Mutterkühe verkaufen sich in Brunegg gut

An der Fleischrinder-Auktion der Rassenklubs waren speziell Kühe mit Kälbern bei Fuss gesucht. Wiederum wurde online rege mitgeboten.

An der Fleischrinder-Auktion vom Freitag vor einer Woche war die Nachfrage nach Kühen mit Kälbern, Rindern, jungen Kühen und Absetzern gut. Von 49 angebotenen Stück versteigerte der Auktionator Urs Jaquemet 48 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 4460 Franken. Dieser Preis liegt ungefähr gleich hoch wie an der letzten Auktion vom November des letzten Jahres. Man stellte fest, dass die Nachfrage bei Kühen mit Kälbern deutlich besser war als bei Absetzern und trächtigen Rindern.

Online-Käufe beleben

Der Start der Auktion verlief etwas zäh, obwohl rund 150 Käufer in der Vianco-Arena in Brunegg AG sassen und 100 bis 120 Personen die Auktion online verfolgten. Im Lauf des Abends gingen immer öfter Angebote online ein, mehr als vor Ort. Inzwischen erweist sich die Hybrid-Auktion, in der Coronazeit aus Not geboren, als grosser Vorteil. Zum Start der Auktion bezeichnete Urs Jaquemet die Marktlage insbesondere bei den Labels Natura-Veal und bei den abgehenden Natura-Kühen als sehr gut. An der ­Angus-Auktion am Vortag seien 36 Tiere verkauft worden zu durchschnittlich 5030 Franken, wobei eine Kuh mehr als 9000 Franken galt.

7800 Franken Höchstpreis erzielt

So teuer wurden die Kühe am Freitag nicht. Immerhin 7800 Franken galt die bereits wieder trächtige Limousin-Kuh Bagiroux vom Züchter Christophe Meylan aus Villars-Bozon VD mitsamt dem 7-monatigen Jung­rind. Die grossformatige Kuh ist mit 91 Punkten in der Synthese beurteilt. 6200 Franken galt die Limousin-Kuh Bailla mit 3-wöchigem Munikalb aus dem gleichen Stall.

Bei den Simmental galt das hochträchtige, genetisch hornlose Rind Angelina vom Züchter Werner Berger aus Gunzgen AG 5400 Franken. Gar 5600 Franken galt die grossformatige Simmentalerkuh Patina vom Seehof von Fritz Bernhard, Urtenen-Schönbühl BE, mitsamt dem 70 kg schweren Munikalb. Von den 13 aufgeführten Tieren der Rasse Simmental fanden 12 einen Käufer zu 4775 Franken im Schnitt.

Die 28 Limousin wurden im Schnitt zu 4204 Franken verkauft. Zwei Charolais-Rinder galten 3000 und 4300 Franken. Sechs Aubrac-Kühe waren den Käufern im Schnitt 5517 Franken wert.

Rindfleischmarkt ist gesund

Dass die Auktion dermassen lebhaft verlief, hätte man nicht erwartet, denn vor allem in der Westschweiz und in Teilen des Mittellandes waren nach dem trockenen Sommer 2022 die Futtervorräte knapp. Aktuell weiden die Kühe in den tieferen Lagen bereits, was die Futterversorgung entspannt. Die Rindfleisch-Produzenten können zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die Nachfrage der wachsenden Schweizer Bevölkerung nach Fleisch wurde 2022 mit leicht steigender Inlandproduktion (+0,7 %), aber weniger Importen (–4,1 %) gedeckt. Mehr als 84 Prozent des 2022 gegessenen Rindfleisches stammte aus der Schweiz.