Das soll es nun also werden, mein erstes «Hühnergegacker». Da fällt mir spontan die Redewendung ein: «Wer gackert, muss auch ein Ei legen.» Das macht es nicht unbedingt einfacher für mich, etwas Anständiges in die Tasten zu hauen. Aber ich kenne noch ein weiteres Sprichwort: «Worte sind gut, aber Hühner legen Eier.» Ein Kommentar dazu ist wohl überflüssig, aber ich fühle mich durchaus manchmal angesprochen. Im Duden habe ich «gackern» nachgeschlagen, da steht geschrieben, dass Hühner mehrfach hintereinander einen hohen, kehligen, kurzen Laut von sich geben. Das kann ich nun tatsächlich auf unsere Hennen als auch auf mich auslegen, wenn ich so richtig in Fahrt bin und «gackere» vor lauter Lachen.

Lachen hilft der Gesundheit

Übrigens, wer regelmässig lacht, tut eine Menge Gutes für seine Gesundheit. Es versorgt das Gehirn mit einer Sauerstoffdusche, baut Stresshormone ab und setzt Glückshormone frei. Also ist nebst Ernährung, Schlaf, Bewegung und Entspannung eben auch das Lachen sehr wichtig. Und am allerwichtigsten scheint mir, dass wir im «hundsgewöhnlichen» Alltag Platz haben dafür. Mein persönlicher Alltag macht mich glücklich, ich bin sehr gerne Familienfrau und an oberster Stelle steht für mich das Wohlergehen unseres Familiengefüges. Ebenfalls zu meinem Alltag gehört die Arbeit auf unserem Landwirtschaftsbetrieb, jahreszeitbedingt einmal mehr draussen oder bei administrativen Arbeiten drinnen im Büro, in der Direktvermarktung und gerne auch immer wieder bei den Tieren. So geht die Zeit stets schnell um und immer gibt es «irgendöppis ds tüe».

Über den Schatten springen und etwas wagen

Dennoch habe ich mich auf ein persönliches Abenteuer eingelassen und mich nach einem «Mut-Anfall» ziemlich spontan bei der BauernZeitung auf einen Artikel von Andrea Wyss gemeldet. Nun kann ich also meinen Alltag noch einmal mehr bereichern und darf mich darin üben, euch, liebe Leserinnen und Leser, mit Texten und Bildern zu unterhalten. Neulich durfte ich an der Schlussfeier des Offenen Kurses am Inforama Waldhof teilnehmen, meine vierte Veranstaltung als Vertretung der BauernZeitung. Immer noch mit einer anständigen Portion Nervosität, aber auch viel Spass und Freude an meiner neuen Herausforderung. Als ehemalige Schülerin der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Schule am Inforama Berner Oberland in Hondrich fühlte ich natürlich voll mit der Klasse mit und freute mich über den motivierten und engagierten Berufsnachwuchs. Speziell an dieser Schlussfeier war, dass erstmals ein Mann am Inforama Waldhof alle elf Module besucht hat und den Abschluss Bäuerlicher Haushaltleiter FA erworben hat.

Wir bestimmen den Alltag, nicht er uns

Nun, eigentlich finde ich das nicht aussergewöhnlich, sondern bemerkenswert, dass sich dieser junge Mann in der gleichen Selbstverständlichkeit und ohne Sonderwünsche in der Ausbildung behauptet hat, wie dies junge Frauen in der Lehre zur Landwirtin oder anderen eher männerdominierten Bildungen tun. So sind wir alle gefordert, unseren Alltag zu gestalten und zu leben und uns nicht vom Alltag leben zu lassen. Und bitte, vergesst das Lachen nicht.