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Studie: Das Gülleloch abzudecken reduziert Ammoniak-Ausstoss um bis zu 80 Prozent

Die Landwirtschaft stösst in der Schweiz einen Grossteil des schädlichen Ammoniaks aus. Hauptursache ist die Gülle. Auch Lachgas, Methan und Kohlendioxid dünstet die Gülle aus. Ein Deckel aufs Güllenoch schafft Abhilfe.


Zusammen mit anderen Forschungsinstitutionen veröffentlichte die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule (BFH-HAFL) am Mittwoch die bisher umfassendste Übersicht über das Ammoniak aus der Lagerung von Jauche auf den Bauernhöfen. Die Studie basiert auf einer Literaturrecherche, die Daten aus 120 Forschungsarbeiten beinhaltete.  

Bis zu 80 Prozent weniger Ammoniak verloren dank Deckel

In mehrjähriger Arbeit erhob die HAFL zusammen mit international führenden Wissenschaftlern Daten über den Ausstoss von Ammoniak sowie über die Emissionen von Lachgas, Methan und Kohlendioxid. Dabei zeigte sich, dass aus der Schweinejauche mehr Ammoniak entwich als aus jener von Rindern.

Die Untersuchungen bewiesen ausserdem die Wichtigkeit von Abdeckungen. Ein richtig abgedecktes Güllenloch stösst bis zu 80 Prozent weniger Ammoniak aus. Auch die Treibhausgasemissionen nahmen bei gedeckten Lagern leicht ab.

Schwankungen im Jahresverlauf

In der Studie steht zu lesen, dass der Gasausstoss aus Gülle je nach Jahreszeit stark schwankt. Daher wurde für die Übersichtsstudie ein Jahresdurchschnitt berechnet.

Daten aus aller Welt

Die Forschenden verwendeten nur Daten aus Studien, die an Lagertanks oder -becken im Freien, ausserhalb von Ställen standen. Die meisten Daten stammten aus den USA, gefolgt von Kanada, Italien und Dänemark. Zahlen aus der Schweiz wurden keine verwendet.  

Die vollständige Studie finden Sie hier.

Natürliche Kruste funktioniert nicht wirklich

Je nach Beschaffenheit der Gülle und dem Wetter kann sich eine Kruste auf der Oberfläche bilden. Dieser natürliche Deckel kann zwar die Emissionen von Ammoniak und Methan verringern, da in dieser Schicht lebende Mikroben die Gase abbauen. Hingegen kann eine solche Kruste aber den Lachgas-Ausstoss erhöhen, schreiben die Forschenden in ihrer Studie. 

Gülleaufbereitung hat unterschiedliche Effekte 

Des Weiteren beeinflussen Verfahren zur Gülleaufbereitung die Emissionen. Sie reduzieren teilweise die Ammoniak- oder Treibhausgasemissionen bei der Güllelagerung, können diese aber auch vergrössern:

  • Ansäuern der Gülle reduziert die Ammoniak- und Methan-Emissionen sowie zu einem geringen Teil auch den CO2-Ausstoss, es wird dabei aber vermehrt Lachgas freigesetzt
  • Gülleseparierung in einen flüssigen und festen Teil erhöht die Ammoniak-Verluste, reduziert aber die Methan-, Lachgas- und CO2-Emissionen
  • Anärobe Vergärung steigert den Ammoniak-Ausstoss   

Die Mehremissionen lassen sich den Untersuchungen zufolge aber durch geeignete Techniken beim Ausbringen und beim Weiterlagern kompensieren.

Die Studie bildet den Forscherinnen und Forschern zufolge eine Grundlage für Entscheidungsträger, etwa bei der Beurteilung von Massnahmen zur Emissionsreduktion. Sie zeigt auch Wissenslücken und Forschungsbedarf auf.

Das Problem mit dem Ammoniak

Ammoniak ist ein Luftschadstoff, der Ökosysteme, Wasser und Boden auf vielfache Weise schädigt. Zudem trägt die stinkende Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung indirekt zur Bildung von Treibhausgasen und lungengängigem Feinstaub bei. Daneben kommen die Treibhausgase Lachgas, Methan und Kohlendioxid aus der Jauche, dem sogenannten Hofdünger.

Die landwirtschaftliche Tierhaltung stösst landesweit mehr als 90 Prozent des Ammoniaks aus. Der Landwirtschaft geht dadurch auch viel Stickstoff verloren, der für die Düngung wichtig ist, wie die Fachhochschule schreibt.

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