Aktuell gibt es noch 1561 Milchproduzenten, die für den Gruyère AOP Milch abliefern. Vor 25 Jahren waren es noch deren 3200 Betriebe. Dafür ist die jährliche Milchmenge pro Betrieb durchschnittlich auf 250 000 kg angewachsen. Auch die Gruyère-Käsereien sind innerhalb von 25 Jahren von 222 Käsereien auf 151 geschrumpft. Insgesamt wurden letztes Jahr 31 683 Tonnen Gruyère AOP produziert. Vor 25 Jahren war es noch 26 590 Tonnen. Der durchschnittliche Milchpreis für die Produzenten lag letztes Jahr bei 93.95 Rappen/kg, im Jahr 2001 war er noch bei 82 Rappen.
Der Exportmarkt ging zurück
Diese Zahlen wurden an der Jahresversammlung der Sortenorganisation Gruyère am 19. Juni in Bulle FR präsentiert. Präsident Pierre-Ivan Guyot wie auch Direktor Olivier Isler zeigten sich optimistisch für die Zukunft: «Die Stabilität des Schweizer Marktes trug dazu bei, den Schock im Exportmarkt abzufedern», sagte Isler. So musste letztes Jahr im Vergleich zu 2024 ein Rückgang von 7,4 % in Kauf genommen werden. «Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den amerikanischen Markt zurückzuführen», hält der Direktor fest. Der Wechselkurs wie auch die US-Zölle hätten die Entwicklung auf Schweizer Produkte stark beeinträchtigt. Das gesamte Exportvolumen ausserhalb Europas belief sich auf 5193 Tonnen. «Auch in Europa gingen die Zahlen um 2,8 % auf 6887 Tonnen zurück», betonte der Präsident. Vor allem in Deutschland sei der Verkauf stark zurückgegangen.
Insgesamt ging der Verbrauch um 1,5 % bzw. um 493 Tonnen auf 31 210 Tonnen zurück. Hingegen konnte der Inlandverbrauch, der etwa 60 % der Gesamtmenge ausmacht, um 2,5 % auf 19 131 Tonnen gesteigert werden. «Damit erreichten wir letztes Jahr einen historischen Höchststand», freut sich Olivier Isler. Hier profitiere der Gruyère von den Werbungsaktivitäten der Grossverteiler wie auch von der Solidarität der Konsumentinnen und Konsumenten. «Der Le Gruyère AOP gehört zu den Marken, in die der Verbraucher ein grosses Vertrauen hat», ist der Direktor überzeugt.
Einschränkungsmilch von drei Prozent
Aktuell müssen die Gruyère-Produzenten noch mit 3 % Einschränkungsmilch leben. Deren Bioproduzenten haben sogar 10 %. «Beim Alp-Gruyère besteht keine Einschränkung», sagt Olivier Isler. Auch am Melkroboter-Verbot will die Sortenorganisation nicht rütteln. «Wir dürfen deswegen nicht die hervorragende Qualität und die Identität des Gruyères aufs Spiel setzen», ist Pierre-Ivan Guyot überzeugt.
In diesem Jahr wird zudem eine neue Kommunikationskampagne lanciert. Mit dieser wolle man die Anforderungen des AOP-Pflichtenheftes und damit die Grundlage für die Stärke des Produktes in den Mittelpunkt stellen. Trotzdem würden die Herausforderungen in der Zukunft zahlreich bleiben. «In einem ständig wandelnden Umfeld liegt es in der Verantwortung aller Akteure, die Gleichgewichte zu bewahren, die den Erfolg von Le Gruyère AOP ermöglicht haben», so der Präsident.
Die beste Werbung
Eine Erfolgsgeschichte sei aber nicht nur ihr Käse, sondern auch die geschützte Ursprungsbezeichnung AOP. «Im Jahr 2001 erhielt Gruyère offiziell die Anerkennung AOP», sagt Olivier Isler. Diese Registrierung, welche jetzt 25 Jahre alt ist, ermöglichte einen wirksamen Schutz der Ursprungsbezeichnung und die Verteidigung der Nutzung des Namens Gruyère sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. «Ohne diese solide rechtliche und institutionelle Verankerung wären die Erfolge der vergangenen 25 Jahre nicht möglich gewesen», ist Isler überzeugt. Im Weiteren seien auch die vielen Titel, welche der Gruyère AOP holte, beste Werbung für den Käse. «An den World Cheese Awards in Bern im Jahr 2025 holte der Käser Pius Hitz aus Vorderfultigen BE mit seinem Le Gruyère AOP den Weltmeistertitel», freut sich der Direktor. Das sei sicher die beste Werbung für den Käse.