Es kam gleich zu zwei Kampfwahlen an der Delegiertenversammlung des Verbands für Simmentaler Alpfleckviehzucht und Alpwirtschaft (VSA) am Montagabend in Thun. Sowohl für die Wahl eines Beständeschauexperten wie auch die Nomination eines Vorstandsmitglieds für die Rassenkommission Simmental zuhanden von Swissherdbook stellten sich je drei Kandidaten zur Verfügung. Dass es jeweils Topkandidaten waren, bewies, dass es beim Beständeschauexperten zu zwei Wahlgängen durch die rund 400 anwesenden Delegierten kam. Gewählt wurde schlussendlich Michael Kummer aus Krattigen. Er ersetzt damit Rolf Dummermuth, welcher Ende 2023 aus der Schaukommission verabschiedet wird. Da der VSA immer kurz vor den Frühlingsschauen seine GV abhält, werden die neuen Experten quasi ein Jahr im Voraus gewählt.
Bei der Nomination eines Vorstandsmitglieds für die Rassenkommission machte das Rennen, notabene nach drei Wahlgängen, schlussendlich Anton Zingrich aus Saxeten. Er wird sich später mit zwei anderen zur Verfügung stehenden Kandidaten stellen müssen – mit je einer Person aus dem Gebiet Emmental und einer aus dem Mittelland. An der Delegiertenversammlung des Bernischen Fleckviehzuchtverbands, kommt es dann endgültig zur Wahl.
Eigeninitiative als Dauerbrenner
«Jedes Jahr müssen wir Landwirte Geld und Zeit investieren, um Initiativen wie die Massentierhaltung erfolgreich zu bekämpfen», sagt VSA-Präsident Hanspeter Iseli an der Delegiertenversammlung und ergänzte im Hinblick auf die anstehenden Nationalratswahlen: «Deshalb ist es wichtig, dass wir Personen aus unseren Kreisen auch zukünftig im obersten Parlament haben.»
Dass sich der VSA aber auch nicht nur für die eigenen, wichtigen Interessen einsetzt, bewies gemäss Geschäftsführer Christian Berger in seinem Rückblick damit, dass sich der VSA letztes Jahr auch mit der aktuellen Kriegslage befasst habe: «Wir spendeten 5000 Franken und von der Naturparkkäserei Diemtigtal wurden 20 Tonnen Käse in die Ukraine transportiert.»
Finanzen ins Lot bringen
Aktive Arbeit und Interessenförderung der Landwirtschaft zum Beispiel an Publikumsmessen sind eine der vielen Aktivitäten des VSA. Doch das generiert unter anderem auch Kosten: So kam es auch zu einem unangenehmen finanziellen Loch: Der Verlust betrug 85'000 Franken. Gemäss dem Geschäftsführer wie auch dem Präsidenten muss sich dies in Zukunft wieder besser ins Lot bringen. «Wir haben im Jahr 2014 in ein Flexportfolio investiert. Doch der daraus prognostizierte Zusatzgewinn zeichnete sich leider nicht ab. Deshalb werden wir vor allem das prüfen lassen, damit unsere Finanzen wieder besser werden», sagte Berger. Präsident Iseli ergänzte: «Denn wenn wir so weiterfahren würden, wäre es das Ende in zehn Jahren für den VSA». Die Jahresrechnung wurde trotz dieser Unschönheit kommentarlos genehmigt.
Hohe Qualität
Letztes Jahr war die hohe Lebensleistung der Kühe im VSA-Gebiet von einer äusserst guten Qualität: So konnten an der Versammlung gleich 33 Besitzer von Kühen mit einer Lebensleistung von über 100'000 kg Milch ausgezeichnet werden. Dies freute insbesondere Markus Gerber, Präsident von swissherdbook und deren Geschäftsführer Matthias Schelling.

