Das Jahr 2021 war am Holzmarkt ein turbulentes Jahr. Dem niederschlagsreichen Jahresbeginn ist es zu verdanken, dass sich der Schweizer Wald von den beiden rekordtrockenen Sommern 2018 und 2019 erholen konnte. Diese beiden Jahre hatten einerseits zur Folge, dass die Trockenheit grosse Schäden im Wald angerichtet hat und andererseits, dass deswegen grosse Mengen an Schadholz anfielen, die den Preis für Holz aus Schweizer Wäldern weiter sinken liessen.
Holzprodukte für den Bau haben hingegen in diesem Jahr aufgrund der grossen internationalen Nachfrage Rekordpreise erzielt, teilweise hat sich deren Preis innert weniger Monate vervierfacht. Im Schweizer Wald sind diese Preissteigerungen aber kaum spürbar angekommen. Der Preis für Holz aus Schweizer Wäldern war bis Mitte diesen Jahres auf einem historischen Tief. Mehr als die Hälfte der Schweizer Forstbetriebe haben 2020 Defizite eingefahren. Dies haben die Erhebungen des forstlichen Testbetriebsnetzes ergeben, bei denen im Auftrag des Bundes 160 Forstbetriebe auf ihre Betriebsergebnisse analysiert wurden.

Aufgrund dieser besorgniserregenden Zahlen hat Wald Schweiz im April gefordert, dass der Holzpreis im Durchschnitt über alle Sortimente um mindestens einen Drittel steigen muss. Die Botschaft ist angekommen, auf Ende Jahr haben sich die Preise leicht erholt. Zudem hat Daniel Fässler, Präsident von Wald Schweiz, im Ständerat eine parlamentarische Initiative mit dem Titel «Preisempfehlungen auch für Holz aus Schweizer Wäldern» eingereicht. Diese soll sicherstellen, dass künftig Richtpreise für Schweizer Holz ausgegeben werden können. Das ist denn auch der grösste Wunsch der Schweizer Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer für das kommende Jahr: Ein Baum aus dem Schweizer Wald wird im Schnitt 30 bis 80 Jahre lang und damit über mehrere Generationen gepflegt, bis aus ihm der wertvolle einheimische Rohstoff Holz entsteht. Entsprechend müssen für den wertvollen einheimischen Rohstoff endlich wieder faire wirtschaftliche Preise bezahlt werden.

