Gruppenhaltung, eine geringe Raufutteraufnahme und wenig Beschäftigung prägen oftmals die ersten Lebenswochen des Kalbes. Wird gegenseitiges Besaugen zum Problem, kann Beschäftigungsmaterial helfen.
Mutterkuhkälber saugen täglich 60 Minuten an der Zitze
In der Schweinemast sind Beschäftigungsmassnahmen längst erprobt und weit verbreitet. In der Kälberhaltung nicht. Bekanntlich haben auch Kälber einen Spieltrieb. Zudem sind Milchviehbetriebe verpflichtet, Kälber nach der zweiten Lebenswoche in Gruppen zu halten. Die Gruppenhaltung ist artgerecht und arbeitswirtschaftlich sinnvoll. Jedoch kann gegenseitiges Besaugen zum Nachteil werden und ökonomische Verluste verursachen. Der nicht befriedigte Saugtrieb wird am häufigsten als Ursache dafür genannt.
In der natürlichen Aufzucht unter der Kuh saugen die Kälber in den ersten Monaten rund sechs Mal täglich während je zehn Minuten an der Zitze der Mutter. Bei der Eimerfütterung mit oder ohne Nuggi sowie an Tränkeautomaten beträgt die tägliche Tränkezeit meistens nur 5 bis 10 min. Es entsteht ein Saugdefizit, was die Motivation zum Saugen erhöht. Nebst dem Saugbedürfnis spielt auch das Sättigungsgefühl des Kalbes eine entscheidende Rolle. Das Sättigungsgefühl kann auch mit restriktiver Fütterung erreicht werden (z. B. 2 × 4 l). Mehrmaliges Tränken gewährleistet, dass das Saugbedürfnis verteilt über den ganzen Tag gestillt wird. Die Milchmenge pro Gabe soll jedoch nicht kleiner als 1,5 Liter sein, damit bei jeder Gabe das Sättigungsgefühl erreicht wird. Ein Nuggi mit kleinem Loch oder festerer Beschaffenheit verlängert zusätzlich den Saugakt und kann sich ebenfalls positiv auswirken.
Kälber spielen gerne
Der Saugakt beruhigt das Kalb, deshalb ist es wichtig, dasdie Kälber dafür genügend Zeit und Möglichkeiten haben. Ein optimales Instrument ist der Spieligel, er besteht aus zwölf Zitzen-ähnlichen Stacheln. Dies animiert mehrere Kälber gleichzeitig daran zu saugen und zu spielen. Das Material aus Naturkautschuk mit Lebensmittelfarbe kann bedenkenlos eingesetzt werden. Bei einer sachgemässen Montage bleibt der Spieligel hygienisch und dauerhaft unbeschädigt aufgrund der hochwertigen Qualität.

Stress für Kälber vermeiden
Eine optimale Haltung ist die Voraussetzung für stressfreie Bedingungen und gesunde Tiere. Stress und Haltungsfehler führen schnell zu Verhaltensstörungen, unter anderem zu nicht-nutritivem Besaugen (nicht mit Nahrungsaufnahme verbunden). Beispielsweise eine hohe Altersdifferenz innerhalb der Gruppen verursacht Stress bei den jüngeren Tieren. Weitere Einflussfaktoren sind eine unangepasste Belegungsdichte und damit in Verbindung stehend, eine zu niedrige Luftaustauschrate. Dies kann zu einer hohen Konzentration an Schadgasen wie z. B. Ammoniak führen. Nicht zu unterschätzen sind ausserdem einwandfreies Raufutter und eine bedarfsgerechte Ergänzungsfütterung sowie eine optimale Wasserversorgung auf erreichbarer Höhe.

