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Die Rübenproduzenten zeigen sich nicht zufrieden

Trotz finanzieller Unterstützung üben Produzenten Kritik aus. Sie bedauern, dass sich die Branche nicht für den Erhalt von Gaucho einsetze, geht aus der ersten Infoveranstaltung für Zuckerrübenpflanzer hervor.

Für den Zuckerrübenanbau sieht es nicht mehr allzu schlecht aus. Es bestünden Lichtblicke, sagt Josef Meyer, Präsident des Schweizerischen Verbands der Zuckerrübenpflanzer (SVZ), an einer Infoveranstaltung für Zuckerrübenpflanzer am Strickhof Wülflingen Anfang Dezember. Dies ist der Unterstützung durch das Parlament zu verdanken. Der Einzelkulturbeitrag mit 2100 Franken ist im Landwirtschaftsgesetz bis 2026 gesichert. Für Zuckerrüben, die nach den Anforderungen der biologischen Landwirtschaft oder der IP-Produktion angebaut werden, gibt es einen Zusatzbeitrag von 200 Franken. Als besonders wertvoll erachtet die Branche den Beibehalt des Grenzschutzes.

Bei weiteren Hilfsmassnahmen gebe es recht grosse Unterschiede, wie die einzelnen Kantone es regeln und hinter dem Anbau stehen. Die Förderung des extensiven Zuckerrübenanbaus mit Pflanzenschutzmittelverzicht, Nützlingsstreifen und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit präge die politische Situation im Anbau mit. Wenig begeistert sei die Branche über die Mitteilungspflicht für den Kauf von stickstoff- und phosphorhaltigen Düngern und Kraftfutter, betonte Meyer.

Beteiligung an Frachtkosten wird mit über 10 % Fremdbesatz gestrichen

In der Branchenvereinbarung 2022 wurde die Treueprämie gestrichen, es erfolgt die Umlagerung in Grund- und Richtpreis. Für A-Rüben wurde der Richtpreis um 5 Franken erhöht und auf Fr. 50.–/t festgesetzt, bei Biorüben auf Fr. 158.–/t. Im Grundpreis ist die Bio-Suisse-Labelprämie zur Förderung des Bioanbaus von Fr. 30.–/t eingerechnet. Diese Prämie ist bis mindestens 2024 gesichert. Unter anderem wurde für einen Fremdbesatz von über 12 Prozent ein Abzug von Fr. 0.50/t reine Rüben fest­gesetzt. Bei allen Übernahme­modellen wird die Beteiligung an den Frachtkosten für Lieferungen mit über 10 Prozent Fremdbesatz ersatzlos gestrichen.

Peter Imhof von der Schweizer Zucker AG (SZU) informierte, dass bei IP-Suisse eine Flächenausdehnung von 20 Prozent geplant ist. Schweizer Zucker sei gefragt, jetzt zähle man auf eine möglichst hohe Anbaubereitschaft für 2022. Die Aussichten am Markt seien gut. So erfolgte z. B. an der Zuckerbörse London innert Jahresfrist (Ende 2020 bis November 2021) eine Steigerung von 400 auf 500 Dollar für 100 kg. Zucker profitiere von der allgemeinen Verteuerung bei den Rohstoffen.

Abkehr von Gaucho

In der Podiumsdiskussion äusserten Guido Stäger, Direktor SZU, Josef Meyer und Luzi Schneider, SFZ, ihre Ansichten dazu, unter welchen Aspekten der einheimische Zuckerrübenanbau eine Zukunft hat. Generell stellten sie einen starken gesellschaftlichen und politischen Druck auf die Branche fest. Einige Landwirte meldeten sich zu Wort und übten u. a. Kritik daran, warum sich der SVZ nicht für den Beibehalt des Zuckerrüben-Beizmittels Gaucho einsetze. Meyer betonte, dass der SVZ hier nicht den politischen Weg einschlagen könne. Schneider entgegnete, dass ein Teil der Probleme durch den Wegfall von Gaucho durch neue Sorten (z. B. Xerus) und eine Förderung der guten Jugendentwicklung bewältigt werden könne.

Auf die immer wieder ge­äusserte Kritik an den Rüben­importen entgegnete Stäger: Wenn man eine höhere Aus­lastung hätte, wären diese kein Thema mehr. Meyer meinte, dass es gelinge, die Negativspirale (schlechte Preise in den letzten Jahren, Einbussen durch SBR) aufzuhalten: Grundsätzlich stünden für den Anbau viele Lampen auf Grün. Das Fazit der Diskussion: Die Pflanzer möchten Erlös aus den Produkten erzielen und nicht über die Direktzahlungen.

Themen im Jahr 2022

Fabian Brühwiler, Geschäftsführer der Genossenschaft Transportorganisation Frauenfeld (TO) und Maschinenring Ostschweiz, informierte, dass für die restliche Kampagne 2021 die Anfuhrplanung überarbeitet und mit den Rayonleitern abgesprochen wurde. Die vermutlich letzte Anfuhr erfolgt am18. Dezember, vielleicht mit Restmengen bis zum 20. Dezember.

Die Gewichtsobergrenzen werden ein Thema bleiben. Die Sensibilisierung der Fahrer ist wichtig und soll noch stärker gewichtet werden. 2022 sollen die Themen «sicherer Transport» sowie «die Bekämpfung des Erdmandelgrases» im Fokus stehen. Auch erfolgt die Umstellung weiterer Ringe auf die Farmpilot-App. ​Die TO Frauenfeld wird 2022 Gebietsbereinigungen vornehmen und versuchen, weitere Optimierungen und Kosteneinsparungen vorzunehmen.

Weitere Info-Anlässe

Die Schweizer Zuckerbranche wird nochmals zwei Anlässe zu den gleichen Themen durchführen: am 14. Dezember 2021 im Saalbau Kirchberg in der Neuhofstrasse 33 in 3422 Kirchberg sowie am 15. Dezember im Saal des Gemeindehauses, Post­strasse 13, 8552 Felben-Wellhausen TG. Beide Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.