Die Gülleausbringung auf Wiesen sorgt immer wieder für viel Diskussionsstoff. Ammoniakverluste, zu kleine Lagerkapazität, Ausbringungstechnik und Zeitpunkt sind dazu nur einige Schlagwörter. Die Schleppschlauchausbringung wird ab nächstem Jahr auf Parzellen mit einer Hangneigung unter 18 % Pflicht. Dies könnte dazu führen, dass die Gülleseparierung weiter an Bedeutung gewinnt.
Obwohl der Schleppschlauchverteiler sich schon auf vielen Höfen durchgesetzt hat, gibt es immer noch zahlreiche Kritiker. Neben dem höheren Gewicht der Güllefässer werden auch immer wieder die «Güllemädli» als Argument gegen den Schleppschlauchverteiler angesprochen. Diese würden das Futter übermässig verschmutzen und so die Qualität beeinträchtigen.
Gülle separieren lassen
«Güllemädli» sind vor allem im Frühjahr ein Problem, weil wegen geringer Lagerkapazitäten über die Wintermonate die Gülle oft nur spärlich mit Wasser verdünnt wird. Zudem bedingen tierfreundliche Stallungssysteme oft einen hohen Strohanteil in der Gülle.
Die Gülleseparierung kann hier für doppelte Entlastung sorgen. Einerseits können Feststoffe entfernt werden, die Gülle wird so fliessfähiger und sickert besser in den Boden ein. Andererseits wird die Lagerkapazität entlastet. Man geht davon aus, dass durch das Separieren, je nach Feststoffanteil, zirka 10 bis 20 % Lagerkapazität frei wird. Dabei kann der Feststoffanteil einfach auf einer Mistplatte zwischengelagert werden, welche deutlich günstiger zu erstellen ist als zusätzlicher Gülleraum.
Den Kostenfaktor beachten
Ein Problem bringt die Gülleseparierung jedoch mit sich. Gülleseparatoren sind in der Anschaffung teuer. Sie sind aber im Vergleich zu anderen Maschinen sehr einfach überbetrieblich einsetzbar. Der Zeitpunkt, wann separiert wird, ist nicht wetter- oder bodenabhängig, kann also viel flexibler gewählt werden als dies bei Feldarbeiten der Fall ist. Hierzu bieten alle gängigen Gülletechnikanbieter geeignete mobile Separatoren an, die einfach von Hof zu Hof transportiert werden können. Die Gülleseparierung könnte so auf dem einen oder anderen Betrieb zu einer Entlastung bezüglich Lagerkapazität und Futterverschmutzung führen.

