Es sind Kühe, die einem das ganze Leben begleiten. Es sind Kühe, die einem mit ihrem eindrücklichen Exterieur voll in den Bann zogen. So auch die Holsteinkuh Castel James Jolie EX-95 von Michel Castella aus Sommentier FR. Ihre Karriere begann so richtig, als sie im Jahr 2010 an der Europaschau in Cremona (I) zur Holstein-Siegerkuh gekürt wurde.
Ich selbst, sass damals auch auf der Tribüne in Cremona und Jolie hat mich mit ihren unglaublichen Typ- und Eutereigenschaften sofort begeistert. Zum ersten Mal hat damals eine Schweizer-Kuh den begehrten Europameistertitel geholt. Jolie liess die grossen Holsteinnationen wie Deutschland, Italien oder Spanien hinter sich. James Joli hatte damals frisch gekalbt, für einige Skeptiker hatte sie an der Europaschau noch zu viel Fleisch an den Knochen. Doch der britische Preisrichter John Gribbon liess sich bei der Championwahl nicht beirren und lief mit zügigen Schritten auf Jolie zu.
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Diese Red Holstein war ihrer Zeit voraus
Bei den Red Holstein verfolgt mich eine Kuh bis heute. Ihr Name: Caveman Jonquille von der Familie Armand Menoud aus Sâles FR. Ich habe seither noch nie eine schönere RH-Kuh gesehen. Von der Horn- bis zur Schwanzspitze hat bei ihr einfach alles gepasst. Das erste Mal habe ich Jonquille im Jahr 1990 an der Expo Bulle gesehen. Damals hatte sie als Erstlingskuh ihren Auftritt. Die Expo Bulle hatte damals noch die alten Stallgebäude, der Vorführring befand sich draussen unter freiem Himmel. Jonquille war damals der Zeit voraus, souverän gewann sie ihre Klasse. Dreimal (1992, 1993 und 1995) hat diese Ausnahmekuh später die Expo Bulle gewonnen.
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Eine Simmentalerkuh, wie sie sich jeder wünscht
Bei den Simmentalern blieb mir bis heute vor allem eine Kuh in bester Erinnerung: Teo Amy von Peter Brügger aus Frutigen BE. Amy stand damals an der Nachtzuchtschau ihres Vaters Teo im Mittelpunkt. So eine Simmentalerkuh wünscht sich wohl jeder. Damals war es nicht verwunderlich, dass Amy das Jungkuhchampionat gewinnen konnte. Sowieso habe ich noch nie so eine starke Simmentalergruppe wie die vom Stier Teo gesehen. Vor nicht allzu langer Zeit durfte ich den Betrieb, wo Teo gezüchtet wurde, besuchen. Markus und sein Vater Rudolf Rauber aus Frutigen BE, haben eine eindrückliche Simmentalerzucht, die jedes Herz höherschlagen lassen.
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Einzigartig im Euter und im Fundament
Das Gleiche gilt auch für die SF-Kuh Incas Roxane EX-96. Diese Kuh lancierte ihre Karriere an der Swiss Expo 2015, wo sie als grosse Siegerkuh hervorging. Christian und Edith Delabays, Châtelard-p-Romont FR standen damals im Rampenlicht. Auch ich war völlig verliebt in diese Kuh. Ein Euter, das seinesgleichen suchte und ein Fundament, das nicht besser sein konnte. Roxane wiederholte ihren Sieg an der Swiss Expo 2016 noch ein weiteres Mal. Mit ihrem positiv geprüften Sohn Roxel beweist Roxane, dass sich auch züchterisch viel Wertvolles zur SF-Rasse beitragen konnte.
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Das OB-Zuchtziel in Perfektion
Beim Original Braunvieh gibt es für mich kein Vorbeikommen an Lordan Glena von Martin Schrepfer aus Wald ZH. Kann man eine Kuh noch schöner malen? Sie widerspiegelt für mich das Zuchtziel der OB-Kuh: Viel Muskulatur, eine starke obere Linie, ein glasklares Fundament und ein Euter, das nach vielen Laktationen noch immer am richtigen Platz ist. Lordan Glena gewann im Jahr 2023 nicht umsonst die Tier&Technik.
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Viele Schönheiten im Stall
Das Gleiche gilt für die Brown Swiss Kuh Pius Glenn Glena EX-96 von Paul Kälin-Merz aus Steinen SZ. Diese Traumkuh hat die Schausaison 2013/14 völlig dominiert. Ich durfte sie an ihrem Sieg 2013 an der Swiss Classic in Brunegg AG mit eigenen Augen sehen. Sie präsentierte dort ein Euter, das punkto Form und Beaderung den Holsteins ebenbürtig war. Den Betrieb von Paul Kälin durfte ich später einmal besuchen. Glena war nicht die einzige Schönheit in ihrem Stall, sie hatte dort starke Konkurrenz. Geblieben ist mir auch, wie die Familie Kälin mit viel Fleiss und Herzblut Viehzucht betrieben.