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Neue Grenzwerte für Pestizide und erstmals überhaupt für Medikamente

Ab dem 1. April 2020 gelten für diverse Wirkstoffe und drei Medikamente neue Höchstwerte für Gewässer, aus denen Trinkwasser gewonnen wird. In anderen Wasserläufen steigt hingegen die zulässige Höchstkonzentration gewisser Pestizide.


Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bzw. dessen Leiterin Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) nehmen den Gewässerschutz selbst in die Hand. Dank einer neuen Departementsverordnung gelten ab dem 1. April für 12 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe und drei Medikamente tiefere bzw. erstmals überhaupt Grenzwerte, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Allgemeiner Grenzwert bleibt teilweise

Grundsätzlich gelte auch weiterhin für alle Bäche und Flüsse der bisherige Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für Pflanzenschutzmittel (PSM). Für 12 «besonders problematische» Wirkstoffe müssen neu tiefere Höchstkonzetrationen (unter 0,1 Mikrogramm pro Liter) eingehalten werden. 

Die erstmals festgelegten Grenzwerte für drei Medikamente liegen zum Teil über, zum Teil unter 0,1 Mikrogramm pro Liter (je nachdem, wie lange sie im Wasser nachgewiesen werden). 

Für diese Wirkstoffe gibt es neue Grenzwerte

Kupfer: 0,005 mg/l gesamt bzw. 0,002 mg/l gelöst (für Gewässer, die der Trinkwassergewinnung dienen)

Wirkstoff Für Gewässer, die der Trinkwassernutzung dienen: Für Gewässer, die nicht der Trinkwassernutzung dienen:
Azoxystrobin 0,1 µg/l 0,55 µg/l bzw. 0,2 µg/l (andauernd)
Chlorpyrifos 0,0044 µg/l bzw. 0,00046 µg/l (andauernd) 0,0044 µg/l bzw.  0,00046 µg/l (andauernd)
Cypermethrin 0,00044 µg/l bzw. 0,00003 µg/l (andauernd) 0,00044 µg/l bzw. 0,00003 µg/l (andauernd)
Cyprodinil 0,1 µg/l 3,3 µg/l bzw. 0,33 µg/l (andauernd)
Diazinon 0,02 µg/l bzw. 0,012 µg/l (andauernd) 0,02 µg/l bzw. 0,012 µg/l (andauernd)
Diuron 0,1 µg/l bzw. 0,07 µg/l (andauernd) 0,25 µg/l bzw. 0,07 µg/l (andauernd)
Epoxiconazol 0,1 µg/l 0,24 µg/l bzw. 0,2 µg/l (andauernd)
Imidacloprid 0,1 µg/l bzw. 0,013 µg/l (andauernd) 0,1 µg/l bzw. 0,013 µg/l (andauernd)
Isoproturon 0,1 µg/l 1,7 µg/l bzw. 0,64 µg/l (andauernd)
MCPA 0,1 µg/l 6,4 µg/l bzw. 0,66 µg/l (andauernd)
Metazachlor 0,1 µg/l bzw. 0,02 µg/l (andauernd) 0,28 µg/l bzw. 0,02 µg/l (andauernd)
Metribuzin 0,1 µg/l bzw. bzw. 0,058 µg/l (andauernd) 0,87 µg/l bzw. 0.058 µg/l (andauernd)
Nicosulfuron 0,1 µg/l bzw. bzw. 0,0087  µg/l (andauernd) 0,23 µg/l bzw. 0,0087 µg/l (andauernd)
Pirimicarb 0,1 µg/l bzw. bzw. 0,09  µg/l (andauernd) 1,8 µg/l bzw. 0,09 µg/l (andauernd)
S-Metolachlor 0,1 µg/l  3,3 µg/l bzw. 0,69 µg/l (andauernd)
Terbuthylazin 0,1 µg/l  1,3 µg/l bzw. 0,22 µg/l (andauernd)
Terbutryn 0,1 µg/l bzw. 0,065 µg/l (andauernd) 0,34 µg/l bzw. 0,065 µg/l (andauernd)
Thiacloprid 0,08 µg/l  bzw. 0,01 µg/l (andauernd) 0,08 µg/l bzw. 0,01 µg/l (andauernd)
Thiamethoxam 0,1 µg/l bzw. 0,042 µg/l (andauernd) 1,4 µg/l bzw. 0,042 µg/l (andauernd)

 andauernd bedeutet die gemittelte Konzentration über zwei Wochen

Neu geregelte Medikamente

Für Azithromycin (ein Antibiotikum), Clarithromycin (Antibiotikum) und Diclofenac (Schmerzmittel und Entzündngshemmer) gibt es am 1. April Höchstkonzentrationen, die in Gewässer für die Trinkwassergewinnung eingehalten werden müssen. 

Das Uvek unterscheidet verschiedene Gewässer

Für Gewässer, aus denen kein Trinkwasser gewonnen wird, gilt weiter im Allgemeinen 01, Mikrogramm pro Liter als Höchstkonzentration für Pflanzenschutzmittel. 

Für 14 ausgewählte Wirkstoffe hingegen werden höhere Grenzwerte festgelegt. Laut Uvek haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass diese Stoffe auch in höheren Konzentrationen keine negativen Auswirkungen auf Wasserlebewesen haben. 

Keine höheren Grenzwerte für Trinkwasser-speisende Gewässer

Anders geht das Uvek mit Gewässern um, aus denen Trinkwasser gewonnen wird. Dort werden keine zulässigen Höchstkonzentrationen angehoben, es gilt 0,1 Mikrogramm pro Liter für alles. Ausgenommen sind die im Kasten aufgeführten Wirkstoffe, für die neu strengere Regeln gelten.  

Die Konzentration von Verschmutzungen dürfe in diesen speziellen Gewässern nicht höher sein, als auch im Trinkwasser selbst.  

Diese Vorteile sieht das Uvek

Das Departement verspricht sich von der neuen Verordnung Folgendes:

  • Besserer Schutz der Trinkwasserressource
  • Bessere Beurteilung der Wirkung von Mischungen auf Wasserlebewesen (Cocktaileffekte)
  • Gezieltere Massnahmen gegen Cocktaileffekte
  • Klarheit für die Kantone, die den Gewässerschutz umsetzen müssen
  • Die neuen Grenzwerte sollen als Basis für den Bund zur Evaluation des Aktionsplans zur Risikoreduktion von Pflanzenschutzmitteln dienen
  • Ausserdem sollen sie die Agrarpolitik unterstützen und Kläranlagen bei der Elimination von Mikroverunreinigungen

Pro Natura findet Unterscheidung fragwürdig

Der Umweltschutzverband Pro Natura stört sich daran, dass in der neuen Verordnung zwischen Gewässern, aus denen Trinkwasser gewonnen wird und anderen unterschieden wird. «Umweltgifte richten Schaden an, unabhängig davon, wie das belastete Wasser verwendet wird», heisst es in einer Medienmitteilung. 
Man fordere ein generelles Anwendungsverbot für hochtoxische Stoffe und eine neue, vom Bundesamt für Landwirtschaft unabhängige Zulassungsstelle für Pflanzenschutzmittel. 

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Erhöhung der PSM-Grenzwerte teilweise abgeblasen
17.02.2020
Über eine Departementsverordnug soll Bundesrätin Sommaruga gegen die umstrittenen wirkstoffspezifischen Grenzwerte im Gewässerschutz vorgehen.
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2017 kam vom Bund der Vorschlag, für unterschiedliche Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe verschiedene Grenzwerte für den Gewässerschutz festzulegen. Dass im Zuge dieser Änderungen die Höchstwerte von etwa 25 Wirkstoffen steigen sollten, sorgte damals für öffentliche Empörung. Gerade weil auch der Grenzwert für Glyphosat angehoben werden sollte (wir berichteten). Neue Bundesrätin im Uvek geht anderen ...
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