Man bezahle seinen Produzenten einen wettbewerbsfähigen Milchpreis, der im Durchschnitt rund 3 Rappen pro Kilo Milch über dem Vorjahresniveau liege, schreibt Cremo in einer Mitteilung zur schriftlich durchgeführten Generalversammlung. Trotzdem hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr mit einem Milchmangel zu kämpfen und konnte 7,6 Prozent weniger verarbeiten.

Umsatz stieg um 1,6 Millionen Franken

Über den erhöhten Zukauf von Halbfertigprodukte hat Cremo nach eigenen Angaben die Milchknappheit weitgehend kompensieren können und den Jahresumsatz 2020 im Vergleich zum Ergebnis von 2019 um 1,6 Millionen Franken auf 493,4 Millionen gesteigert. Auch der EBITDA habe sich positiv entwickelt, hier verzeichnet Cremo mit 19,2 Millionen ein Plus von einer halben Million Franken.

Finanziell trotz Jahresverlust gesund

Zwei Umstände führten dazu, dass für Cremo 2020 ein Jahresverlust resultiert:

  • Der pandemiebedingte Einbruch bei den Verkäufen über «Petits Cremiers» (v. a. im Gastro-, Kantinen- und Hotelleriebereich)
  • Die Amortisierung der neuen Produktionsanlagen am Standort Villars-sur-Glâne. Diese sollen die Abläufe des Unternehmens rationeller machen.

Zusammen mit den auf Finanzbeteiligungen vorgenommenen Wertberechtigungen resultiert ein Jahresverlust von 3,1 Millionen Franken, schreibt Cremo. Finanziell sei man aber gesund und konnte die Eigenkapitalquote sogar leicht erhöhen auf 57,1 Prozent. Ausserdem seien Schulden abgebaut worden. 

Wettbewerbsfähiger dank Standortschliessung

Im April war die Schliessung des Standorts im bernischen Steffisburg angekündigt worden. In der Mitteilung zur GV bezeichnet Cremo diesen Schritt als «wichtige Etappe im laufenden Optimierungs- und Rationalisierungsprozess». Damit sollten Produktionsüberkapazitäten abgebaut und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert werden. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung arbeiten an der künftigen Unternehmensstrategie. Das Ziel sei es, die Nachhaltigkeit von Cremo langfristig sicherzustellen.