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Online-Hofladen: Ein Start-up im verrückten Corona-Jahr


Marco Hofer (l.) und Roman Flükiger haben im Frühling ihren Onlinhop Farmcraft.ch lanciert. Nach dem gelungenen Start mit steigender Kundenzahl planen sie eine Erweiterung des Sortiments. (Bilder Alexandra Stückelberger)

Marco Hofer (l.) und Roman Flükiger haben im Frühling ihren Onlinhop Farmcraft.ch lanciert. Nach dem gelungenen Start mit steigender Kundenzahl planen sie eine Erweiterung des Sortiments. (Bilder Alexandra Stückelberger)

BauernZeitung 51 / 2020

BauernZeitung 51 / 2020

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Zwei junge Winterthurer haben es im Frühling gewagt,  einen Online-Hofladen mit regionalen und nachhaltigen Produkten aufzuziehen. Der Start ist, auch dank der Corona-Pandemie, gelungen.

 

Autor: Alexandra Stückelberger
Publikationsdatum: 18.12.2020 / 06:41

Dieses Jahr war für die meisten Leute ereignisreich. Für Roman Flükiger (29) und Marco Hofer (28) gilt dies ganz besonders. Sie haben es im Frühling gewagt, ins Internet-Business einzusteigen. Auf «Farmcraft.ch», wie ihr Online-Hofladen heisst, verkaufen sie nachhaltig produzierte Lebensmittel direkt von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Umgebung von Winterthur.

Die Idee dazu kam am Lagerfeuer

«Die Idee dafür war vor etwa zwei Jahren an einem gemeinsamen Lagerfeuer bei einem guten Bier entstanden», erzählt Marco Hofer. Der gelernte Maler und sein langjähriger Kollege Roman Flükiger, gelernter Detailhandelsfachmann, haben zwar keine Wurzeln in der Landwirtschaft, aber ihnen lägen qualitativ hochstehende Lebensmittel, bei denen auch das Tierwohl berücksichtigt wird, am Herzen. «Zudem hat E-Commerce viel Zukunftspotenzial», ergänzt Flükiger. Sie fanden einen ersten Produzenten: Der befreundete Landwirt Michael Weber aus Hofstetten bei Elgg zeigte sich interessiert, das Fleisch seiner Büffel und Rinder in dem Online-Hofladen zu verkaufen.

Als Anfang 2020 die Corona-Pandemie im Kommen war, sahen Flükiger und Hofer die Zeit gekommen, ihre Idee umzusetzen. Es wartete einiges an Arbeit: Beide zu hundert Prozent arbeitstätig, machten sie sich abends und an den Wochenenden zunächst daran, selbst einen Webshop einzurichten. «Wir sind zwar keine IT-Profis, bezeichnen uns aber durchaus als computeraffin», meint Flükiger. Ausserdem begannen sie nach weiteren Anbietern von regionalen und nachhaltigen Hofprodukten zu suchen. Fündig wurden sie etwa bei der Familie Höneisen. Der Andelfinger Biobetrieb baut eine Vielfalt verschiedener Gemüsesorten an, darunter auch Spezialitäten wie Pak Choi, Rettich oder Chili.

Regionale und nachhaltige Produkte im Fokus

Hinzu kamen zwei weitere Biobetriebe aus dem Weinland, Räss Wildbeeren aus Benken sowie der Biohof Corrodi aus Marthalen als Eierlieferant. Für das Brotsortiment konnte ausserdem der Biobeck Lehman gewonnen werden. Hofer betont: «Alle Produkte kommen aus der Region. Auf Exotisches wie Mangos aus Brasilien verzichten wir bewusst».

Bevor Flükiger und Hofer ihren Shop starteten, schauten sie sich andere Online-Anbieter von Hofprodukten genauer an. Dabei fiel ihnen auf, dass diese meistens entweder auf Einzelbestellungen oder auf Abos setzen. «Wir entschieden uns jedoch für beide Möglichkeiten, um den Kunden ein möglichst flexibles Angebot anzubieten», sagt Flükiger.

Bei der Abovariante stehen wöchentliche Gemüselieferungen verschiedener Grössen ab rund Fr. 24.90 zur Auswahl, je nach Belieben mit oder ohne Brot und Eier.

Bei der Lancierung auf Soziale Medien gesetzt

Wer kein Abo will, kann von Mal zu Mal bestellen. Dazu kommt die Möglichkeit, Fleisch zu beziehen. Dieses ist im Rahmen von Sammelbestellungen erhältlich, wobei jeweils ein einzelnes Tier geschlachtet wird, möglichst stressfrei durchgeführt von einem hofnahen Kundenmetzger. Im Angebot stehen Mischpakete à sechs bis zehn Kilogramm.

Im April erfolgte der Startschuss des Onlineshops, bereits in der ersten Woche hatten sie einige Kunden, und schon in der zweiten Woche verdoppelten sich die Bestellungen. «Interessant ist, dass es von Anfang an Kunden waren, die wir nicht kannten. Sie hatten unser Angebot im Internet gefunden», stellt Marco Hofer fest. Dies ist den sorgfältigen Vorbereitungen zu verdanken. Die beiden Winterthurer hatten früh in den Sozialen Medien wie Facebook und Instagram auf sich aufmerksam gemacht und auf werbewirksame Google-Technik gesetzt.

Die Auslieferung erfolgt einmal wöchentlich jeweils am Samstag. Ausgangspunkt ist das Lagerlokal in Winterthur mit einer Fläche von 64 m2, welches vor zwei Monaten einen Container von 16 m2 abgelöst hat. «Hier laufen am Samstagmorgen alle Fäden zusammen», sagt Roman Flükiger. «Dabei sollten keine Fehler unterlaufen»: Nachdem die Frischprodukte geliefert worden sind, wird alles passend verpackt. Für die Abos kommen wiederverwertbare, faltbare Iso-Boxen zum Einsatz, für die Einzelbestellungen Papiertaschen. «Anfänglich haben wir die Waren selbst ausgeliefert», sagt Hofer. «Doch mittlerweile könnten wir die Menge nicht mehr alleine bewältigen».

Bereits ist eine Erweiterung geplant

Für die Auslieferung sind nun Kuriere im Einsatz, ausgerüstet mit einer Logistik-App. Diese helfen auch beim Rüsten der Bestellungen. Ansonsten ist die Firma ein Zweimannbetrieb: Roman Flükiger und Marco Hofer verwalten die Bestellungen, kümmern sich um die Buchhaltung und stellen im Verlauf der Woche in Rücksprache mit dem Bauern die Gemüseauswahl zusammen.

Dazu kommt die Kommunikation mit den Kunden, die hauptsächlich über E-Mail läuft. Damit man sich kennt, liefern die beiden Firmenchefs jede Erstbestellung selber aus. Auch der Kontakt mit den Produzenten, die auf der Website persönlich vorgestellt sind, wird gepflegt. Inzwischen haben bereits weitere Landwirte, die auf Farmcraft.ch aufmerksam geworden sind, Interesse für eine Zusammenarbeit angemeldet.

Innert wenigen Monaten hat das Start-up an respektabler Grösse gewonnen, auffallend ist besonders ein Abo-Zuwachs seit November. «Sicher, Corona hat uns Aufwind gegeben», stellt Flükiger fest.

Doch noch können sie sich keinen Lohn auszahlen, jeder verdiente Franken wird ins Geschäft investiert. «Eines der nächsten Ziele ist es, dass zunehmend Geld zurückfliesst, damit wir unsere Jobs reduzieren können», sagt Hofer. Zudem wollen sie das Sortiment vergrössern, beispielsweise auch Obst und Milchprodukte anbieten. Auch sind eine Abholstation und ein Hofladen angedacht, sowie eigene Produkte, wie beispielsweise Eingemachtes.

Und nicht zuletzt ist mit der zunehmenden Grösse auch die Automatisierung ein Thema: Um die Übersicht zu behalten, sollen die verschiedenen Abläufe von der Bestellung bis zur Buchhaltung noch mehr vernetzt werden.

Weitere Informationen: www.farmcraft.ch. Gesucht werden weiterhin neue Partner und spannende Produkte aus der Region.

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