Die Züchterinnen und Züchter des Solothurner Viehzuchtvereins Passwang/Ramiswil hatten zu ihrem 100-jährigen Jubiläum wahrscheinlich mit dem Wettergott einen Pakt geschlossen. Das Oktoberwetter hätte für ihre Jubiläumsschau nicht schöner sein können.
Auch nicht schöner hätte die Aufmachung und das Ambiente auf ihrem Viehschauplatz auf dem Passwang sein. Sicher über 1000 Besucherinnen und Besucher liessen es sich nicht nehmen, selbst auf den Schauplatz mit Panorama-Rundblick zu kommen.

Ein grosser Applaus für die schönen «Zügleten»
Schon um neun Uhr morgens wurden die Viehzuchtfreunde und die vielen Familien von den schönen «Zügleten» verwöhnt. Denn viele Mitglieder des VZV Passwang liessen es sich nicht nehmen, «chüjerisch» auf den Schauplatz aufzufahren. Die schön geschmückten Kühe und das imposante Glocken- und Treichelgeläut ergaben viele schöne Fotosujets und der Applaus war den Züchterfamilien gewiss.
Schon die Kleinen glänzen
Auch die tadellose Organisation des OK war vorbildlich. Denn schon vor 15 Uhr waren die Punktierungen und die Misswahlen zu Ende. Zuvor durfte aber die Gästeschar noch den Kälber- und Rinderwettbewerb bewundern. Was die kleinen Mädchen und Buben zusammen mit ihren Eltern im Kälberwettbewerb präsentierten ging richtig unter die Haut.
Unter die Haut ging es auch, als es um die Misswahlen ging. Hier durften die vier Experten Jakob Schenk, Jan Jungen, Ueli Fahrni und Sébastien Menoud die Schönsten der Schönen noch bestimmen.


Die BauernZeitung und die Jubiläumsschau
An der Jubiläumsschau auf dem Passwang war Peter Fankhauser, Autor dieses Artikels, einmal mehr nicht bloss als Journalist im Einsatz. Für den Kälberwettbewerb wechselte er vom Rand des Rings mitten hinein ins Geschehen: Der Berner schlüpfte in seinen Mutz, nahm das Mikrofon zur Hand und moderierte den Wettbewerb. Die BauernZeitung hat den Kindern das Glöggli gestiftet.
Eine bekannte Kuh wird Miss
Miss Passwang wurde die in Züchterkreisen sehr bekannte Kilian-Tochter Kischa von Roland Zemp aus Ramiswil SO. Die Stierenmutter stand mit ihren fast zehn Jahren in der Klasse 8 (55 55 98) unangefochten im ersten Rang. Kischa zeigte sich einmal mehr in ihrem Sonntagskleid. Die Kuh scheint einfach nicht altern zu wollen und präsentierte sich an der Jubiläumsschau mit ihren hervorragenden Typeigenschaften. Auch ihr Euter ist immer noch am richtigen Ort, trotz Leistungen von über 10 000 kg Milch.
«Dieser Titel bedeutet mir unglaublich viel», sagte Roland Zemp. Obwohl Kischa in ihrer Schaukarriere schon etliche Schleifen mit nach Hause genommen hat, sei der Miss-Titel auf dem Passwang für den Züchter sicher der Schönste und Wertvollste.
Zweite Kilian-Tochter zeigt sich stark
Doch auch die Vize-Miss-Passwang hatte viele Bewunderer. Und wie könnte es anders sein: Auch sie ist eine Kilian-Tochter. Eva aus dem Stall von Kurt Kamber aus Ramiswil fiel dem versierten Publikum schon am Morgen in ihrer Kategorie 3 auf. Die Traumkuh wurde noch nie punktiert, holte auf einen Schlag das Maximum von 44 44 94 und stand im ersten Rang. Mit ihrer roten Farbe, dem feinen Sprunggelenk und dem Traumeuter würde diese SF-Kuh auf jedem anderen Schauplatz für Furore sorgen.

Weitere Preise warten
Bei der Wahl zur schönsten Euterkuh wechselten die Experten dann die Farben. Für sie gab es kein Vorbeikommen an der Holsteinkuh Wow’s Carlitos Jolene P von Markus Walser aus Mümliswil SO. Jolene P wurde in der Klasse 4 mit 44 44 93 punktiert und kann nicht nur wegen ihres Euters, sondern auch wegen ihres gesamten Erscheinungsbilds als eine spezielle Holsteinkuh bewundert werden.
Markus Walser, der dem OK der Jubiläumsschau vorstand, konnte an der Schau noch einen weiteren Preis abräumen, und zwar mit seiner Kuh Wow’s Victor Juliette, die als Miss Zellzahl geehrt wurde. Juliette wurde mit 54 55 97 punktiert und hat in drei abgeschlossenen Leistungen – bei fast 10 000 kg Milch – einen unglaublich tiefen Zellzahlwert von 11 (000).
Ging es dann um die Wahl des zweitbesten Euters, kam wieder eine SF-Kuh zum Zug: Roxel Desiree von Dieter Walser aus Mümliswil machte mit ihrem Traumeuter ihrem Vater Roxel alle Ehre.
Auch bei den zwei Rinderkategorien, welche die Jungzüchter dem Richter Sébastien Menoud präsentierten, sah man schon jetzt viele starke Tiere für die Zukunft. Aus den zwei Klassensiegerinnen Lorbas Ennia von Adrian Lisser, Ramiswil, und Wow’s Delta-Lambda Jamaika von Jonas Walser, Mümliswil, entschied sich der Richter für Letztere als Champion.

Die höchste Lebensleistung
Immer wieder ein Höhepunkt ist auch die Vergabe der Glocke von Swissherdbook für die höchste Lebensleistung. Ronny Schweizer, Mitglied der Swissherdbook-Verwaltung, durfte die Glocke schlussendlich der Züchterfamilie Paul und Christine Lisser-Wüthrich aus Ramiswil für ihre Kuh Kelvin Elvira überreichen.
Die eindrückliche Elvira wird Ende 2026 16 Jahre alt, ist punktiert mit 55 55 98 und hat eine aktuelle Lebensleistung von 87 616 kg Milch bei 4,5% Fett und 3,52% Eiweiss. Die massige Elvira stand frisch gekalbt auf dem Platz und repräsentierte mit ihrem eindrücklichen Exterieur den starken Viehschauplatz auf dem Passwang wieder.
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