Erste Befälle mit Cercospora-Blattflecken entdeckt

Die Pilzkrankheit zeigt sich bereits an exponierten Lagen. Feldkontrollen sind vor allem in Risikogebieten ratsam.

Nach dem warmen Frühling und dem gewitterhaften Juni musste bezüglich Cercospora-Blattflecken mit dem Schlimmsten und somit mit einem sehr frühen Befall gerechnet werden – mit der Ermittlung der Temperatursumme wurde ein Befall ab dem 25. Juni vermutet. Letzte Woche hat die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau bereits an exponierten Lagen erste Blattflecken entdeckt. Diese haben sich aber nicht vermehrt. Dank der aktuell etwas tieferen Temperaturen wurde die Entwicklung etwas gebremst.

Erste Befälle mit Cercospora-Blattflecken entdeckt
Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit ist die wichtigste und schädlichste Blattkrankheit an der Zuckerrübe. Ein früher Befall beeinträchtigt den Rübenertrag und den Zuckergehalt erheblich. Verluste können bis zu 40 % betragen. Ein milder Winter, gefolgt von einem warmen Frühling, einem frühen Reihenschluss und hohen Niederschlagsmengen in den Monaten Juni und Juli fördern den Befall.

Die aktuelle Lage kann auf der Betaswiss-App eingesehen werden. Diese Befallskarte wird einmal wöchentlich mit den neusten Bonituren hochgeladen.

Risikoparzellen kontrollieren

In allen Regionen kann mit der Feldkontrolle begonnen werden – Risikoparzellen zuerst kontrollieren. Dies sind vor allem Schläge, welche direkt an letztjährige Zuckerrübenfelder grenzen oder in Windrichtung zu letztjährigen Feldern liegen.

Eine Spritzung gegen die Pilzkrankheit sollte erst dann vorgenommen werden, wenn tatsächlich Cercospora-Blattflecken gefunden wurden. Zudem kann aufgrund der guten Sortentoleranz bei den Sorten Escadia KWS, Smart Belamia KWS und Novalina KWS etwas länger zugewartet werden mit der ersten Behandlung. Alle erwähnten Sorten verfügen über eine hohe Toleranz und einen hohen Eigenschutzmechanismus, allen voran die Sorte Escadia KWS. Die Sorte Escadia KWS ist die erste ihrer Generation und gilt als CR+ -Sorte.

Genaue Fungizid-Applikation entscheidend

Um Resistenzen zu vermeiden und den Wegfall von Fungiziden zu kompensieren, ist eine genaue Fungizid-Applikation entscheidend. Dazu sollte das Wetter in den kommenden Tagen beachtet und die Zuckerrüben erst nach den Gewittern dieser Woche behandelt werden. Das Beimischen von Kupfer ist zu empfehlen. Kupfer ist nach 30 bis 35 mm Niederschlag komplett abgewaschen. Beurteilen Sie die Situation nächste Woche neu und handeln Sie, wenn eine Behandlung angezeigt ist.