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Öffentlich-rechtliche Milchprüfung: Suisselab soll 2 Mio Fr. zuviel Subventionen bezogen haben

Die Eidgenössische Finanzkontrolle wirft der Suisselab vor, sie habe in den Jahren 2016 und 2017 zuviele Subventionen vom Bund bezogen. Der Labordienstleister weist die Vorwürfe zurück, man habe stets nach Treu und Glauben gehandelt.


Publiziert: 18.06.2019 / 13:00

Es war auf den ersten Blick eine unspektakuläre Versammlung. Suisselab, der Labordienstleister der Milchwirtschaft hat bei allen Angeboten Konstanz aufzuweisen. Die Zahlen sind solid, die Dienstleistungen gefragt.

"Stets nach Treu und Glauben gehandelt"

Doch unter Traktandum 2.4 kamen unerwartet negative Nachrichten. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) wirft der Suisselab vor, sie habe zu viele Kosten auf die öffentlich-rechtliche Milchprüfung umgelegt. Die Suisselab verwehrt sich gegen die Vorwürfe: "Stets nach Treu und Glauben gehandelt" überschreibt die Organisation ihre Medienmitteilung vom Dienstag.  

Der schriftliche Bericht der EFK liegt noch nicht vor. Aber laut den Suisselab-Verantwortlichen handelt es sich um einen Betrag von 2 Mio Fr., den die Suisselab in den Jahren 2016 und 2017 laut EFK zuviel verrechnet haben soll. Suisselab-Präsident Markus Gerber erklärt, es gebe einen Fixpreis pro Probe. Suisselab habe keinerlei Interesse, zusätzliche Subventionen zu holen.

Nicht zu vergleichen mit Postautoskandal

Trotzdem habe man nun eine Sonderüberprüfung durch einen externen Revisor beantragt. Dabei handelt es sich um die BDO (Standort Burgdorf). Die BDO hatte bereits den "Postautoskandal" begleitet, der unlängst für Aufsehen und rollende Köpfe gesorgt hatte.

Markus Gerber weist aber jeden Vergleich mit den Missetaten der Postauto-Manager zurück, "wir haben ein sauberes Gewissen", so Gerber und betont das Handeln nach Treu und Glauben. Bei Postauto seien hingegen bewusst fingierte Rechnungen gestellt worden. Im Fall Suisselab geht es dagegen um Zuteilungsfragen bei Personal- und Administrationskosten.

Die gesamten Subventionen des Bundes an Suisselab betrugen gut 6,6 Mio Fr. (2016: 3,99 Mio Fr., 2017: 2,66 Mio Fr.). Seit 2014 konnte der jährliche Betrag um 1,4 Mio Fr. gesenkt werden. Ausbezahlt werden diese Subventionen für den öffentlich-rechtlichen Teil der Milchprüfung, nämlich die Messung von Keim- und Zellzahlen sowie Hemmstoffen.

Erste Aufregung im Jahr 2016

Es ist nicht das erste Mal, dass die Subventionen des Bundes für die Milchprüfung Schlagzeilen machen. 2016 hatte der "Blick" einen Finanzskandal gewittert. Das Blatt publizierte einen Mailwechsel zwischen dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), darin forderte das Bundesamt die Suisselab auf, den vollumfänglichen vom Parlament im Budget beschlossenen Betrag für die Subventionierung der Milchprüfung zu beziehen.

Seit damals werfen die Parlamentarier offenbar einen schärferen Blick auf die Subventionierung der Milchprüfung. In der letzten Budgetdebatte im Herbst 2018 passierte der Betrag im Ständerat erst in dritter Lesung.  

Ungeachtet des nun aufgewirbelten Staubs ging Traktandum 2.4, Jahresrechnung 2018 ohne Gegenstimme und mit einer Enthaltung über die Bühne. Es lasse sich keine Rückstellung bilden, erstellte der Rechtsberater von Suisselab. Ob und wieviel das Unternehmen zurückbezahlen muss wird sich frühestens zeigen, wenn die EFK ihren Bericht eingereicht und das BLV diesen beurteilt hat.

Fertalys: Drei Viertel der Kühe trächtig

Die übrigen Traktanden boten wenig Spektakel. Laut Geschäftsführer Daniel Gerber war bei der Milchprüfung ein Rückgang von über 3,5% auf 440'948 Proben zu verzeichnen, damit war der  Rückgang etwas stärker als in den vergangenen Jahren.

Die Keimzahl bezeichnete er als ausserordentlich gut, sie lag im Durchschnitt bei 11'953 pro ml, auch die Zellzahl weise mit 133'509 pro ml 2018 einen Top-Wert auf. In Sachen Milchliefersperren seien die Werte ebenfalls unverändert tief: «Wir haben eine wirklich sehr gute Grundqualität», sagte Gerber.  

Im Bereich Milchleistungsprüfung hat Suisselab im vergangenen Jahr 4,18 Mio Proben untersucht. Die Betriebe würden grösser, aber die Kuhzahl nehme weiter ab, so Daniel Gerber, der einen Rückgang um 1,4 Prozent (-60'000) vermeldete. Als Herausforderung bezeichnete er die stark variierende Probenzahl pro Wochentag. Die Rassenverteilung war wie folgt: 45% Swissherdbook, 38% Braunvieh, 14% Holstein Switzerland.

Interessante Zahlen präsentierte Daniel Gerber zum seit 2014 vertriebenen Trächtigkeitstest Fertalys. Hier hätten sich 2018 nicht weniger als 75,9% der Kühe als trächtig herausgestellt, 19,5% waren nicht trächtig und bei 4,6% der Kühe musste nachgetestet werden.  

Clostridienprobe ab Herbst

Ab Herbst will Suisselab einen Clostridientest mit der sogenannten Silab-Methode anbieten. Letztes Jahr habe man in einer Testphase 217 Silomilchen und 93 Käsereimilchproben getestet, dabei hatte man laut Daniel Gerber eine gute Korrelation mit den bestehenden Methoden, so dass der Einführung nichts mehr im Weg stehe.

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Kommentare (1)
Ev am 18.06 2019 um 16:01
Daniel Gerber... Hm. Der hatte ja schon bei der BOM irgendwie Mühe mit Zahlen, oder?
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