War das bereits die Vorentscheidung für die Miss-Sorexpo-Wahl? Das fragte sich nach der Rangierung der Abteilung 38 die grosse Zuschauerschar rund um den Schauring an der Sorexpo 2026. Richter Stefan Hodel stellte Lordan Linda von Thomas Schacher, Escholzmatt LU, die amtierende Miss Lubra, vor die Miss Sorexpo 2025 Lordan Lampedusa von David und Claudia Rieder, Zugerberg ZG. «Es sind Nuancen wie die Ausprägung des Zentralbandes, die zur Entscheidung zwischen diesen beiden Spitzenkühen führten», so Stefan Hodel.
Donald Wilma überzeugt mit Stabilität und idealen Proportionen
Beeindruckt von diesen beiden Kühen zeigte sich auch Ruedi Frehner, der Präsident des Schweizerischen Original Braunviehzuchtverbandes: «Unglaublich, diese Qualität! Ich glaube aber, dass die Siegerin der Abteilung der Kühe in dritter Laktation das Rennen um die Miss Sorexpo macht.» Und Frehner sollte Recht behalten. In der abschliessenden Miss-Wahl setzte sich tatsächlich Krieg’s Donald Wilma von Tobias Krieg, Eschenbach SG, durch. «Sie verkörpert den Doppelnutzungstyp mit ihrer Stabilität und den idealen Proportionen perfekt», zeigte sich Experte Hodel begeistert.
Für Familie Krieg ist dieser Erfolg doppelt wertvoll, denn nicht nur Wilma trägt das Präfix Krieg’s, sondern auch ihr Vater Donald stammt aus dem St. Galler Zuchtbetrieb. Doch damit nicht genug, mit der sehr exakten Krieg’s Omar Delia kam auch die Mention Honorable aus dem Stall von Tobias Krieg.
Vize-Miss Sorexpo wurde Lordan Linda von Thomas Schacher. «Eigentlich wäre diese absolute Top-Kuh nicht die Vize-Miss, sondern auf dem Rang 1B», so Stefan Hodel. Die sechstlaktierende Linda wurde zudem Schöneutersiegerin der Älteren. Der Schöneuter-Titel der mittleren Kühe ging ebenfalls an die Miss Wilma.
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Doppelerfolg für Rivo Rosina von Heinz Planzer
Auch bei den jüngsten Schöneuterkühen setzte sich mit Rivo Rosina von Heinz Planzer, Bürglen UR, ein Tier durch, das gleichzeitig noch Miss wurde. Rosina wurde dank ihrer Eleganz und der sensationellen Euteraufhängung nämlich auch zur Jungkuh-Champion gekürt.
Sowohl in der Schöneuterwahl der Jungkühe als auch bei der Jungkuh-Champion standen mit Korrodi OB Einar Chrisi von Paul Korrodi aus Schönenberg ZH (Vize) und Anakin Atlanta von Christian Portmann aus Obernau LU (Honorable Mention) jeweils die beiden gleichen Kühe auf dem Podest.
Grosse Freude bei Jungzüchter und Oberstufenschüler Adrian Züst
Bei den Rindern setzte sich Einar Glanz von Jungzüchter Adrian Züst, Schwellbrunn AR, durch. Der Oberstufen-Schüler strahlte über das ganze Gesicht, als Stefan Hodel das von ihm vorgeführte Jungtier zur Rinderchampion auserkor. «Ein in allen Positionen sehr korrektes Tier», so Hodel in seinem Kommentar.
Zur Vize-Miss wurde Gietisflue Edelweiss Meiärisli von Jungzüchter Jonas Eberli aus Isenthal UR gekürt. Auch die Honorable Mention kam aus dem Isenthal: Gietisflue Antonic Lisi von Jungzüchterin Beatrice Kempf-Brand, Isenthal UR, überzeugte den Experten.
Viele leistungsstarke Altkühe wie Winzer Whitney mit 106 000 kg Milch
Neben diesen starken Jungtieren wurden auf dem Stierenmarktareal auch viele leistungsstarke Altkühe gezeigt. Eine war sicher die bekannte Stierenmutter Lordan Urmi von Wisi Bürgler aus Nesslau, die nicht nur die Abteilung der 50 000er-Kühe gewann, sondern dank ihrem Gesamtzuchtwert von 1342 auch noch Miss Genetik wurde.
Ein eindrückliches Bild gaben auch die drei gezeigten Lebensleistungs-Kühe Pocher Perla von Ruedi Föhn, Muotathal SZ, Russi Rucola von Luigi Gmür aus Ramosch GR und Winzer Whitney von Thomas Schrackmann aus Sarnen OW ab. Whitney präsentierte sich trotz 106 000 kg Milch enorm vital. Vital und voller Kraft zeigten sich auch das Mutter-Tochter-Paar AJA-ob Nino Gilda und AJA-ob Ursin Kana von Anderegg Alfred und Judith, Meiringen BE. Dank ihrer Ausgeglichenheit, dem gewünschten Zweinutzungstyp und dem starken Fundament gewannen die beiden Kühe den Mutter-Tochter-Wettbewerb.
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Es war die 300. Schau für Richter Stefan Hodel
Die diesjährige Sorexpo war aber nicht nur von herrlichem Original Braunvieh geprägt, sondern auch von Jubiläen, Wechseln und Neuerungen. So konnte Stefan Hodel, der ehemalige Chefexperte von Braunvieh Schweiz, seinen 300. Einsatz als Schaurichter feiern. «Mein erster Einsatz war im Jahr 2004 an der Gemeindeviehschau in Marbach LU. Dass ich nun mein Jubiläum an der Sorexpo feiern darf, freut mich natürlich sehr», so der Luzerner Kuhexperte. Er war begeistert von der Tierqualität: «Es zeigte sich heute, dass man gut bemuskelte Tiere mit einem hoch aufgehängten, gut beaderten Euter züchten kann – das ist eine fantastische Züchterarbeit.»
Organisationstalent Robin Winterberger tritt zurück
Ein wahrer Organisationsexperte ist mittlerweile Robin Winterberger-Zehnder. Der OK-Präsident der Sorexpo trat nach neun Jahren zurück. Waren es bei seinem ersten Einsatz noch rund 200 Tiere, ist der Anlass jährlich gewachsen. Heuer fanden sich im Katalog über 400 Tiere, was eine grössere Infrastruktur und eine noch professionellere Organisation verlangt. Zusammen mit seinen ebenfalls abtretenden OK-Kolleginnen und Kollegen Lukas Bieger, Anita Winterberger-Zehnder und Christian Mathis wurde er geehrt.
Neu war dieses Jahr, dass sich der Vorführring nicht in einer der Stallungen des Braunvieh-Areals befand, sondern die Schautiere an beiden Ausstellungstagen im grossen Vorführzelt präsentiert wurden. Dieses Novum war dank der Zusammenarbeit mit dem OK der 1. Zentralschweizer Braunviehschau möglich, welche ihre Ausstellung am 7. Februar mit der gleichen Infrastruktur veranstalten werden.