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Bauernverband Appenzell: Der neue Präsident ist ein Netzwerker

Walter Mock hat im Frühjahr das Präsidium des Appenzeller Bauernverbands übernommen. Er sieht sich als Bindeglied zwischen Landwirtschaft, Politik, Tourismus und Gewerbe.

Im Frühjahr hat Walter Mock das Präsidium des Appenzeller Bauernverbandes übernommen. «Für mich war es selbstverständlich, dass ich als Vize-Präsident das Amt des Präsidenten übernehme. Wäre der Sitz vakant geblieben, hätte es ohnehin der Vize übernehmen müssen. Das lief also aufs Gleiche hinaus», erzählt Mock auf seinem Betrieb in Gontenbad. Es ist ein wunderbarer Sommertag, von Mocks Betrieb aus hat man einen prächtigen Ausblick auf den Säntis und das Alpsteingebirge.

Bauer, Kellner und Flughelfer

Der 48-jährige Walter Mock führt mit seiner Familie und einem Lehrling einen für Appenzeller Verhältnisse typischen Betrieb mit hohem Tierbesatz: 35 Milchkühe, 100 Muttersauen und 700 Legehennen. Dazu bewirtschaften sie 20 ha Land. Mock hat Landwirt gelernt.

Er arbeitete als Zusatzverdienst in einem Bergrestaurant im Service und war Flughelfer bei der Heliport Balzers AG. Aber seine Berufung blieb die Landwirtschaft. Mit 30 Jahren übernahm er den elterlichen Betrieb. Geplant gewesen wäre, dass der Vater weiterhin auf dem Hof mitarbeitet. Dann allerdings verstarb Mocks Vater recht früh. Um die Arbeit trotzdem bewältigen zu können, begannen Walter und Sabina Mock mit der Ausbildung von Lehrlingen. «Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre der Betrieb mit meinen Ämtern nicht vereinbar», sagt der Landwirt.

Bauernverband Appenzell: Der neue Präsident ist ein Netzwerker
Walter Mock im Stall bei seinen Braunvieh-Kühen. (Bild sgi)

Bei Anicom viel über Verbandsarbeit gelernt

Walter Mock fand schon immer Gefallen an der Verbandsarbeit. 2008 wurde er in den Regionalausschuss der Anicom AG gewählt, den er seit 2014 präsidiert. 2010 wurde er Mitglied des Verwaltungsrates dieses Vermarktungs- und Transportunternehmens für landwirtschaftliche Nutztiere. Aus dem Regionalausschuss und dem Verwaltungsrat wird er nächstes Jahr wegen der Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren ausscheiden.

«Durch meine Arbeit bei der Anicom habe ich viel über Verbandsarbeit gelernt. Ich konnte mein Netzwerk vergrössern und habe Einblick in ein grosses Geschäftsfeld erhalten», sagt Mock. Auch Schulungen hat er einige besucht, «alles Dinge, die mir in meinem Amt als Bauernpräsident und natürlich schon zuvor eine Hilfe sind».

Jeder kennt jeden

Mock bezeichnet sich selber als Netzwerker – und genau das will er auch in seiner Funktion als Bauernpräsident sein. «Ich sehe mich als Bindeglied zwischen Landwirtschaft, Tourismus, Gewerbe und Politik.» All diese Gruppen hätten Interessen, die es im Sinne des Kantons Appenzell Innerrhoden unter einen Hut zu bringen gelte. Hier, im Appenzellerland, sei man sich noch näher, man kenne die Regierungsratsmitglieder, den National- und Ständerat persönlich. «Das macht die Kommunikation und die Zusammenarbeit einfacher», sagt Mock und betont: «Diese Nähe und dieser gute Umgang sind Dinge, zu denen wir Sorge tragen müssen. Jetzt und in Zukunft.»

Betriebsspiegel

  • Name: Walter Mock
  • Ort: Gontenbad AI
  • Fläche: 20 ha Grünland
  • Tierbestand: 35 Milchkühe, 100 Zuchtschweine, 700 Legehennen

Leistungen der Landwirtschaft werden anerkannt

Walter Mock glaubt, dass diese immer noch sehr enge Verbundenheit zwischen landwirtschaftlicher und nichtlandwirtschaftlicher Bevölkerung der Grund war, weshalb zum Beispiel die Agrar-Initiativen in Innerrhoden mit 75 Prozent abgelehnt wurden. «Auch wir haben viele Gespräche geführt. Aber die Landwirtschaft ist hier einfach noch näher an den Leuten als in den Städten.»

So besuchen die Schulklassen beispielsweise die kantonalen Viehschauen.

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«Ich halte sehr viel auf unsere Appenzeller Traditionen», betont Mock. Er selber sei zwar nicht im Senntum unterwegs, «aber diese gelebten Traditionen in unserem Kanton bedeuten für mich Freiheit und Stolz».

Die Innerrhoder Bevölkerung wisse, was sie an der Landwirtschaft habe, ist Mock überzeugt. «Die gepflegte Landschaft im Appenzellerland hat man den Bauern zu verdanken und das wissen und schätzen die Leute.»

Die Herausforderungen sind gross

Der Bauernpräsident weiss um die grossen Herausforderungen für die Landwirtschaftsbetriebe: «Vor allem politisch sind wir gefordert mit der Umsetzung der künftigen Agrarpolitik.» Zum Schleppschlauch-Obligatorium meint er: «In unserem Kanton gibt es schon viele Betriebe, die den Schleppschlauch einsetzen. Es braucht jedoch eine saubere Regelung, wo der Schleppschlauch Pflicht ist und wo es Ausnahmen gibt.»

Bauernverband Appenzell: Der neue Präsident ist ein Netzwerker
Mocks Betrieb liegt in Gontenbad. Ganz rechts im Bild der Schweinestall mit Platz für 100 Zuchtsauen. (Bild sgi)

Sorgen macht sich Mock über die Wolfspräsenz, die auch in seinem Kanton zunimmt. Erst kürzlich wurde am Kronberg ein Wolf gesichtet. Doch auch hier ist er zuversichtlich, dass sich gemeinsam mit allen Involvierten eine für die Landwirtschaft tragbare Lösung finden lässt.

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