«Vo däm wäärde si no lang verzelle», sagte ein zufriedener und stolzer Präsident des Bauernverbands beider Basel, Marc Brodbeck, als es gegen Mitternacht ging am letzten Samstag. «Dass zwei junge Männer innert zwei Tagen so einen gewaltigen Anlass auf die Beine stellen, ist einfach beispiellos. 250 Traktoren strömten ab 18 Uhr aus allen Richtungen aufs Breitfeld, auf die Parzelle der Familie Graf, die zwischen Maisprach, Buus und Wintersingen liegt.

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Dort wurden den Fahrer(innen) gemäss Projektplan die Abstellplätze zugewiesen. Zuletzt bildeten die Fahrzeuge ein Schweizer Kreuz mit einem kräftigen «Nein!» daneben. «Nein!» zur Massentierhaltungs-Initiative. Als die Dunkelheit hereingebrochen war, schwirrten zwei Drohnen durch die Lüfte und fotografierten das aussergewöhnliche Lichtspektakel, das rund eine Stunde dauerte. Ohne Geknalle und Gezische und Gekrache; der Tanz der Traktorenlichter war friedlich und feierlich wie der Anlass selbst. Die Choreografie zu den Lichtertänzen hätte jedes 1.-August-Feuerwerk in den Schatten gestellt.

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Innert zwei Tagen auf die Beine gestellt

Die Idee zu diesem aufsehenerregenden Auftritt hatten Samuel Graf aus Maisprach und Stefan Reimann aus Buus. Sie kontaktierten zwei Tage vorher Landwirte und verrieten ihren Plan. Bis Freitagabend hatten sich über 200 Bäuerinnen und Bauern angemeldet, die mit ihren Familien dabei sein wollten. Unter ihnen Evelyne Gasser, Präsidentin Bäuerinnen und Landfrauenverein beider Basel, mit ihrer Familie und Traktor. Die Zuschauerkulisse bestand schliesslich aus über 500 Personen.[IMG 4]

Viele junge Bauernpaare mit Kindern, gestandene Bauersleute, die für die Nachkommen auf eine weiterhin sichere und schweizerische Landwirtschaft hoffen. Angesichts der Tatsache, dass der Anlass ein paar Stunden dauern würde, war eine Festwirtschaft errichtet worden. Dort schauten Käthi, Sonja und Stephan Graf zum Rechten mit ihren vielen wohlgesinnten HelferInnen. Mehrmals mussten sie Nachschub holen für durstige Kehlen und hungrige Münder.

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«Wir Bauernfamilien halten zusammen, das haben wir bewiesen»

«Das waren zwei starke Tage!», blickte Samuel Graf zurück. «Neben der täglichen Arbeit nahm ich unzählige WhatsApp entgegen. Landwirte schickten mir Bilder von ihren sauberen Traktoren, wollten Hinweise, wie man am schnellsten aufs Breitfeld gelange.» Schliesslich kamen nicht nur Bauern aus der engeren Umgebung, sondern aus dem ganzen Baselbiet, dem angrenzenden Aargau und Solothurn.

Wie diese vom Aufruf erfuhren, bleibt ein Geheimnis. Es wurden keine Flyer verteilt und Plakate angeschlagen, und es stand in keiner Zeitung. «Diese Aktion zeigt, dass wir Bauernfamilien zusammenstehen, wenn es um unseren Stand, unser Land geht», schwärmte Marc Brodbeck. «Heute Abend haben wir ein Zeichen gesetzt: Wir halten zusammen und wir wollen auch in Zukunft für gesundes Essen sorgen.» Die vielen Leute, die um ihn herumstanden, nickten andächtig.

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