Im Dezember 2020 einigte sich die Schweizer Radio­branche auf den Wechsel von ­Ultrakurzwelle (UKW) auf die digitale Verbreitung der Radioprogramme via Digital Audio Broadcasting (DAB+). Im August 2022 wird die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) ihre UKW-Sender abschalten und bis spätestens Januar 2023 folgen die privaten Radiostationen. Der vorgesehene Wechsel findet nicht überall Anklang. Radio-Pionier Roger Schawinski hat eine Petition gestartet.

 

Petition zur UKW-Rettung

Roger Schawinski, Journalist und Radio-Pionier, hat eine Petition lanciert, mit der er Bundesrätin Simonetta Sommaruga, das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) und die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) auffordert, die geplante Abschaltung aller UKW-Sender der Schweiz rückgängig zu machen. Seine Begründung: Rund ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer würden trotz teurer Informationskampagne weiterhin UKW nutzen, und 58 Prozent aller Autos in der Schweiz seien noch nicht mit DAB+-Geräten ausgestattet (Zahlen Bakom 2020). Durch das Abstellen von UKW würden auf einen Schlag viele noch funktionstüchtige Radiogeräte zu Schrott werden. 

Hier kann man die Petition einsehen.

 

Erst kommt eine Meldung, dann Stille

Wahrscheinlich haben einige von uns noch ein altes UKW-Gerät in Gebrauch, vielleicht sogar im Stall oder auf der Alp. Wird es in Zukunft also nur noch rauschen beim Melken? Gemäss Bundesamt für Kommunikation (Bakom) werde während ein paar Wochen eine Meldung gesendet, die die Zuhörer(innen) auf die Abschaltung aufmerksam machen würde, danach höre man keinen Ton mehr.

Werden damit diese Geräte zu Schrott, wie dies Roger Schawinski in seiner Petition schreibt? Das Umrüsten von alten Geräten ist gemäss Bakom möglich. Ein DAB+-Adapter sei generell nicht teuer, aber die Kosten für ein neues Radio liegen meist in derselben Preisklasse. Vor allem für Autoradios lohne sich so eine Umrüstung. Wer aber sowieso einen Autokauf plant, muss nichts mehr unternehmen, denn ab 2020 seien alle neuen Autos nur noch mit DAB+ ausgerüstet.

Es wird weniger rauschen

Der Wechsel von UKW auf DAB+ bietet Schweizerinnen und Schweizern gemäss Bakom ein paar wesentliche Vorteile beim Radio hören:

  • Schweizweit einen störungsfreien Empfang.
  • Einfache Bedienung, dank automatischem Sendersuchlauf.
  • Ein vielfältigeres Programmangebot mit Zusatzinformationen wie z. B. Wetterkarten, Programmübersichten, Schlagzeilen oder Musiktitel.
  • Auflistung aller verfügbaren Sender in alphabetischer Reihenfolge.
  • Verschiedene Zusatzdienste, wie elektronische Programmführer, farbige Albumcover, Nachrichten oder Verkehrsinformationen.
  • DAB+ wird weltweit ausgebaut.

Auf die Anfrage beim Bakom, wie es denn um den Empfang auf der Alp stehe, heisst es, die SRG sei für die nationale Versorgung zuständig und die Qualität bleibe insgesamt gleich wie bei UKW.

 

Wie funktioniert DAB+?

Bei DAB+ werden die Radiosignale digital übertragen, deshalb ist das Radioprogramm rauschfrei zu hören. Via dem neuen Radio-Empfangsweg können deutlich mehr Sender, auch UKW-Sender, empfangen werden. Es ist kein Internetanschluss erforderlich.