Der Bagger steht bereit und der Direktor des landwirtschaftlichen Instituts des Kantons Freiburg in Grangeneuve, Pascal Toffel, sowie die beiden Staatsräte Didier Castella und Jean-François Steiert halten medienwirksam die Schaufel zum Spatenstich in der Hand. Im Hintergrund stehen die Gebäude von Agroscope in Posieux.

Bund und Kanton

Das Bild hat Symbol-Charakter. Mit dem hochmodernen und nachhaltigen Kuhstall gehen die kantonale und die nationale Landwirtschaftsstelle erstmals einen gemeinsamen Weg. Forschung und Schulung finden auf einem zentralen Campus statt. Damit folgen die beiden Staatsräte dem bundesrätlichen Willen, in Grangeneuve-Posieux die landwirtschaftliche Forschung und Schulung zu konzentrieren. Symbolisch entsteht zwischen Grangeneuve und Posieux nebst dem Kuhstall auch eine Verbindungsstrasse; sozusagen die Verbindung von Bund und Kanton oder von Forschung und Schule; beides Elemente, die im neuen Kuhstall gemeinsam zur Anwendung kommen werden.

Der Umbau geht weiter

Der Kuhstall soll im Frühjahr 2021 fertig sein und bereits dann beginnen weitere Bauten für den Campus Grangeneuve, etwa der Umbau des bestehenden Kuhstalls in eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle, eine eigene Käserei, der Ausbau einer Lebensmitteltechnologie-Halle und die Entwicklung einer nachhaltigen Energiekonzeption, etwa mit dem Bau einer Biogasanlage. Nach und nach soll der Campus Grangeneuve zur Schweizer Agrar-Hauptstadt werden. «Die Bedürfnisse von Kanton und Bund werden damit in Schulung und Forschung verbunden und Synergien genutzt,» fasst es Jean-François Steiert zusammen. Der Campus ist im Austausch mit den zentralen Forschungsstellen der Universitäten und Hochschulen und hat ein ambitioniertes Ziel: die Nachhaltigkeit fest einzuplanen. Bereits im Kuhstall ist dieses Ziel omnipräsent.

Agrarkanton Freiburg

Dass der Kanton Freiburg zu diesem Campus von nationaler Bedeutung kommt, ist kein Zufall. Strategisch liegen die beiden Standorte Grangeneuve und Posieux nur eine grosse Kuhweide voneinander getrennt und auf dieser grosszügigen Fläche soll der Zusammenschluss in Form eines Campus, nach und nach realisiert werden. Und Freiburg hat schon heute 20% aller Beschäftigungen im Agrarsektor, was schweizweit einzigartig ist. «Langfristig sollen 650 Mitarbeitende auf dem Campus Grangeneuve an der Zukunft der Schweizer Landwirtschaft arbeiten,» freut sich Didier Castella schon auf die Zukunft.

Der neue Kuhstall

3600 Quadratmeter gross wird es sein und Platz für 50 Kühe bieten, das neue Gebäude. Rund 3000 Quadratmeter Photovoltaik generieren den benötigten Strom und speisen die Überschüsse ein. Eigene Wärmequellen mit Abfallheizung und Wärmeaufbereitung ergänzen das nachhaltige Konzept. Die Gebäudehülle ist im Minergie-Standard-P angedacht, mit einheimischem Holz sowie idealen Anpassungsmöglichkeiten an die Witterung und viel Frischluft. Schulungsräume, eine 200 Quadratmeter grosse Empore zur Beobachtung und zahlreiche Neben­räume vervollständigen den modernen Bau, der komplett behindertengerecht ausgebaut wird. Ziel ist es, eine Fütterung der Kühe ohne Silage zu realisieren und den Schülerinnen und Schülern den gesamten Verlauf von Futter bis zum Käse vor Ort aufzeigen zu können.