Nördlich der Alpen gibt es drei Rassetypen der Honigbiene sowie Mischungen zwischen Rassen in gezielten und zufälligen Kombinationen:

Dunkle Biene: Apis mellifera mellifera ist die einzige auf der Alpennordseite ursprünglich einheimische Honigbiene und der Urtyp aller Honigbienen.

Carnica-Biene: Die ursprünglich aus dem Osten Europas stammende Apis mellifera carnica wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet.

Buckfast-Biene: Eine Zuchtkreuzung aus verschiedenen Bienenrassen, die in den letzten 30 Jahren vermehrt eingesetzt wird.

Rasse-Mix: Die Rassetypen Carnica und Buckfast sind sich genetisch ähnlicher, weiss Martin Dettli, Präsident Agni, deshalb sei bei Kreuzungen innerhalb dieser Rassetypen die Gefahr für aggressive Bienen kleiner als bei Kreuzungen mit der Dunklen Biene. Je grösser die Unterschiede zwischen den Typen, desto aggressiver können die Bienen werden. In Randregionen zu Gebieten, wo es Dunkle Bienen hat, können die Bienen laut Dettli etwas «stechiger» sein, da sich die Dunkle Biene mit den anderen zwei Rassetypen vermischt.

Für die Dunkle Biene gibt es ein Schutzgebiet im Kanton Glarus und eines im Melchtal OW. Da für die Weiterzucht nur aus der Zuchtpopulation ausgewählt werde, finde mit der Zeit eine genetische Verengung statt, weiss Linus Kempter, Präsident der Zuchtorganisation Mellifera. Die Population in den Schutzgebieten bilde eine wichtige Genreserve. Im Kanton Glarus gibt es über 1000 Königinnen, bei denen eine unkontrollierte Paarung zwischen dem Rassetyp der Dunklen Biene stattfindet.