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Tagebuch: Wärmeenergie mit Vorteilen

Der Borkenkäfer setzt den Schweizer Wäldern zu. Familie Streit nutzt unverwertbares Käferholz aus ihrem Wald zum Heizen.

Auf dem elterlichen Betrieb nutzen wir die kalten Tage, um unsere rund 3 ha Wald zu pflegen.

Kampf gegen den Käfer

In den letzten Jahren kämpfen wir wie viele andere gegen den Borkenkäfer. Unter anderem haben die vergangenen milden Winter dem Schädling nicht zugesetzt, weshalb er sich leicht verbreiten konnte. Regelmässig prüfen wir unseren Bestand und entfernen die befallenen Bäume. Auch jetzt fanden sich wieder welche im Bestand. Um die Pflegearbeiten kümmern sich mein Vater und ich, wir sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team.

Zusammen haben wir die Bäume besichtigt und die Fällbereiche definiert. Meist kümmert sich mein Vater mit seiner Erfahrung um die Fällarbeiten, ich übernehme dann die ­Sicherungsaufgabe mit der Seilwinde oder helfe mit beim Entasten und Abtransportieren. Dieses Mal haben wir zum ­Fällen fast alle Bäume mit der Seilwinde gesichert und in Fallrichtung gezogen. Die Windverhältnisse sowie die teils stark angeschlagenen Bäume waren unberechenbar. Trotzdem konnten wir an einem Nachmittag acht Bäume sicher zu Boden bringen und diese für den Abtransport am Wegrand platzieren. Im Anschluss an die Fällarbeiten haben wir das Holz mit dem Rückewagen auf den Betrieb transportiert.

Käferholz verwerten

Sämtliches Holz, welches nicht weiterverwendet werden kann, wird über den Winter auf dem Betrieb auf einem Haufen ge-lagert und Anfang Frühling durch einen Dienstleister zu Holzschnitzeln verarbeitet. Die Schnitzel verwenden wir unter anderem für die hofeigene 30-kW-Holzschnitzelheizung. Dies ermöglicht es uns, Käferholz dennoch ökonomisch sinnvoll in Wärmeenergie umzuwandeln. Ganz nach dem Motto: Ist es dem Käfer nicht zu kalt, wird es ihm nun zu heiss.Lukas Streit

Der Autor

Lukas Streit (31) ist gelernter Landmaschinenmechaniker und dipl. technischer Kaufmann. Nachdem seine Eltern den Betrieb in Hagneck BE aus langjähriger Pacht kaufen konnten, entschloss er sich, mit seiner Frau und den zwei Kindern den elterlichen Betrieb weiterzuführen. Nun macht er die berufsbegleitete Nachholbildung zum Landwirt EFZ auf dem Betrieb von Mathias und Andrea Wyss in Werdthof, Kappelen BE.

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