Landi Schweiz konnte 2016 den Umsatz halten. Doch sie will mehr. «Wir wollen uns fit machen für die Zukunft», sagt Marketing-Leiter Simon Gfeller. Die Herausforderungen im Detailhandel sind vielfältig: Einkaufstourismus, Trend zum Online-Shopping. Deshalb wurde es für Landi Schweiz Zeit für ein neues Ladenkonzept. Das bisherige ist 14 Jahre alt. In den letzten 20 Jahren sei die Landi aber von 50 Millionen auf 1,3 Milliarden Jahresumsatz gewachsen.

«Leute sind Fan von unseren Mitarbeitern»

Die Landi will deshalb neuen Kundenbedürfnissen gerecht werden, aber auch ihre Stärken pflegen. Dazu gehören laut eigenen Angaben die regionale und landwirtschaftliche Verankerung, die «verlässlichen Dauertiefpreise», aber auch das kompetente Personal aus der Region. «Die Leute sind Fan von unseren Mitarbeitern, diese sind authentisch», sagt Simon Gfeller im Gespräch mit der BauernZeitung.

Mehr Umsatz pro Quadratmeter

Ein Ziel des neuen Ladenkonzepts ist ganz klar mehr Umsatz pro Quadratmeter. «Wir müssen auf dem Standort mehr Usmatz machen, der Kunde soll mehr Produkte mitnehmen», so Gfeller. Aber auch die Nachhaltigkeit soll nicht aus den Augen verloren werden: «Im Zuge jeder Überarbeitung eines Ladens schauen wir, ob man auf dem Dach eine Solaranlage montieren kann». Auch der erste Landi-Laden nach neuem Konzept in Bellmund BE hat eine solche auf dem Dach.

Nicht mehr nur einstöckig

Zum häufig gehörten Vorwurf, die Landi baue in Zeiten von Kulturlandverlust immer noch einstöckige Läden mit grossen Parkplätzen, sagt Gfeller, auch daran denke man: «Es ist unser Ziel, dass in Zukunft jeder zweite neue Laden entweder eine Tiefgarage oder Büroräumlichkeiten im zweiten Stock hat.» Bisher gibt es fünf bis sechs mehrstöckige Landi-Läden.

Um die Investitionskosten tief zu halten und möglichst viele regionale Landis davon zu überzeugen, das neue Konzept auch umzusetzen, sollen die bestehenden Läden einfach angepasst werden können. Gleichzeitig sollen die Kunden im Laden mehr Übersicht haben. Dazu werden die Gänge breiter und die Gestelle tiefer.

Emotionen und Digitalisierung

Gleichzeitig will die Landi die Emotionen der Kunden ansprechen. Die Produkte «Natürlich vom Hof» werden in einem Hofladen ausgestellt. Auf einem Informationsscreen werden die Produzenten vorgestellt. Die Produkte von lokalen Bauern werden von der jeweiligen Landi in ihrem Wirtschaftsraum eingekauft, weiter weg geht nicht, so die Maxime.

Doch auch die Digitalisierung hält in den Landi-Läden Einzug. Ein digitaler Weinberater schlägt den Kunden den passenden Wein aus dem Sortiment zum Fondue oder zum Fisch vor. Ein Berater für Pflanzenschutzprodukte vermeldet auf dem Bildschirm, welcher Spray gegen welchen Schädling im Garten hilft. Beides soll laut Simon Gfeller einen Mehrwert bieten und «mehr sein als nur Spielerei».

Online-Shop

Im Herbst - voraussichtlich im Oktober - folgt der Onlineshop. Alle 5000 Produkte sollen dann per Klick reserviert werden und an etwa 100 Standorten in der Schweiz abgeholt werden können. Neu liefert die Landi aber auch nach Hause. Bei rund 1000 Produkten soll das möglich sein. Die Logistik übernimmt die Post. Von der Heimlieferung ausgenommen seien etwa Gasflaschen, Elektroroller, Mehl oder Äpfel, verrät Gfeller.

Jeanne Woodtli