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Bell: Verluste wegen der Afrikanischen Schweinepest

Die Bell Food Group machte 2019 einen Gewinn von 49,6 Millionen Franken, 44,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Schuld daran sei unter anderem die Afrikanische Schweinepest.


Aufgrund verschiedener Sonderfaktoren liegt der Jahresgewinn der Bell Food Group mit 49,6 Millionen Franken in diesem Jahr 44,5% unter dem Vorjahr. "Die steigenden Preise für Schweinefleisch in Europa belasten die Ergebnisse von Bell International", sagte Geschäftsführer Lorenz Wyss an der heutigen Medienkonferenz des Unternehmens in Basel. Die Rohmaterialpreise für Schweinefleisch in Europa sind 2019 um mehr als 43 Prozent angestiegen.

Afrikanische Schweinepest lies 2019 Preise für Schweinefleisch massiv ansteigen

Auslöser für den Preisanstieg sei der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Asien – diese habe alleine in China die Schweinebestände um rund 40 Prozent dezimiert – und die damit verbundene hohe Nachfrage nach europäischem Schweinefleisch in Asien. Diese Ausfälle werden mit Zukäufen u.a. aus Europa kompensiert, was das Angebot verknappe, so Lorenz Wyss. Entsprechende Preiserhöhungen konnten im Retailkanal in mehreren Preisverhandlungen nur teilweise und verzögert umgesetzt werden, aufgrund der intensiven Wettbewerbssituation im europäischen Charcuterie- und Wurstmarkt. Dies verursachte im Geschäftsbereich Bell International Mehrkosten von rund 9 Millionen Franken.

Positiv habe sich der Sortimentsmix entwickelt: Die Absätze von Produkten mit höherer Wertschöpfung seien laut Lorenz Wyss weiter gestiegen. 

Ausstieg aus dem deutschen Wurstwarengeschäft

In Folge der ungenügenden Ertragslage und der Abhängigkeit von den Rohmaterialpreisen hat die Bell Food Group entschieden aus dem deutschen Wurstwarengeschäft auszusteigen. Dies wurde bereits vollzogen. Ende Juli 2019 hat die Bell Food Group die deutschen Werke in Suhl und in Börger in Form eines Betriebsübergangs veräussert. Gleichzeitig wurde der Standort Bad Wünnenberg (D) in einen Herstellungsbetrieb für Frisch-Convenience-Produkte für Hilcona umgebaut. Die Reorganisation hat Division Bell Deutschland mit Kosten in Höhe von 38,9 Millionen belastet.

Anlaufkosten für die 2019 neu eröffneten Produktionsbetriebe führten zu Mehrkosten von insgesamt 6 Millionen Franken. Davon ist der überwiegende Teil auf die Inbetriebnahme des neuen Convenience-Werks im österreichischen Marchtrenk im Frühjahr 2019 zurückzuführen.

Bell Deutschland fokussiert sich künftig auf die Produktion von Rohschinken

Mit der Reorganisation in Deutschland und der Inbetriebnahme des Serrano-Produktionsbetriebes in Fuensalida (ES) konzentriert sich die Division Bell Deutschland auf ihre starke Position im Segment Rohschinken. Der neue Produktionsbetrieb für Serrano-Schinken mit einer Kapazität von rund 1 Million Schinken pro Jahr ist im Sommer 2019 eröffnet worden. Die Division Bell Deutschland fokussiert sich künftig auf ihre starke Position bei deutschen und internationalen Rohschinken. 

Ausbau des Convenience-Marktes

Im Convenience-Markt waren 2019 vor allem ultrafrische und Ready-to-eat-Produkte gefragt. Die Produktionskapazitäten für Convenienceprodukte in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten laut Lorenz Wyss markant ausgebaut werden. Die zum Geschäftsbereich gehörenden Divisionen Eisberg, Hilcona und Hügli verzeichneten insbesondere bei wertschöpfungsreichen Sortimenten überproportionale Wachstumsraten. "Zu den Innovationen zählt beispielsweise auch der pflanzenbasierte "The Green Mountain Burger", der neben dem Food Service bald auch im Coop erhältlich sein wird", so Wyss. 

Der modernste Conveniencebetrieb in Europa wurde im österreichischen Marchtrenk eröffnet. Dort werden Produkte für den österreichischen und deutschen Markt hergestellt. Der bisherige Standort Bad Wünnenberg (D) soll zu einem Produktionsbetrieb für Frisch-Convenience für den deutschen Markt umgenutzt werden.

Ausblick 2020

Im laufenden Geschäftsjahr will die Bell Food Group in allen Geschäftsbereichen weitere operative Fortschritte erzielen. In Europa werden weiterhin volatile Rohmaterialpreise erwartet. Daher ist die zeitnahe Realisierung höherer Beschaffungskosten in den Verkaufspreisen weiterhin entscheidend für die Ergebnisentwicklung. Dank den neuen Produktionskapazitäten für Rohschinken und Frisch-Convenience bestehen in diesen attraktiven Märkten weitere Wachstumschancen, heisst es.

Weiterhin will die Bell Food Group die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig gestalten und auch künftig in Tierwohl investieren.

Ab Frühling 2020 wird ein neues Teifkühllager in Oensingen entstehen. Die Inbetriebnahme sei voraussichtlich Mitte 2021 zu erwarten. "Wir können mit diesem Tiefkühllager unseren CO2-Fussabdruck um die Hälfte reduzieren", so Lorenz Wyss. 

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