Winterzeit ist Planungszeit. Für die kommende Maissaison wird sich so mancher schon Gedanken über eine geeignete Silomaissorte für seinen Betrieb gemacht haben. Nur auf was sollte man schauen, wenn man die Maissorte aussucht? Und welche ist für meine Futterration am besten geeignet? Diese Fragen beantwortete Mike Bauert, Berater bei der UFA-Samen, am Dienstag in einem Wintervortrag der Fenaco. Dieser fand nicht wie üblich in einer Landi statt. Corona-bedingt musste die Veranstaltung online über einen Live-Stream durchgeführt werden.

Erntezeitpunkt ist entscheidend

«Wenn man das beste aus der Maissorte herausholen möchte, dann ist der Reifegrad zum Maiserntezeitpunkt matchentscheidend», sagt Mike Bauert. Die Reife ist dann erreicht, wenn der optimale Trockensubstanz (TS)-Gehalt der Gesamtpflanze zwischen 32 und 35 Prozent liegt. Eine Studie aus Frankreich zeigt aber, dass weniger als 50 Prozent der Betriebe ihren Silomais im optimalen Stadium ernten. In der Praxis fällt dieser mit 35 bis 37 Prozent vielfach höher aus, auch in der Schweiz, berichtet Bauert. Die beste Faserverdaulichkeit liegt bei einem TS-­Gehalt von 34 Prozent, zeigen Versuche aus Holland. «Warum ist es so, dass man den richtigen Erntezeitpunkt verpasst? Liegt es daran, dass der Nachbar noch nicht erntet oder man noch auf die Rübenschnitztel wartet oder lässt man sich von der Maissorte ‹Stay-Green› täuschen?», fragt der Berater in den Raum. Die Maissorten werden zunehmend auf «Stay-Green» gezüchtet, was so viel bedeutet wie «grün bleibend». Während die Blätter der anderen Maissorten bereits verfärbt sind, bleiben die der Stay-Green-Sorten noch grün, selbst wenn die Kornreife bereits erreicht ist. «Der Landwirt muss insbesondere bei diesen Sorten in den Bestand hineingehen, um den idealen Erntezeitpunkt festzustellen», betont der Berater. Um ganz genau sicherzugehen, bietet Agroscope einen Silomais-Rechner zur Berechnung der Reife online und kostenlos an.

Stay-Green mit guter Stängelfäule-Resistenz

Nun stellt sich die Frage: «Warum werden Stay-Green-Sorten überhaupt gezüchtet?» Sie weisen aufgrund ihrer lang anhaltenden Vitalität eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Stängelfäule auf. Ab der Teigreife haben Stay-Green-Sorten zudem eine bessere Standfestigkeit, zählt Mike Bauert deren Vorteile auf. Auch ist das Risiko einer raschen Verstrohung gering. Dies bedeutet, dass die optimale Silierreife, die Kombination aus guter Silierfähigkeit, hohem Ertrag und hoher Futterqualität über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt.

Maissorte bestimmt die Qualität

Bei der Sortenwahl des Silomaises spielen auch die Qualität des geernteten Materials sowie der Stärkegehalt eine wichtige Rolle. «Im Kolben wollen wir einen hohen Stärkegehalt, von der Gesamtpflanze erwarten wir eine hohe Verdaulichkeit», so Mike Bauert. Ausschlaggebend ist der TS-Gehalt bei der Ernte: Beim Kolben nimmt die Stärke bis zu einem TS-Gehalt von rund 38 Prozent zu, danach verändert sich die schnellverfügbare Pansen-Stärke in eine Bypass-Stärke, die erst im Dünndarm aufgeschlossen werden kann. Entsprechend dauert es länger, bis die Stärke der Kuh zur Verfügung steht. Wird der Mais mit mehr als 37 Prozent TS einsiliert, nimmt auch die Restpflanzenverdaulichkeit von den Blättern und Stängeln ab, weil die Faserverdaulichkeit wie auch der Zuckergehalt sinken. Beides wirkt sich negativ auf die Fressbarkeit aus.

Hartmais-Sorten haben eine langsamer verfügbare Stärke, enthalten also mehr pansenstabile Bypass-Stärke, als Zahnmaissorten – erstere sind daran zu erkennen, dass das Maiskorn glasiger aussieht. Weil im Laufe der Lagerzeit und mit zunehmendem Alter der Maissilage der Anteil an Bypass-Stärke sinkt, sollten Hartmais-Sorten zuerst einsiliert und zuletzt verfüttert werden, erklärt Bauert.

Sorte auf Futterration abstimmen

Welche Sorte passt nun in meine Fütterung? «Bei einer grasdominierten Fütterung werden Sorten mit einem hohen Kolbenanteil und Pansenstärke benötigt», so der Berater.

Für die grasdominierte Ration eignen sich deshalb vor allen die Sorten: LG 31.205, LG 31.219, LG 31.272, SY Telias, SY Enermax und KWS Robertinio. Bei einer maisdominierten Fütterung ist ein hoher TS-Gehalt aus Stängel und Blatt, eine gute Faserqualität sowie Bypass-Stärke wichtig.

Für die maisdominierte Ration eignen sich vor allem die Sorten: LG 31,479, SY Glorius, KWS Figaro, P 1758, P 9903, LG 31.295. 

Infos u. a. zur Unterfuss-Düngung im Mais sind am 26. Januar verfügbar: Hier.