Im vergangenen Jahr haben in der Schweiz 50'038 Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 1,05 Millionen Hektaren noch 150'100 Personen beschäftigt. Die Zahl der Betriebe und der Beschäftigten ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 respektive 1,5 Prozent zurückgegangen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte.

Landwirtschaftskantone Bern, Luzern und St. Gallen

Am meisten Betriebe gibt es weiterhin in den Kantonen Bern (10'254), Luzern (4494), St. Gallen (3904) und Zürich (3258). Im vergangenen Jahr aufgegeben haben dabei allein in Bern 142 Betriebe. Starke Rückgänge gab es auch in Zürich (-88), Wallis (-89) und Luzern (-67).

 

SBV: Es braucht bessere Produzentenpreise

Aus Sicht des Schweizer Bauernverbands SBV vergrössern die aktuellen Entwicklungen die Diskrepanz zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen und den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen für die einzelnen Betriebe. Daran könne sich nur dann etwas ändern, wenn es eine Kehrtwende bei den Produzentenpreisen gebe. Die Urproduktion müsse wieder einen angemessenen Anteil an der Wertschöpfung des gesamten Ernährungssektors erhalten.

 

Grössere Betriebe und mehr Bio

Der Anteil der Betriebe mit einer Fläche von über 20 Hektaren hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren nach BFS-Angaben auf 43 Prozent erhöht. 1999 hatten lediglich ein Viertel der Betriebe diese Grösse. Damit schreitet der Strukturwandel fort. Eine Studie von Agrarforschung Schweiz hat allerdings gezeigt, dass dieser in der Schweiz langsamer verläuft, als in unseren Nachbarländern

Immer mehr Betriebe wenden sich dem biologischen Landbau zu. 2019 arbeiteten 7284 Betriebe nach den Bio-Richtlinien. Das sind 3,6 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Biolandbau wird inzwischen auf 16 Prozent der Flächen betrieben.

Vor allem Naturwiesen und Weideland

Die landwirtschaftliche Nutzfläche bestand im vergangenen Jahr mehrheitlich aus Naturwiesen und Weideland (605'700 Hektaren oder 58 Prozent der gesamten Fläche). Auf 38 Prozent der Fläche wurde Ackerbau betrieben. Ausserdem wurde auf 13'400 Hektaren Rebbau betrieben und 7000 Hektaren bestanden aus Obstanlagen.

[IMG 2]

Rindvieh gab es 2019 in praktisch allen Kantonen der Schweiz. Je grösser der dargestellte Kreis, desto mehr Kühe (hellblau) oder übriges Rindvieh (dunkelblau) gibt es im jeweiligen Kanton. (Karte BFS)

Immer weniger Milchkühe

Wie bereits in den Vorjahren nahmen auch im vergangenen Jahr die Rindviehbestände weiter ab (-1,2 Prozent). Besonders stark ist dieser Trend bei den Milchkühen. 2019 lag ihr Bestand noch bei 554'600 Tieren oder 1,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Seit 1999 sind die Milchkuhbestände um 19 Prozent gesunken und die Zahl der Zuchtbetriebe gar um 47 Prozent. Tatsächlich gab es in der Schweiz noch nie so wenige Milchkühe wie im letzten Jahr

 

Mehr Mutterkuh- weniger Schweinehaltung

Mutterkuhhaltung liegt hingegen im Trend. Im vergangenen Jahr nahm ihre Zahl um 2,2 Prozent auf 128'300 zu. Innert 20 Jahren haben sich diese Bestände damit verdreifacht. 

Beim Schweinefleisch gingen sowohl die Zahl der Produzenten (-5,7 Prozent) als auch die Tierbestände (-4,1 Prozent) zurück. Trotzdem betrug der Selbstversorgungsgrad beim Schweinefleisch 2019 93 Prozent. Einen Aufschwung verzeichnete hingegen die Geflügelzucht (+2,5 Prozent), das Fleisch von Geflügel wird auch zunehmend beliebter. Praktisch unverändert blieben im vergangenen Jahr die Schaf- und Ziegenbestände.

[IMG 3]

Die Schweinehaltung in der Schweiz konzentriert sich vor allem auf die Zentral- und Nordostschweiz (Zahlen von 2019). (Karte BFS)