Jonas Salzmann, Leiter Milchvieh bei der UFA AG, eröffnete die Tagung mit einem Überblick über das vergangene Jahr. Die UHS-Jahresauswertung 2025 falle insgesamt erfreulich aus. «Die Resultate zeigen, dass Investitionen in Prävention, betriebsindividuelle Lösungen und den Erfahrungsaustausch Wirkung zeigen», sagte Salzmann.

Gleichzeitig wies er auf aktuelle und kommende Herausforderungen hin. Die Blauzungenkrankheit werde die Branche auch 2026 beschäftigen, Impfungen rückten stärker in den Fokus. «Die Entwicklung der Fallzahlen bleibt schwierig abzuschätzen», so Salzmann. Zusätzlich müsse man sich mit der hochansteckenden Lumpy Skin Disease (LSD) auseinandersetzen. Auf Produktseite unterstütze die UFA die Betriebe gezielt, unter anderem mit Lösungen zur Stärkung der Immunität, im Mineralstoffbereich sowie mit Insektenabwehr.

Mehr Betriebe ausgewertet, bessere Resultate

Ignaz Hutter, Ressortleiter Rindvieh der UFA AG, präsentierte die detaillierte UHS-Jahresauswertung. 2025 wurden rund 600 Betriebe ausgewertet – fast 100 mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Laktationsleistung liegt bei rund 10 000 Litern, Spitzenbetriebe erreichten ein Stallniveau von über 16 000 Liter.

«Management, Tierwohl und Fütterung zahlen sich messbar aus», hielt Hutter fest. Besonders deutlich zeigte sich der Einfluss der Eutergesundheit. Hohe Zellzahlen wirkten sich klar negativ auf die Milchleistung aus: Kühe ab der zweiten Laktation mit Zellzahlen zwischen 200 000 und 300 000 Zellen verlieren im Schnitt rund einen Liter Milch pro Tag. Positiv sei, dass rund 95 % der Kühe mit einem gesunden Euter abkalben – entscheidend bleibe, Neuinfektionen konsequent zu verhindern.

Auch die Grundfutterqualität spielte 2025 eine zentrale Rolle. «Grundfutter ist matchentscheidend für Leistung und Wirtschaftlichkeit», betonte Ignaz Hutter. Betriebe konnten mit hochwertigem Grundfutter und geringerem Ergänzungsfuttereinsatz höhere Leistungen erzielen. Besonders in den Wintermonaten zeigten sich markante Unterschiede, während im Sommer das Management von Hitzestress entscheidend blieb. Im Durchschnitt erreichten die UHS-Betriebe eine Grundfutterleistung von erstmals über 7000 kg.

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«Eine Kuh mit Milchfieber kostet schnell 500 bis 1000 Franken»

Jenny Tanner, Rindviehspezialistin der UFA AG, zeigte auf, weshalb Prävention wirtschaftlich unverzichtbar ist. «Eine Kuh mit Milchfieber kostet schnell rund 500 bis 1000 Franken – und die versteckten Kosten kommen noch dazu», sagte Tanner. Ein schlechter Start in die Laktation, Stoffwechselstörungen oder ineffiziente Fütterung wirkten sich langfristig auf Leistung, Fruchtbarkeit und Tiergesundheit aus.

Besonderes Augenmerk legte Tanner auf die Galt- und Transitphase. «Die Galtphase ist eine Schlüsselphase, um Milchfieber, Ketose und Mastitis vorzubeugen.» Studien zeigten, dass ein hoher Trockensubstanzverzehr in dieser Phase das Risiko von Stoffwechselstörungen senke, die Biestmilchqualität verbessere und sich positiv auf die Zellzahlen auswirke.

Auch der Hitzestress werde zunehmend zum Thema. Bereits ab 20 Grad geraten Kühe unter Stress, ab 30 Grad nehmen Leistung und Fruchtbarkeit deutlich ab. «Bei starkem Hitzestress sinkt die Konzeptionsrate massiv», erklärte Tanner. Kühlung, Ventilation, angepasste Unterstützung über die Fütterung, hohe Nährstoffdichte und ausreichend Wasser seien zentrale Stellschrauben. Ihr Fazit: «Prävention kostet – keine Prävention kostet mehr.»

Kälbersignale früh erkennen – entscheidend für Tiergesundheit

Raphael Graf, Verkaufsleiter UFA Kälber, richtete den Fokus auf die Kälbergesundheit und die wirtschaftliche Bedeutung früher Signale. «Signale sind noch keine Krankheiten, sondern sichtbare Abweichungen vom Normalzustand», erklärte er. Veränderungen im Verhalten und im Allgemeinzustand, zum Beispiel die Sauggeschwindigkeit, müssen früh wahrgenommen werden.

Frühe Beobachtung sei entscheidend für Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit. «Beobachten heisst, stehen bleiben und hinschauen», so Graf. Stress, mangelhafte Kolostrumversorgung, Hygieneprobleme oder schlechte Luftqualität schwächen das Immunsystem und führen langfristig zu Leistungseinbussen. Ziel sei es, Probleme zu erkennen, bevor sie klinisch werden – ganz im Sinne von Prävention statt Behandlung.

Betrieb Agro-Frei in Adlikon besichtigt 

Am Nachmittag besuchten die Teilnehmenden den Betrieb Agro-Frei in Adlikon bei Regensdorf ZH. Anhand konkreter Praxisbeispiele wurden die Themen des Vormittags vertieft und diskutiert – von Fütterungsstrategien über Tiergesundheit bis hin zu präventivem Management im Betriebsalltag.