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Bäuerinnensicht: Besser, schöner, perfekter

Unsere Kolumnistin der Rubrik «Bäuerinnensicht», Daniela Rutz, schaut ebenfalls die Landfrauenküche. Das Essen ist für sie eher Beigemüse, viel spannender findet sie Hof und Familie und die Sendungskritik der BauernZeitungs-Redaktion.


Unser Küchentisch ist belegt mit Kopierpapier, ausgelegt nach Nummern und Buchstaben. Auf die Frage, was ich denn hier schon wieder schnippsle, erwidere ich ein trockenes «Schnittmuster». Wenn aus dem oberen Stock überlaute Musik erklingt, weiss meine Familie, dass ich meine Lektionen vorbereite. Der Klang der PC-Tastatur verrät, dass ich mich mit Administration, Bericht schreiben oder Surfen beschäftige. Wenn das Haus unregelmässig zittert, traktiere ich entweder eine kaputte Hose oder lasse die Nähmaschine ein Motiv sticken.

Sie verfolgt regelmässig die Landfrauenküche, Kolumnistin Daniela Rutz. (Bild zVg)

Noch letzte Woche hing die Wäsche an der Sonne und mir blieb Zeit, mich mit Weihnachtswünschen auseinanderzusetzen. Nun steht mein Weihnachtsbaum im Ständer und wartet darauf, mit Lichtern geschmückt zu werden. Und dann verrät ein Blick auf die Uhr, dass es höchste Zeit ist zu zaubern. Denn mehr Zeit bleibt wahrlich nicht für das Mittagessen. Nicht, dass ich nicht gerne koche, aber das Experimentieren und Rezepte ausprobieren stehen bei mir nie auf den «To-do-Listen». Mir fehlt die Leidenschaft fürs Kochen. Diese hat unsere Tochter gepachtet. Sie hat es sogar geschafft, dass die Männer Risotto mögen.

Obwohl ich es unterdessen schaffe – aufgrund der geschrumpften Familie – weniger zu kochen, sind Resten immer noch fester Bestandteil meiner Menugestaltung. Unser Jüngster hatte noch vor etwa zwei Jahren einmal gemeint: «Wenn d‘Muetter am Mäntig Voresse oobtuet, essed mer früehnstens am Mittwoch die letzte Möcke.» Niemand lässt meinen Einwand gelten, dass es schwierig ist, Fleisch für den Gefrierschrank zu portionieren, wenn das eine Mal zwei ältere Personen essen und das nächste Mal noch zwei, drei zusätzliche Mäuler zu stopfen sind. Vor allem, wenn die Frage nach dem Menu immer erst «kurz vor knapp» eintrifft.

Ich habe mir daher auch hoch und heilig versprochen, dieses Jahr die «Landfrauenküche» auszulassen. Und jetzt habe ich bereits die zweite Folge geschaut. Dabei ist das Essen für mich eigentlich nur Supplement. Viel mehr bin ich gwundrig, wie und wo die Frauen wohnen. Mich interessiert ihre Situation, ihre Familie, der Betrieb, was
für Bäuerinnen sie sind und wie sie sich sonst noch engagieren. Wenn dann der Herr Egger aus Zihlschlacht TG sagt, Resten kämen schon einmal auf den Tisch, wenn seine Frau auswärts arbeite, so lache ich richtig herzhaft. (Ich hoffe, Frau Egger liest den obenstehenden Spruch meines Sohnes). Und ich rechne es Erich Schweizer hoch an, dass er trotz körperlicher Beschwerden und anderweitigem Berufswunsch Bauer ist. Die weissen Handschuhe entlocken mir einen Lachanfall, weil mein Mann da nie mitziehen würde. (Muss er auch nicht, mir würde nie in den Sinn kommen, mich für die Sendung anzumelden.) Wenn ich mir dann noch den Aufwand vorstelle, in und um die Küche, vor, während und nach der Sendung, dann wird mir schwindlig. Da müsste ich meine Prioritätenliste total umkrempeln.

Was mir an der Sendung «Landfrauenküche» weniger passt, ist der Faktor Wettbewerb, immer nach dem Motto: «Besser, schöner, perfekter!» Denn manchmal habe ich das Gefühl, dass bei dem Bemühen, ein perfektes Bild abzugeben, über die Grenzen gegangen wird. Und dann wurde ich letzthin auch gefragt, ob denn alle Bäuerinnen Küchen mit jedem erdenklichen Schnickschnack hätten. Nein. Aber ich vermute, die anderen wagen es kaum, an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

PS: Übrigens lasse ich mir auch die unmittelbare «Kritik» danach auf www.bauernzeitung.ch/landfrauenkueche nicht entgehen!

Daniela Rutz

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