ABO

Wenn der Partner Co-abhängig wird – gemeinsam in der Suchtfalle

Alkoholismus oder andere Süchte überschatten auch das Leben der Angehörigen. Besonders leiden die Lebenspartner und die Kinder – mitunter stärker als der Kranke selbst, der sich in die Sucht flüchten kann.

Co-Abhängigkeit bedeutet, dass eine Person in die Suchterkrankung eines nahestehenden Menschen verstrickt ist. Der Co-Abhängige selbst tritt dabei in den Hintergrund und entwickelt Strategien im Umgang mit der Erkrankung des Süchtigen, die ihm selbst schaden.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Co-Abhängige versucht beispielsweise krampfhaft, den Suchtkranken vor den Folgen seiner Sucht zu beschützen, was das Sucht-verhalten unbeabsichtigt stabilisiert. Oder er kontrolliert den Suchtkranken und versucht, ihn mit aller Macht vom Konsum abzuhalten. In jedem Fall wird ein Co-Abhängiger so zum Mitgefangenen der Sucht.

Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit verlaufen in Phasen, immer wieder gezeichnet von Rückfällen.
Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit verlaufen in Phasen, immer wieder gezeichnet von Rückfällen.

Schuldgefühle zurücklassen

Sich aus der Co-Abhängigkeit zu lösen, ist nicht leicht. Gerade loyale und zugewandte Menschen kämpfen schnell mit Schuldgefühlen, den Patienten im Stich zu lassen. Doch sich aus der Co-Abhängigkeit zu befreien, muss nicht zwangsläufig bedeuten, den anderen fallenzulassen.

Folgende Massnahmen können möglicherweise helfen, sich aus der Co-Abhängigkeit zu lösen:

  • Akzeptieren Sie die Krankheit

  • Versuchen Sie nicht, den Konsum zu kontrollieren

  • Machen Sie keine Vorwürfe, seien Sie nicht feindselig, er oder sie ist eine kranke Person

  • Hören Sie auf, den Angehörigen zu beschützen oder seine Probleme zu lösen

  • Holen Sie sich Hilfe

  • Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Leben

  • Verabschieden Sie sich von Schuldgefühlen, Sie können nichts für die Sucht des Angehörigen.

Weiterlesen