Im August 2026 starten die ersten Lernenden für ihr EFZ nach der neuen Bildungsverordnung. Dies, nachdem die jahrelange Totalrevision der Grundbildung unter Dach ist. Nach den ersten beiden Lehrjahren wird im dritten Lehrjahr eine Fachrichtung gewählt.

Und mit dem freiwilligen vierten Lehrjahr soll ermöglicht werden, eine zweite Fachrichtung für ein zweites EFZ zu absolvieren. In den überbetrieblichen Kursen wird neben der bereits integrierten Staplerprüfung neu auch zwei Tage Handhabung Motorsäge vermittelt.

Reform der höheren Berufsbildung

Bereits in der Planung ist die Reform für die höhere Berufsbildung. Derzeit würden dafür die Qualifikationsprofile validiert, das Prüfungswesen entwickelt und die künftigen Module definiert – viele davon würden freiwillig werden. Die Publikation sei für das Jahr 2028 vorgesehen, erklärt Petra Sieghart, Geschäftsleiterin der Organisation der Arbeitswelt (OdA AgriAliForm).

Diese hielt am 19. Juni 2026 ihre Delegiertenversammlung am Schluechthof ab. Die Organisation vereint die in der Berufsbildung engagierten und aktiven Berufsorganisationen der Landwirtschaft sowie der landwirtschaftlichen Spezial- und Verarbeitungsberufe.

Alle Berufe unter einem Dach vereint

Neu mit dabei waren erstmals die Partner-Mitglieder für die Fachrichtungen, so Aviforum, Schweizer Milchproduzenten, Suisseporcs und VignobleSuisse. Neu beigetreten ist Anfang 2026 auch Demeter, die den Bildungsgang für biologisch-dynamische Landwirtschaft vertritt.

«Damit sind nun alle landwirtschaftlichen Berufe unter einem Dach vereint», freute sich Präsidentin Carine Thérauluz. Sie bezeichnete die Bildungsreform – nötig war auch eine Statutenrevision – als Meilenstein für die OdA. Und diese werde der vermehrten Spezialisierung in der Landwirtschaft gerecht.

Abschlüsse EFZ nehmen zu

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr waren die Berufsmeisterschaften SwissSkills im September mit über 120 000 Besuchenden. Das Berufsfeld Landwirtschaft habe sich dabei in bestem Licht präsentiert, meinte Petra Sieghart.

Erfreulich sei, dass die Abschlüsse Landwirt(in) EFZ in den letzten drei Jahren angestiegen seien, bei den Agrarpraktikern seien die Zahlen stabil. Sehr gefragt sei der Fachausweis Bäuerinnen, während kaum ein Interesse für die Meisterprüfung Bäuerinnen bestehe.

Höhere Ausbildung mehr forcieren

Für die Branche sei ein gut ausgebildeter Nachwuchs sehr wichtig. Angestrebt würden attraktive Ausbildungsmodelle, welche die Lernenden optimal auf ihre künftigen Anforderungen vorbereiten. Höhere Absolventenzahlen würden aufgrund der grossen Nachfrage im Markt bei der höheren Berufsbildung angestrebt, erklärte Sieghart.

Neu in den Vorstand der OdA gewählt wurde der Emmentaler Landwirt Benjamin Ramseier als Vertreter des Schweizer Bauernverbandes. Er löst Ueli Augsburger ab, der sich über viele Jahre sehr für den Aufbau der OdA und der überbetrieblichen Kurse engagiert hat.