Nach einjährigem Unterbruch tagten die Mitglieder des Regionalverbands Holzindustrie Schweiz Region Ost (HIS Ost) wieder physisch. In diesem Regionalverband sind die Sägereien, Hobel- und Leimwerke der Kantone St. Gallen, Thurgau, beider Appenzell, Zürich und Schaffhausen organisiert.

Gute und schlechte Beispiele im nördlichen Weinland

Verbandspräsident Martin Keller kritisierte mit aller Deutlichkeit die Holzbeschaffung für den Neubau eines grossen Kindergartens in der Gemeinde Feuer­thalen. Denn für den Ständerbau wurde von der Bauherrschaft Holz aus Osteuropa verwendet, obwohl die Gemeinde über beachtliche Mengen aufgerüsteter und unverkaufter Käferholzlager verfügte. Viel Lob fand Keller hingegen für den neuen Forstwerkhof in Uhwiesen und den Ersatz des Uhwieser Hörnliturms, wo 500 respektive 25 Kubikmeter einheimisches Holz verbaut wurden.

Entspannung auf Holzmarkt

«Nach turbulenten Zeiten am Rundholzmarkt kehrt wieder Normalität ein», hielt Pirmin Fischbacher, Geschäftsführer der Innoholz AG, fest. Der Käferbefall ist massiv zurückgegangen und die Rundholzpreise erholen sich von einem sehr tiefen Niveau. Einzig die Restholzpreise bleiben auf einem nach wie vor tiefen Niveau. Der Spielraum am Holzschnittmarkt hat auch ­gewisse Preissteigerungen für Schweizer Holz zugelassen. Diese sind für Fischbacher aber auch nötig, damit notwendige Investitionen in der Verarbeitung getätigt werden können.

Seit Mitte 2020 sind die Preise je Schnittholzart für  Verpackungs- und Palettenholz um bis 30 Prozent angestiegen, während Klotztbretter und Kanteln sich nur um fünf Prozent verteuert haben. Im Rundholzmarkt ist der Brotbaum der Sägereien mit der Fichte preislich wieder auf das Niveau von 2015 geklettert. Fischbacher sprach von rund 25 Prozent Preisanstieg, während es in Österreich rund 35 Prozent waren.

Doch nun zeichnet sich eine gewisse Trendwende ab, die Rundholzpreise im benachbarten Ausland zeigen eine leicht sinkende Tendenz. Aufgrund der aktuellen erfreulichen  Entwicklungen in der Schweiz sollte jetzt das Ziel sein, dass die gesamte Waldwertschöpfungskette vom Waldbesitzer bis zum Endkonsument profitieren  kann. «Die Zeiten sprechen voll und ganz fürs Holz und damit für uns, es gilt nun die Chancen zu packen», ist er überzeugt.

Mitgliedern fordern strikte Label-Kontrollen

Mit vielen Informationen war Michael Gautschi, Direktor von Holzindustrie Schweiz  angereist. Die Holzhandelsgebräuche werden eingeführt, sie lösen die alten von 2010 ab. Zugleich wird ein gezieltes Förderprogramm für gewisse Baumarten wie auch die Douglasie lanciert, um wichtige Baumarten zu pushen. Im nationalen Dachverband der gesamten Holzwirtschaftskette, Lignum Schweiz, hat der Thurgauer Ständerat Jakob Stark das Präsidium übernommen. Diese Organisation will nun zusätzlich verstärkt auch Direktmitglieder ansprechen.

Die Schweizer Waldbesitzer(in­nen) und Sägereien setzen stark auf das Label «Herkunft Schweizer Holz» (HSH), welches gut gestartet ist. Es sollte sogar das FSC-Label ablösen. Gemäss Gautschi soll das als HSH-zertifizierte Holz auch im Ausland ver- und bearbeitet werden, um es danach wieder in der Schweiz als einheimisches Holz zu verbauen.

Diese Absichten kamen bei den anwesenden Mitgliedern schlecht an. Verschiedene Votanten befürchteten, dass damit das Label verwässert werde. Gefordert wurde deshalb eine strikte Kontrolle der Massnahmen. Auch wurde der Ruf laut, dass die beiden gros­sen Akteure, Wald Schweiz und die Sägereien, in den zuständigen Gremien Druck machen, um den Veredelungsverkehr transparent zu machen.