Voraussichtlich auf den 1. Januar 2017 werden alle Natura-Beef- und  Natura-Veal-Produzenten die Vorgaben des Bundes für Gaslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) erfüllen», erklärte Urs Vogt, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz, vor den 70 Anwesenden am LZ Liebegg. Bereits 90 Prozent der Mutter-

kuhhalter würden die entsprechenden Anforderungen erfüllen.

«Graslandbasiert und sojafrei» werde je länger desto mehr ein wichtiges Verkaufsargument, und die Nutzung von nicht ackerfähigem Grasland via Mutterkuhhaltung als Alternative zur Milchproduktion gewinne an Bedeutung.


Grassilage dominiert die Winterfütterung


«Dank schlanken Strukturen und der Nähe zu Abnehmern und Produzenten gelingt es Mutterkuh Schweiz immer wieder, Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten», lobte Liebegg-Direktor Hansruedi Häfliger in seinem Grusswort. Bezüglich Angebot und Nachfrage gab Urs Vogt zu bedenken: «Die steigende Nachfrage nach Natura-Veal muss auch in den Sommermonaten befriedigt werden, deshalb gibt es die entsprechende Preisregelung, denn Liefersicherheit spielt im Absatz eine zentrale Rolle.»


Der Trend von Mutterkuhhaltung als Alternative zur Milchproduktion hält nach wie vor an, das beweisen 37 neue Produzenten im Jahr 2014 und 20 weitere Interessierte am Liebegger Einführungskurs für  Mutterkuhhalter.

«Ein kostengünstiges Futterkonservierungssystem für eine graslandbasierte Winterfütterung ist für die Wirtschaftlichkeit eines Mutterkuhbetriebs von entscheidender Bedeutung», hielt Tagungsleiter Reto Spörri fest. Eine spontane Umfrage bei den anwesenden Mutterkuhhaltern ergab, dass Grassilage dabei eine zentrale Rolle spielt, teilweise ergänzt mit Maissilage, vorab für die Kälber. Dass auch ohne Maissilage und ohne hohen Kraftfuttereinsatz erfolgreich graslandbasiert Natura-Beef produziert werden kann, bewies eine andere Umfrage.

Vorhandene Anlagen weiter nutzen


«Bei der Umstellung auf Mutterkuhhaltung ist es auf jeden Fall interessant, die bestehenden Einrichtungen, seien es Siloanlagen oder Belüftungsstöcke, noch möglichst lange zu nutzen», riet der Agronom Damian Laube in seinem Vortrag über verschiedene Fütterungsregime in der 
Mutterkuhhaltung. Wirtschaftlich interessant könnten Ergänzungen mit Siloballen sein, und  je grösser der Betrieb, umso eher würden sich arbeitswirtschaftlich und fütterungstechnische interessante Investitionen wie der Futtermischwagen und mechanische Futterentnahme lohnen.


Futterkonservierungssystem bei Neubau hinterfragen


Der Frage von Lohnarbeiten in Mutterkuhbetrieben ging Werner Steinmann, Geschäftsführer von Maurer Steinmann und Partner, Brittnau, nach und zeigte auf, dass sein Unternehmen

verschiedene Konservierungsverfahren auf interessante Weise unterstützen oder ergänzen könne. «Steht hingegen ein Neubau an lohnt es  sich, das ganze Futterkonservierungssystem in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Berater zu hinterfragen», so Erfahrung und Tipp von Damian Laube.


Wie die anschliessende Diskussion zeigte, wurden die von Damian Laube und Werner Steinmann vorgetragenen Anregungen zum Überdenken von Futterkonservierungssystemen positiv zur Kenntnis genommen.


Josef Kottmann