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Landwirt über Klimawandel: «Wir konnten zu wenig Futter ernten»

Trockenheit, durstige Kühe, Ernteausfälle: Der Klimawandel trifft die Bauern, sie haben aber auch Anteil daran. Landwirt Ruedi Bigler zeigte heute, was er auf seinem Betrieb fürs Klima macht.


Publiziert: 11.07.2019 / 10:55

«Der letzte Sommer mit wochenlangen ausbeibenden Niederschlägen ist uns Bauern immer noch in den Knochen», so der höchste Schweizer Landwirt Markus Ritter heute Donnerstagvormittag vor den Medien. Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat zu einer Medienkonferenz zum Thema Klimawandel auf den Betrieb von Ruedi Bigler in Moosseedorf BE geladen.

Dieser ist vom Thema selbst betroffen: «Seit längerer Zeit wird das Wasser auch auf unserem Betrieb zum limitierenden Faktor», sagt Bigler. Letztes Jahr hätten sie ausserdem zu wenig Futter für ihre Tiere ernten können. Er zog die Konsequenzen und erhöhte unter anderem die Futterfläche. Ausserdem pflanzt der Landwirt vermehrt Luzerne, die tiefer wurzelt als andere Kulturen. Er setzt auf Maissorten, die mit weniger Wasser zurecht kommen. Der Mais wächst in Parallelreihen, damit jede Pflanze mehr Standraum und besseren Zugang zum Wasser hat.

Der Betrieb macht bei einem Projekt für «Klimafreundliche Milch mit» und setzt ferner auf Reifendrucksregelung bei den Traktoren. Seit einem halben Jahr produziert eine Biogasanlage auf dem Hof Strom und Wärme für  550 Wohnungen und spart so 500 Tonnen C02 ein.

Trockenheit: Produktion anpassen

Man sehe es am Beispiel von Ruedi Bigler, so Markus Ritter: « Die Bauernfamilien spüren die Veränderungen und passen ihre Produktion an.» Auf der anderen Seite seien sie sich auch bewusst, dass sie einen Beitrag zur Reduktion bei den Emissionen leisten müssten.

Die Aufgabe des Bauernverbands sei es, sie in beiden Themenfeldern zu unterstützen. In der Pflanzenzüchtung etwa sei in der Vergangenheit der Ertrag wichtig gewesen, «heute ist es viel mehr die Widerstandsfähigkeit». Weiter will Ritter bei folgenden Punkten ansetzen:

  • Bewässerung: besonders ressourceneffiziente Systeme fördern
  • Auf den Alpbetrieben Regenwasser sammeln
  • Neue Anbauformen wie Agroforst (Bäume und landwirtschaftliche Kulturen auf der gleichen Fläche)
  • Für die Bauern billigere Ernteversicherungen in der AP 2022+ diskutieren

13 Prozent der Treibhausgase 

Der Anteil der Schweizer Landwirtschaft an den Emissionen von Treibhausgasen in der Schweiz lässt sich nicht wegdiskutieren: Aktuell betrage er rund 13 Prozent, erklärt Martin Rufer, Präsident der Energieagentur für die Landwirtschaft AgroCleanTech. Der grösste Teil davon fällt mit etwas über 45 Prozent in der Nutztierhaltung in Form von Methan an, das sich im Magen von Wiederkäuern bildet.

Der Rest entfällt auf Kohlendioxid. Dieses entsteht, wenn Treibstoff verbrannt wird oder entweicht den landwirtschaftlichen Böden. Seit 1990 konnte die Landwirtschaft ihren Gesamtausstoss um 11.4% reduzieren. «Es gibt sehr viele private Initiativen, die auf Klimaschutz in der Landwirtschaft abzielen», hielt Martin Rufer fest. Eine davon sei AgroCleanTech mit ihren Förderungsprogrammen, etwa zur Wärmerückgewinnung aus der Milchkühlung.

Kühe furzen trotzdem

Markus Ritter wie Martin Rufer betonen aber, der Landwirtschaft seien Grenzen gesetzt. «Wir werden den Kühen die natürliche Flatulenz - oder umgangssprachlich die Fürze und Rülpser - nicht gänzlich austreiben können. Und dem Klima ist egal, ob im In- oder Ausland gefurzt wird», sagt Ritter. 

Mit der Revision des CO2-Gesetzes werde neu aber ein konkretes Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft festgelegt. «Wenn wir die Reduktionsziele unrealistisch ansetze, müssen wir die Lebensmittelproduktion als solches in der Schweiz zurückfahren», so Martin Rufer. Wenn dann die Importe steigen und die Emissionen mehr im Ausland anfallen, «bringt das dem Klima keinen Nutzen». 

 

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