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Trotz heisser Temperaturen: Brunnen sind schlechte Freibäder für Hunde

Mitten im Sommer sind viele Wanderer mit ihren Vierbeinern in den Bergen unterwegs. Ein Brunnen scheint bei heissem Wetter die perfekte Gelegenheit für eine Abkühlung zu sein. Doch Hundehalter sollten ihr Haustier nicht in Brunnen und Tränken baden lassen. Das ist nicht nur eine Frage der Hygiene, denn es können auch gefährliche Parasiten übertragen werden.


Es ist heiss auf der Alp, die Sonne brennt seit Stunden und ein schattenspendender Baum ist nicht in Sicht. Wanderer und Hund sind durstig und sehnen sich nach einer Abkühlung; da kommt die nächste Viehtränke gerade recht. Nachdem er gierig einige Schlucke getrunken hat, hüpft der Vierbeiner kurzerhand in den Brunnen, sehr zur Freude seiner Halter. «Ja feiner Fifi, da hast du jetzt deine Erfrischung», lobt die ältere Dame das Tier.

Viele Landwirte kennen solche Szenen und wissen, wie mühsam die Diskussion mit Hundehaltern ist, die nicht einsehen wollen, dass eine Viehtränke kein Hundebad ist und dass Hunde grundsätzlich nicht auf das Kulturland oder in den Hofbrunnen gehören. Auch in den sozialen Medien wird das Thema immer wieder sehr emotional besprochen.

Neospora Caninum: Gefährlich für Kühe

Hunde können Parasiten in sich tragen, die fürs Vieh besonders gefährlich sind. (Bild Archiv)

Hunde sind der Endwirt und damit potenzielle Träger eines unter dem Namen «Neospora Caninum» bekannten parasitären Einzellers. Eine Infektion des Vierbeiners wird vom Halter selten bemerkt, weil eine Infektion beim Hund in den allermeisten Fällen keine Erkrankung auslöst, sondern latent verläuft. Neospora Caninum gelangt über den Verzehr von rohem infiziertem Fleisch auf den Hund und nistet sich anschliessend an verschiedenen Stellen in dessen Körper ein. Der Parasit vermehrt sich, indem der nichtsahnende Endwirt mit seinem Kot die Eier des Schädlings ausscheidet. Die sogenannten Oozysten bleiben in der Umwelt monatelang aktiv. Gelangt infizierter Hundekot ins Tierfutter oder Speichel in die Tränke, kann Neospra Caninum seine potenziellen Zwischenwirte befallen. Dabei trifft es vor allem Rinder; der Parasit vermehrt sich aber auch über Schafe, Ziegen, Pferde oder Wildwiederkäuer. Der Mensch zählt nicht zu den Zwischenwirten; Neospora Caninum ist für uns ungefährlich.

Kühe sind der wichtigste Zwischenwirt von Neospora Caninum. Sie können den Parasiten über verunreinigtes Futter aufnehmen. (Bild lid)

Befällt Neospora Caninum einen Zwischenwirt, kommt es zum Befall verschiedener Organe. In den infizierten Organen beginnt der Parasit sich zu teilen. Dabei stirbt die Wirtszelle ab und es bilden sich Gewebezysten, die wiederum neue Parasiten freisetzen. Frisst ein Hund befallenes rohes Fleisch, wie etwa eine Nachgeburt, beginnt der Zyklus des Parasiten aufs Neue. Besonders verheerend entwickelt sich der Befall mit Neospora Caninum bei trächtigen Rindern: Der Parasit kann die Plazenta durchdringen und auf den Fötus übergehen, was im ersten und zweiten Trächtigkeitsdrittel meist zum Abort des ungeborenen Kalbes führt. Im dritten Trächtigkeitsdrittel verläuft der Befall meist ohne Smptome. Weibliche Tiere geben den Erreger aber an ihre eigenen Kälber weiter, wenn sie später selber trächtig sind. So sind in der Schweiz bis zu 29 Pozent der Aborte bei Kühen auf Neospora Caninum zurückzuführen, wie eine Studie zeigt. Jüngste Untersuchungen legen zudem nahe, dass Neopspora Caninum auch zu Aborten bei Kleinwiederkäuern führen kann. Gegen den Parasiten gibt es islang keine vorbeugende Impfung.

Übertragung durch Hunde selten

Obwohl Hunde die Endwirte von Neospora Caninum sind, spielen sie für dessen Verbreitung in der Schweiz nur eine kleine Rolle. (Bild sb)

Obwohl der Parasit den Hund in seinem Namen trägt (canis = lat. Hund), spiele des Menschen bester Freund bei der Verbreitung von Neospora Caninum hierzulande nur eine untergeordnete Rolle, schreiben Fachleute vom Institut für Parasitologie der Universität Bern. Viel stärker ins Gewicht falle die Übertragung durch trächtige Kühe auf den Fötus. Trotzdem kann es gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in seltenen Fällen auch hierzulande zu einer Übertragung durch Hundeexkremente kommen. Wie eine Studie der Universität Zürich nahelegt, stellen Hofhunde dabei ein grösseres Infektionsrisiko für Nutztiere dar als der Haushund von Herrn und Frau Schweizer, weil Hofhunde immer wieder rohes Fleisch wie etwa Nachgeburten fressen.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen empfiehlt Landwirten deshalb, Nachgeburten nicht im Freien zu deponieren und vor allem nicht dem Hofhund zu verfüttern. Auch abortierte Föten und tote Kälber sollen fachgerecht entsorgt werden.

Hundehaltung: Verantwortung ist gefragt

Halterinnen und Halter müssen ihrem Vierbeiner bei heissem Wetter Abkühlungsmöglichkeiten bieten. (Bild Lisa McKenna)

Hundehalter werden nicht ohne Grund gebeten, den Kot ihres vierbeinigen Freundes von Weiden zu entfernen und Hunde sich nicht in hohem Gras versäubern lassen. Um der Übertragung von Krankheitserregern vorzubeugen, sollen Hunde auch nicht in Brunnen baden, die vom Vieh als Tränke genutzt werden. Stattdessen wird empfohlen, während der heissen Studnen im Schatten zu bleiben und dem Hund stets genügend frisches Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Wenn eine Wasserquelle vorhanden ist, kann es helfen, Pfoten und Beine des Hundes zu benetzen oder ihm ein nasses Tuch als Liegeplatz anzubieten. Ein nasses Tuch über den Hund zu legen, kann kontraproduktiv sein, da es so zu einem Hitzestau kommen kann. Grundsätzlich sollte ein Hund die Abkühlung freiwillig suchen und nicht dazu gedrängt werden.

 

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