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Biber sollen in Lichtenstein vergrämt werden

In den liechtensteinischen Gemeinden Eschen und Mauren sorgt die Biberpopulation von schätzungsweise 50 bis 60 Tieren für Probleme. Nun sollen die Biber mittels verschiedener baulicher Massnahmen zur Abwanderung animiert werden.


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Der Hochwasserschutz im Bereich der Esche ist bei starken Regenfällen nicht mehr gewährleistet. Grund dafür sind die Biberdämme, die das Abflussprofil von Bächen verkleinern, aber auch der Umstand, dass Industriebauten in den Gemeinden Eschen und Mauren zu nah an die Gewässer gebaut wurden. An einem öffentlichen Anlass am Dienstagabend informierten das Amt für Bevölkerungsschutz und das Amt für Umwelt die Bevölkerung über die geplanten Schritte zum Hochwasserschutz und zur Dezimierung der Biber.

Eingriff in die Natur mit weitreichenden Folgen

Elmar Ritter, Amt für Bevölkerungsschutz, erinnerte an die Entwicklung der beiden Riede Eschen und Mauren. Die Entwässerung zu Beginn sowie die Kanalisierung Ende des 19. Jahrhunderts der Esche führten zur Gewinnung von fruchtbarem Agrarland. Ab diesem Zeitpunkt diente das Eschesystem einzig der Entwässerung der Riedflächen (Hoch- und Flachmoore) im Talraum zwischen Schaan und Bendern in Liechtenstein und Tisis im Vorarlberg (A) und damit der Landwirtschaft und später auch der Industrie.

Die Begradigung des natürlichen Riedbaches und die Einleitung von Industrie- und Hausabwässern in den Bach hatten zur Folge, dass sich der Fischbestand von einst zirka 20 Fisch- und Krebsarten stark dezimierte. Ende des 20. Jahrhunderts konnten nur noch die drei Fischarten Regenbogenforelle, Hecht und Elritze nachgewiesen werden. Gut 100 Jahre nach der Begradigung des Baches erfolgte 2004 in Eschen der erste Abschnitt der Revitalisierung.

Mit der Renaturierung kam Biber

Anfangs der Renaturierung rechnete man noch nicht mit dem Biber, schon gar nicht mit einer derart starken Population. Der erste Biber, der nach Liechtenstein zurückkehrte, wurde 2008 entdeckt. Heute sind es mehr als 50 Tiere.

Inzwischen sind alle optimalen Reviere besetzt, wie Cathérine Frick, Amt für Umwelt, berichtete. Man bedenke, dass der Flusslauf der Esche gerade mal acht Kilometer lang ist. Das bedeutet für das kleine Liechtenstein, dass das Konfliktpotenzial hoch und das Bibermanagement aufwendig ist.

Mit gezielten baulichen Massnahmen wird versucht, den Bibern das Bauen von Behausungen zu verunmöglichen, so dass die Tiere wohl oder übel abwandern werden – so die Hoffnung. Bisher wurden wöchentlich die Staudämme der Biber entfernt. Die fleissigen Tiere liessen sich jedoch nicht davon abhalten, die Dämme wieder aufzubauen, um die Eingänge ihrer Höhlen zu schützen. Nun wird versucht, den Höhlenbau entlang der Ufer zu stoppen, beispielsweise mit Gittern und Eisenstäben, so dass die Population der Biber an der Esche durch Abwanderung reduziert wird.

Abschuss ist nicht ausgeschlossen

Mit den Bauarbeiten wird bereits Ende Januar begonnen, Ende März sollen sie beendet sein. Die Kosten von rund 100'000 Franken werden vom Land Liechtenstein übernommen, die Unterhaltsarbeiten und die regelmässigen Kontrollen am Esche-Ufer übernehmen die betroffenen Gemeinden. Sollten die geplanten Massnahmen nicht das gewünschte Resultat zeitigen, müsse man zur «Ultima Ratio» – zum Abschuss der Tiere – greifen, sagte Elmar Ritter. Schliesslich gehe es um den Hochwasserschutz. Wohin die Tiere abwandern, weiss man nicht. Vielleicht auf die Schweizer Seite des Rheintals oder nach Vorarlberg?

Ein emotionales Thema

In der anschliessenden Diskussionsrunde mit dem Publikum erinnerte eine Teilnehmerin daran, dass in den entwässerten Rieden viel zu nahe an die Gewässer gebaut wurde, vor allem für die Industrie. Wie immer bei Diskussionen über Natur und Wildtiere wurde es auch emotional. Die Einen sprachen sich für die Eliminierung der Tiere aus, obwohl der Biber geschützt ist. Andere meinten, dass man dem Biber einen natürlichen Lebensraum bieten möge. Jene, die dem Projekt der Umgestaltung des renaturierten Gebietes nahestehen, äusserten sich marginal.

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