Lebendpreise haben an Schwingfesten eine lange Tradition. Immer wieder werden aber Stimmen laut, die sagen, dass die Preise nicht mehr zeitgemäss seien. Wasser auf diese Mühlen ist die Tatsache, dass viele der Schwinger diese Tiere gar nicht nehmen, sondern sich stattdessen für das Geld entscheiden.

Dass aber durchaus erfolgreiche Geschichten mit Lebendpreisen geschrieben werden, hat nicht zuletzt Stier Fors vo dr Lueg bewiesen, der mit Schwingerkönig Matthias Sempach lange Jahre «unterwegs» war.

Ein Rind für Staudenmann

Am letzten Sonntag ging das Bernisch Kantonale Schwingfest über die Bühne. Der Einzige, dem es gelang, Festsieger Adrian Walther aufs Kreuz zu legen, ist Fabian Staudenmann. Ihm stand am Sonntagabend daher ein Rind zu. Dass sich Staudenmann, gelernter Automatiker, tatsächlich für das Rind entscheiden würde, hätte wohl niemand gedacht – auch dessen Züchter und Halter Hanspeter Fuss, Teuffenthal BE, nicht. Doch Ida, ein SF-Rind, scheint zu überzeugen. Denn Staudenmanns Onkel, der zugleich auch Götti des Schwingers ist, habe ihm gesagt: «Fäbu, das muesch nä.» Gesagt – getan.

Aus einer exterieurstarken Familie

Am Mittwochabend fand dann in Teuffenthal auf dem Hof der Familie Fuss die Übergabe statt. Kilian Ida, die gesext Roxel trägt, soll schon bald abkalben. Sie entstammt einer exterieurstarken Kuhfamilie. Ihre Mutter überzeugt zudem mit hohen Milchgehalten. Das schöne Tier soll zum Götti des Schwingers kommen. Und wer weiss, vielleicht steht dort auch schon bald der grosse RH-Stier Magnus. Auch wenn es den Berner Tageszeitungen an Berner Favoriten fehlen mag – ein ganz heisses Eisen der Berner in Pratteln ist dieser Staudenmann. Aber die Berner haben eben mehr als nur ein heisses Eisen im Feuer.