Abo Tiergesundheit Klauenpflege: Diese Schweizer Tierhaltenden wollen freiwillig besser werden Montag, 2. Februar 2026 Im Theoriesaal der Landwirtschaftsschule Rütti in Zollikofen BE sitzen Tierärzte neben Landwirten in Reichweite des Pensionsalters, engagierte Bäuerinnen neben aushelfenden Dachdeckerinnen und Agronominnen, die schon lange nicht mehr die Schulbank drücken (so wie ich, beispielsweise). Wir alle haben am Klauenkurs dasselbe Ziel: etwas für uns und für unsere Tiere zu lernen. Das ist ein grosser gemeinsamer Nenner.

Und der Mix im Saal ist wertvoll. Nur so kommt man aus seiner kleinen Welt heraus und sieht den Blickwinkel anderer.

Während die Teilnehmer mit ihren milchblauen Landi-Mänteln auf die nächste Kuh warten, deren Klauen gepflegt werden müssen, durchmengen sich die Generationen auf dem zügigen Hinterhof des Gutsbetriebes.

Die kalten Hände in den grossen Manteltaschen verstaut, testen die Alten die Jungen, ob sie noch grüssen, und die Jungen testen die Alten, ob sie noch ein bisschen Spass verstehen.

Man kennt sich zwar nicht, aber man hält trotzdem an, fragt, wie es geht, klopft ein paar Sprüche. Am Schluss des kurzen Wortwechsels formen ein paar gespreizte linke Hände mit kleinen brauen Pulverhäufchen einen unförmigen Kreis und empor steigt ein mehr oder weniger jugendfreier Schnupfspruch.

Für mich sind das kleine Gänsehaut-Momente. So unbedeutend sie in diesem Augenblick scheinen: Sie geben mir Hoffnung für die Zukunft.

Dass es noch ein Miteinander gibt. Einen Bauernstand, der sich mit gegenseitigem Respekt begegnet und dabei trotz allem den Schalk noch nicht verloren hat.

Es gibt mir Hoffnung, zu sehen, dass man unter Bauern mit dem billigen Stallbesen noch den «sagmehligen» Boden wischt, ohne dass man dazu aufgefordert wurde – Zigarette im Mundwinkel, Sonne im Gesicht.

Hoffnung, dass wir die Kabelrolle zusammen aufrollen, weil es einfacher geht als alleine, und Hoffnung, dass man danach nochmals einen Schnupf zusammen nimmt – weil alleine wäre es einfach komisch.