Das Entrée: Aufgeräumt, ohne Jacken- und Stiefel-Chaos. Die Küche: Modern und blitzblank. Auf dem grossen, hölzernen Küchentisch stehen Schöggeli und Guetzli für den Besuch parat. Das Wohnzimmer: hell, einladend, keine mit Krimskrams vollgestellten Flächen. Einzig die Reihe Weinflaschen auf dem Boden hinter dem Sofa irritiert etwas.

«Die mussten wir wegen der TV-Aufnahmen wegräumen», erklärt Stefan Henzi. Er selbst trinkt wenig Alkohol. «Doch ich bekomme jedes Jahr rund zehn Flaschen von verschiedenen Seiten geschenkt.» Der Landwirt macht mit bei «Bauer, ledig, sucht …» – gemeinsam mit seinem Sohn Nicolas. Obwohl die Kuppel-Serie des Schweizer Senders 3 Plus bereits in der 17. Staffel läuft, ergab es sich noch nie, dass zwei Generationen auf dem gleichen Hof auf diesem Weg eine Partnerin suchen.

Gemeinsamer Entscheid

Die Initiative, sich für die Sendung zu bewerben, kam von Vater Stefan. «Ich schaue mir die Folgen regelmässig an.» Doch es sei für beide stimmig gewesen. Vor der definitiven Zusage liessen sie sich aber Zeit, sprachen mehrmals mit den TV-Leuten, der Familie und engen Freunden. «Man stellt sich schon etwas aus, auch als Lehrmeister», sagte Stefan Henzi, der in der Regel jedes Jahr zwei Lehrlinge auf dem Betrieb ausbildet.

Zum Hof in Bellach gehören rund 50 Hektare landwirtschaftliche Nutzfläche und 65 Milchkühe. Der Betrieb ist technisch gut ausgerüstet. «Man muss den Lehrlingen doch etwas zeigen können.» Stefan Henzi ist für die Betriebsführung und den Ackerbau zuständig, angebaut werden unter anderem Mais, Gerste, Buntbrache und herbizidloser Weizen. Sohn Nicolas, der den Hof in einigen Jahren übernehmen wird, ist für die Kühe verantwortlich, die Viehzucht und den Melkroboter.

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Wunsch nach Familie

Nicolas Henzi ist seit einigen Jahren Single. «Während viele meiner Kollegen inzwischen in festen Beziehungen sind, hat es bei mir nie so recht geklappt.» Er sucht eine Partnerin mit Verständnis für die Anforderungen in der Landwirtschaft und die Bedürfnisse der Tiere. Denn der 29-Jährige, der gerne jasst und Sport treibt, ist mit Leib und Seele Bauer. «Ich wollte nie etwas anderes werden.» Zudem möchte er eine Familie gründen und Vater werden.

Stefan Henzi ist geschieden. «Eine neue Partnerin zu finden, ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich bin ein Beziehungsmensch.» Einige Zeit versucht er, via Online-Partnervermittlung eine passende Partnerin zu finden. Doch es ergab sich nie eine längerfristige Beziehung daraus. Es sei ihm bewusst, dass Frauen in seinem Alter bereits ein eigenes Leben haben. «Das sollen sie auch nicht aufgeben. Aber wenn beide 100 Prozent arbeiten, hat man kaum etwas voneinander.»

Der 56-Jährige aber möchte mit einer neuen Partnerin etwas unternehmen, zum Beispiel wandern oder Velo fahren. Oder tanzen, denn Stefan hört gerne Rock- und Popmusik und ist leidenschaftlicher Tänzer.

Routine im Haushalt

Bisher wohnen die beiden Henzi-Männer zusammen mit den Lehrlingen in einer Vierer-WG. Stefan Henzi übernimmt das täglich Kochen, beim Putzen müssen alle ran. «Da gibt es manchmal Reibungsflächen», gibt Nicolas Henzi zu. Da das Haus zwei Wohnungen hat – die eine ist derzeit vermietet – liessen sich die Haushalte zudem bei Bedarf teilen.

Die «Hofwoche», während der eine mögliche Partnerin eine Woche auf dem Betrieb lebt, gefiel sowohl dem Vater wie auch dem Sohn. «Die Arbeit musste allerdings warten», erklärt Nicolas. Denn die Dreharbeiten erforderten viel Zeit.

Ist so ein Fernseh-Team mit Kameras und Mikrofonen nicht störend, wenn man jemanden näher kennenlernen möchte? Nicolas zuckt die Schultern. «Nicht wirklich. Damit konnte ich mich arrangieren. Die Hofdame und ich hatten wirklich die Gelegenheit, uns während dieser Tage recht gut kennenzulernen und einiges gemeinsam zu unternehmen.»

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Ein herzliches Willkommen

«Wunderschön», schwärmt Stefan von der Hofwoche. Ihm war dabei wichtig, dass man gemeinsam eine schöne Zeit verbrachte. Denn schliesslich hätten die Frauen extra Ferien genommen. «Ob daraus eine grosse Liebe entsteht oder nur eine Freundschaft, bleibt offen.»

An der Böschung neben dem gepflegten Bauernhaus stehen grosse weisse Styropor-Buchstaben und ein rotes Herz: Stefan und Nicolas bastelten ein «Herzlich willkommen» für die Hofdamen. «Natürlich blies ausgerechnet dann ein starker Wind und die Buchstaben wackelten bedenklich», erzählt Stefan Henzi mit einem Schmunzeln.

Viel dürfen Vater und Sohn nicht über die Dreharbeiten erzählen. Doch sie sind sich einig, dass sich die Teilnahme gelohnt hat. «Es war ein einzigartiges Erlebnis», sagt Nicolas. Und Stefan meint gar: «Es war das Liebesabenteuer meines Lebens.»