner Schnitthöhe, Schnittzeitpunkt, Ungräser und Weidesystem waren Bestandteil der diesjährigen AGFF-Tagung im st.-gallischen Benken.

Wenn es auf den Herbst zugeht, werden die Tage kürzer und die Sonneneinstrahlung schwächer. So könne man ab September noch mit zwanzig Wachstumstagen bis zum Winter rechnen, wie im Rahmen der AGFF-Tagung in Benken (Kanton St. Gallen) ­prognostiziert wurde. Dies müsse auch im Futterbau mit der Fruchtfolge berücksichtigt ­werden.

So sollen die Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen vor einer Kunstwiesen-Ansaat eine Kultur wählen, die man früh erntet. Beim Mais – der ohnehin spät geerntet wird – könne es sich deshalb lohnen, eine frühe Sorte zu wählen, auch wenn diese in Qualität oder Ertrag schlechter abschneidet.

Eine pfluglose Neuansaat war geplant

An der Tagung wurde ein spärlich bewachsener Wiesenabschnitt vor den Augen der Teilnehmenden von einer Fräse bearbeitet. Vorgesehen war eine pfluglose Neuansaat der Wiese. Dabei sei eine langsame Bodenbearbeitung zum richtigen Zeitpunkt zentral. Nach der Aussaat müsse gut gewalzt und die Wiese später mit einem Säuberungsschnitt gepflegt werden. Zum Thema Naturwiese erzählte Landwirt Martin Eberhard von seinen Erfahrungen bei der Überführung von Kunstwiesen in Naturwiesen. Besonders geholfen hätte das Walzen nach der Saat und eine Anpassung der Nutzungshäufigkeit.

Cornel Stutz von Agroscope empfahl zudem, das italienische Raigras versamen zu lassen. Dies könne wirksamer sein als eine Übersaat. Angst vor grossen Verlusten von hochwertigem Futter müsse man nicht haben: «Es geht nur um einen Aufwuchs, den man für die Versamung länger stehen lassen muss und das ist auch nicht jedes Jahr nötig», so Stutz. Belohnt würde die Investition mit einer besseren Bestandeszusammensetzung. Trotzdem könne ab und zu auch eine Übersaat lohnend sein. Eine angemessene Düngung und die frühe und intensive Beweidung helfen ebenfalls.

Während an einem Standort von einem «guten Jahr» gesprochen wird, ist anderswo das Gegenteil der Fall
Auch der Bodendruck war Gegenstand der AGFF Tagung.

Die Schnitthöhe ist massgebend

Die Teilnehmenden versammeln sich vor vier kleinen Wiesenparzellen, in denen sich der Bestand in Höhe und Zusammensetzung unterscheidet. Gesät worden sei überall dasselbe. Jedoch sei die Schnitthöhe und die Zeit seit dem letzten Schnitt verschieden. «Einige Pflanzen wachsen auch bei starker Hitze schnell, andere nur noch langsam», erklärte Daniela Paul, die OK-Präsidentin der AGFF-Tagung.

Tiefes und häufiges Mähen verdränge die guten Futtergräser. Längere Abstände zwischen den Nutzungen und eine Schnitthöhe von acht statt drei Zentimeter können nach einigen Jahren sogar zu höheren Erträgen führen. Für die Gesamterträge von Naturwiesen seien mehr und standortspezifische Daten nötig, gibt Olivier Huguenin von Agroscope zu bedenken. «Ein gutes Jahr für einen Standort ist vielleicht ein schlechtes Jahr für einen anderen.»

Ein höherer Schnitt könne auch im Kampf gegen die Borstenhirse helfen. Die erwünschten Gräser blieben so konkurrenzstärker, während die Schnitthöhe einen kleineren Einfluss auf das Ungras habe. Insgesamt sei die Förderung einer dichten Grasnarbe (beispielsweise mithilfe einer Übersaat und hohem Weissklee-Anteil) der Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung. Die chemische Bekämpfung sei bei der Borstenhirse nicht sinnvoll: Sie erschwere das Schliessen der Lücken, müsse häufig wiederholt werden und verliere dann die Wirkung.

Die Vollweide rentiert

Landwirt Thomas Schnider, der Betriebsleiter des Gastgeberhofs, erklärte begeistert, wie er seinen Hof mit Vollweide und saisonaler Abkalbung bewirtschaftet. So kann die Hitzebelastung reduziert werden und zufüttern muss Schnider kaum. Wichtiger als eine maximale Milchleistung ist ihm allerdings die Persistenz seiner Kühe.

Dank der geringen Kosten, die im Vollweidesystem mit der saisonalen Abkalbung anfallen, schneidet der Betrieb wirtschaftlich gut ab. Zudem profitiert er von den RAUS-Beiträgen, die nächstes Jahr erhöht werden. Welches Beweidungssystem das Beste ist, hängt vom Betrieb ab.

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