Lindenbäume sind richtige Baumpersönlichkeiten. Als Einzelbäume werden sie nicht nur gross und stattlich, sondern können auch ein ansehnliches Alter erreichen, wie zum Beispiel die Linner Linde im Kanton Aargau. Sie wurde vor zirka 800 Jahren gepflanzt, hat einen Stammumfang von elf Metern und ist eine richtige Berühmtheit mit eigener Facebookseite.

 

Lindenblüten pflücken

Für die Verwendung in der Küche können die Blüten der Sommer- und der Winterlinde verwendet werden. Wobei Erstere in der Heilanwendung bevorzugt verwendet wird. Die Sommerlinde blüht vor der Winterlinde. Diese Jahr muss mit einem späteren Blühzeitpunkt gerechnet werden.

Die Lindenblüten knapp (1–3 Tage) nach dem Erblühen pflücken, wenn es trocken ist. Die Blüten zusammen mit einem Hochblatt ernten. Zum Trocknen an einem schattigen, warmen Ort auslegen. Zur Lagerung in gut verschliessbaren Gefässen lagern. 

Rezepte mit Lindenblüten findet man z. B. bei Swissmilk.

 

Die Linde war die Mehrzweckhalle

Mit ihren ausladenden Kronen vermitteln Lindenbäume ein Gefühl von Geborgenheit. Die Bäume haben meist eine religiöse und mythologische Bedeutung. So sollen sie beispielsweise Schwache, Liebende und Wehrlose schützen. Oft wurden sie zu einem bestimmten Anlass, als Einzelbaum oder in Gruppen, im Dorfzentrum gepflanzt. Unter ihnen versammelte man sich, hielt Dorfgericht, veranstaltete Feste oder verhandelte das aktuelle Geschehen. Sie fungierten sozusagen als Mehrzweckhalle von damals.

In bekannten, deutschsprachigen Volksliedern wie «Am Brunnen vor dem Tore» oder «Kein schöner Land in dieser Zeit» wird der Lindenbaum sogar besungen. Auch gibt es zig Gedichte, über ihn und in denen er vorkommt. Die Texte spiegeln häufig eine grosse Wertschätzung und Verbundenheit mit ihm wieder.

Blühende Linden sind ein Hotspot für Bienen

Lindenbäume haben ein helles, weiches Holze, das sich gut zum Schnitzen und für die Bildhauerei eignet. Da viele Heiligenstatuen daraus gefertigt wurden, bekam es auch die Bezeichnung «lignum sacrum». Das ist Lateinisch und bedeutet so viel wie heiliges Holz.

Auf Linden tummeln sich eine Vielzahl von Insekten. Der Baum entwickelt sich bei seiner Blüte sogar zu einer wahren Bienenweide. Nebst Nektar und Pollen sammeln die Bienen Honigtau. Dieser macht den Lindenhonig besonders aromatisch.