«Die Braunviehkuh ist überall zu Hause. Sie kann im Tal 10'000 kg Milch produzieren, funktioniert aber auch auf Alp- und Biobetrieben im Berggebiet», betonte Präsident Walti Windlin an der DV des Braunviehzuchtverbands Obwalden. Zudem werde sie als Mutterkuh genutzt und auch im Exterieur müsse sie sich beweisen.
Kein Lauberhornsieg für Braunviehrasse
Die Braunviehkuh sei eine Allrounderin. «Wäre sie im Skisport aktiv, würde sie den Gesamtweltcupsieg gewinnen», so Windlin weiter. Da sie aber keine Spezialistin sei, sei ihr ein Sieg an einer prestigeträchtigen Abfahrt wie am Lauberhorn verwehrt, schloss der Verbandspräsident seinen bildlichen Vergleich ab. Entsprechend fehle es der braunen Kuh an Popularität, was sich beim schmerzhaften Rückgang der Herdebuchtierzahlen zeige. Es sei leider bittere Realität, dass es jedes Jahr beinahe 4000 Abschlüsse weniger gebe.

Bessere Fitnessmerkmale der Braunviehkuh
«Ich bin absolut überzeugt, dass die braune Kuh für die zukünftige Landwirtschaft genau die richtige Rasse ist», sagte Walti Windlin. Das bedinge aber weitere Verbesserungen bei den Fitnessmerkmalen. Sehr erfreulich sei, dass im Kanton Obwalden 100 Kontrollabschlüsse mehr gezählt werden konnten. Auch sonst hatte Windlin viele positive Punkte zu vermelden. An nationalen Schauen holten sich die Obwaldner Züchter viele Abteilungssiege und sogar Misstitel wie an der Swiss Classic.
Zudem wurde Obwalden Vize-Schweizermeister der Züchtergruppen. Mehrere bedeutende Viehschauen fanden 2022 im Obwaldnerland statt. Die Kantonale Herbstviehschau wie auch die kantonale Wintershow in Sarnen waren Erfolge. Es wurden acht weibliche Zuchtfamilien gezeigt und zehn Kühe durchbrechen die Schallmauer von 100'000 kg Milch. Sieben Obwaldner Züchter schafften es auf die Betriebsmanagementliste. Einer davon war Karl Peter aus Alpnach Dorf, der gleichzeitig noch einen Stalldurchschnitt von über 10'000 kg Milch erreichte.
Mit Erwin Kathriner aus Sarnen demissionierte nach elf Jahren ein engagiertes Vorstandsmitglied aus dem Verband. Als sein Nachfolger wurde Peter Halter aus Stalden gewählt.
Besitzer der 100'000er-Kühe
Markus Albert, Alpnachstad; Hugo Barmettler, Alpnachstad; Michael Durrer, Kägiswil; Thomas Durrer, Kerns; Toni Gisler, Giswil; Michael Imfeld, Lungern; Thomas Schrackmann, Sarnen; Peter Vogler, Flüeli-Ranft; Werner Vogler, Lungern; Andreas von Flüe, Flüeli-Ranft.

